Die Zwölf Apostel an der Great Ocean Road
Heute ist Sonntag und für die meisten religiösen Menschen der Tag, an dem man in die Kirche geht und sich mit Jesus beschäftigt. Wir sind jetzt nicht religiös und dennoch war...


Veröffentlicht: 09.12.2024




































Wir verlassen mal wieder unsere Herberge, diesmal in Warrnambool. Wir haben diesmal bis zum ersten Stopp nur eine kurze Fahrzeit. Um die 20 Kilometer und dann sind wir am Eingang zum Tower Hill, einem inaktiven Vulkan, der vor 32 000 Jahre das letzte Mal ausgebrochen ist und in dem sich ein Wildlife-Reservat gebildet hat. Also ein ungefährliches Unterfangen, was die Vulkantätigkeit angeht. Aber, was uns am meisten interessierte war, ob wir hier Koalas zu sehen bekommen. Man sagt, das wäre so. Allerdings entweder in der Morgendämmerung oder Abenddämmerung. Zu keiner dieser Zeiten würden wir Zeit haben, in das Reservat zu kommen.
Wir fahren auf das Gelände und vor uns fährt ein kleiner Bus mit Anhänger und wir denken Shit, zu spät, die Chinesen sind schon da … der Bus fährt allerdings sehr langsam, als würde man etwas beobachten wollen. Okay, wir fahren auch langsam und halten Ausschau nach Tieren. Und dann passiert es: Thorsten entdeckt unseren ersten Koala im Baum fressend … Der Bus ist weitergefahren und hat nichts mitbekommen. Wie wir später bemerkt haben, war der Bus leer, denn wir waren fast ganz alleine auf dem Gelände.
Die Freude über den Koala war sehr groß. Wir versuchten ihn nah ran zu holen mit der Kamera, was schwierig war, weil der Himmel grau war und wir gegen das Licht fotografieren mussten. Dadurch war der Koala nicht so gut zu erkennen.
Wir sind zunächst schon beseelt, dass wir den Koala gesehen haben. Hatten wir doch gar nicht mehr damit gerechnet, einen zu sehen.
Wir fahren zum Parkplatz und laufen ein paar Wege in dem Krater ab. Auf dem Weg auf dem Lava Tongue Boardwalk begegnet uns das Unerwartete. Wir sehen noch mehr Koalas, die in den Eukalyptus-Bäumen sitzen und frühstücken. Es ist gar nicht so einfach sie auszumachen, denn man kann sie ganz schnell auch mit verdichtetem Laub verwechseln. Wenn man sie mit dem Auge ausgemacht hat, muss man noch die Kamera bzw. Fokus darauf ausrichten. So manches Mal irrt man durchs Geäst und findet den wuscheligen Racker einfach nicht.
Aber mit jedem Erkennen eines Koalas bekommt das Auge Übung im Suchen und Erkennen. Bald sehen wir immer wieder neue Kumpels vom Knopf-im-Ohr-Bären.
Irgendwann hören wir ein nachhaltiges Brummen aus dem Dickicht, dass sich für uns ein wenig bedrohlich anhörte. Wir überlegten noch, ob es hier auch Bären geben könnte, also so große und gefährliche … Uns wurde schon was mulmig, bewegten wir uns doch außerhalb des Gehweges im Gelände … und bewegten uns vorsichtshalber ein paar Schritte zurück. Thorsten meinte, es hätte auch ein Wildschwein oder ein Dinosaurier sein können …
Kurz darauf kamen eine Frau und ein Mann des Wegs entlang. Sie unterhielten sich relativ laut und wir dachten schon, dass das etwas schade ist, so im Wildlife-Reservat „rumzuschreien“. Als sie ein paar Meter weiter gegangen waren, war wieder so ein Brummen zu hören und die Frau sagte zu ihrem Begleiter, dass da im Dickicht ein Koala wäre. Sie liefen aber weiter.
Wir liefen zu dem Dickicht und wollten wissen, ob das wirklich ein Koala ist. Dabei fiel uns ein, dass ja auch Koalas Bären sind und der Ton durchaus auch von denen kommen könnte. Und als wir so standen und das Dickicht absuchten, kam ein Koala direkt vor unseren Füßen aus dem Busch und schlappte über den Weg auf die gegenüberliegende Wiese. Wir konnten gar nicht glauben, was wir da sahen. Einfach nur WOW!!!
Wir haben das Bärchen verfolgt und noch viele Bilder von den Koalas gemacht. Wir wünschten uns schon mal viel Spaß beim Auswählen der Bilder …;-)
Irgendwann sind wir dann weitergezogen und überlegten noch, ob wir denn hier auch Emus zu sehen bekommen, weil es diese hier wohl auch geben soll … Und zack: da stehen zwei ausgewachsene Exemplare am Wegesrand und trinken aus dem Teich. Zunächst freuen wir uns, doch dann überlegen wir, wie wir denn an denen vorbeikommen könnten. Der Weg ist nur 1,5 Meter breit.
Während wir überlegen, ob es gefährlich sein könnte, zu nah an den Emus vorbeizugehen, kommt schon einer der beiden mit bestimmten Schritten auf uns zu und schaut uns direkt an. Wir gehen dann mal lieber ein paar Schritte zurück. Der Emu bleibt dann aber doch stehen und dreht dann wieder ab. Wahrscheinlich hat ihm schon gefallen, dass wir Respekt gezeigt haben und ihm ausweichen wollten. Wegrennen hätte sicherlich auch keinen Sinn gemacht, denn Emus können sehr schnell rennen … bis zu 50 km/h.
Es geht also alles gut und die Emus ziehen sich zurück und wir setzen unseren Weg fort. Kurzer Austausch mit einem deutschen Camper-Paar, die gerade angekommen waren und Tipps, wo es Koalas und Emus aktuell zu sehen gab, und wir sitzen wieder im Auto.
Nächster Halt ist Mount Gambier in einem neuen Bundesstaat: South Australia. In Mount Gambier gibt es ein Kuriosum, das Umpherston Sinkhole. Ein versunkener Garten, der von der Familie Umpherston Ende des 19. Jahrhunderts angelegt wurde. Die kreisrunde Absenkung entstand durch das Auflösen des Limestone (Kalkstein), der sich im Boden befindet. Ein wunderschön angelegter Garten, den man am Rand entlang des Kalksteins in einem Weg umlaufen kann, der mit einem dichten Efeuvorhang teils undurchsichtig wirkt.
Als letzte Station war dann noch der Blue Lake, einen Kratersee, zu betrachten. Hier ist das Wasser dunkelblau. Wobei wir gelernt haben, dass sich die Farbe zum Sommer hin ändert. In den Wintermonaten, die auf der südlichen Halbkugel gerade vorbei ist, ist der See eher grau und wird erst zum Sommer hin blau. Warum? Keine Ahnung, ist halt so. Man muss ja nicht alles wissen … und wer‘s wissen will: Dr. Google fragen …
Wir ziehen uns jetzt zurück und kümmern uns um die Fotos von den Koalas und Emus …
