Welch ein Zufall - wir treffen auf Wallabys :-)
Der Tag beginnt regnerisch und grau. Wir nutzen das, um ein wenig langsamer den Tag und sein Programm zu beginnen. Zunächst fahren wir in den Ort Apollo Bay hinein....


Veröffentlicht: 08.12.2024



































Heute ist Sonntag und für die meisten religiösen Menschen der Tag, an dem man in die Kirche geht und sich mit Jesus beschäftigt.
Wir sind jetzt nicht religiös und dennoch war heute unser Wunsch, sich mit den 12 Apostel zu beschäftigen. Allerdings nicht in der Kirche, sondern am Strand des Port Campbell National Park an der Great Ocean Road in Victoria, Australien. Mit viel Fantasie und extremen Weitblick kann beim Blick über das Meer Tasmanien und mit noch mehr Weitblick dahinter der Antarktis sehen … ;-)
Aber so weit wollen wir ja gar nicht.
Das Wetter verheißt zunächst mal wieder nur ein kurzes Zeitfenster „Sonne“. Und das lediglich am frühen Morgen und am späten Nachmittag … Schlechte Aussichten für sonnige Bilder … Egal, wir haben keine andere Wahl und fahren einfach los. Et kütt, wie et kütt, säht dä Kölsche …
Etwa eine Stunde dauert die Fahrt entlang der Great Ocean Road, der B100, die uns zunächst nicht wirklich am Ozean vorbeiführt, sondern mehr im Landesinneren verläuft.
Erst hinter Princetown führt die B100 wieder Richtung Ozean … und gleich danach landen wir schon am ersten Lookout im „Twelve Apostels Marine National Park“.
Der Name irritiert ein wenig, sind es doch keine zwölf zwischen 50-70m hohe Kalksteinsäulen, die dort im Meer stehen, sondern nur acht. Es waren einmal neun dieser Formationen. Jedoch ist in 2005 einer der „Apostel“ eingestürzt, weil das Meer ihn, wie übrigens alle anderen „Apostel“ auch, ständig umspült hat. Und zwar mit einer Wucht, die nicht ohne ist. Das Meer tobt hier ganz schön. Und der Wind bläst heftig ins Gesicht.
Wir finden nicht wirklich heraus, warum man die Formationen im vergangenen Jahrhundert als die Zwölf Apostel bezeichnet hat, es waren niemals zwölf … man hat es wohl nur so genannt, weil man mehr Touristen anlocken wollte … ich denke aber, die hätten es auch „Rotkäppchen und die sieben Zwerge“ nennen können. Die Touristen wären auch so gekommen …
Der Blick von der Aussichtsplattform, die erst im Sommer 2024 eröffnet wurde, ist einfach fantastisch. Das Wetter hat sich zu unserer Freude übrigens umentschieden und die Sonne bescherte uns über den ganzen Tag einen traumhaften Blick auf die Szenerie unter blauem Himmel mit ein paar wenigen weißen Wölkchen ...
Die Kalksteinfelsen kann man nicht nur von oben ansehen, sondern man kann auch eine enge Treppe, den Gibson Steps, hinunterlaufen zum Strand. Von dort hat man noch einmal einen anderen Blick auf zumindest zwei der Apostel. Sie stehen ja nicht alle nebeneinander aufgereiht, sondern verteilen sich auf einen längeren Strandabschnitt.
Wir sind total begeistert von dieser Ansicht, ob von oben oder von unten.
Dieser Abschnitt der Great Ocean Road bietet aber noch weitere Highlights, was die Küstenabschnitte angeht. Wir fahren also weiter und landen als nächstes beim Razorback. Diese Felsformation hat sich den Namen wirklich verdient. Die langgezogene Felsformation, die ohne Verbindung zum Land im Meer steht, hat einen sehr scharf aussehenden Steinkamm und die Seitenränder sehen auch zackig und scharfkantig aus. Ein wirklich interessantes Gebilde.
Nächster Stopp ist eine Bucht, die Loch Ard Gorge, die davon erzählt, dass dort 1878 ein Schiff namens Loch Ard gesunken ist, nachdem es an den Klippen zerschellte. Der Teil der Mannschaft, die zunächst überlebt haben, soll wohl letztendlich verhungert sein, weil sie die glatten und Steilen Felsen nicht überwinden konnten.
Danach fahren wir zur London Bridge. Auch eine Kalksteinformation mit einem Durchlass. Wie auch die "Rasierklinge" steht auch diese Formation losgelöst vom Land im Meer. Allerdings hatte sie bis in die 1990er Jahre eine Verbindung zum Land. Nur stürzte dieses Verbindungsteil unverhofft ein und trennte somit die London Bridge vom Festland. Blöderweise waren ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt Touristen auf der London Bridge. Fast alle konnten das Unheil wohl absehen und retteten sich aufs Land retten. Zwei Touristen schafften das nicht und standen ganz alleine auf dem abgeschnittenen Felsen. Sie musste man mit einem Helikopter vom Felsen retten. Ziemlich heftige Vorstellung plötzlich festzustellen, dass das Land auf dem man steht, wegbricht.
Die letzte Sehenswürdigkeit auf der grandiosen Strecke entlang des Meeres war „The Grotto“. Der Weg zur Grotte führte hinunter und dort angekommen stand man vor einer Traube von asiatischen Touristen, die alle ein Foto von sich vor dieser Grotte machen wollten. Im Felsen war eine große Öffnung, durch die man das brausende Meer draußen sehen konnte. Man ist ja gerne bereit zu warten, wenn gerade jemand ein Foto von dieser schönen Aussicht machen möchte. Wenn aber zehn Mädels dort stehen und jedes muss unbedingt in zwanzig verschiedenen Posen abgelichtet werden, ist man auch schnell mal am Ende der Geduld. Zumal die schöne Sicht nur von einem kleinen Standpunkt aus wahrgenommen werden kann.
Wir stellen wieder einmal fest, dass man am besten vor den Chinesen, und das sind 90 % aller, die ich bislang als Asiaten umschrieben habe, am Fotopunkt sein sollte, weil danach ist nur „Chaos und Gewimmel“ zu erwarten.
Wir beenden unsere Fahrt entlang der Great Ocean Road, die auch dann bald zu Ende ist und fahren zum nächsten Übernachtungspunkt, nach Warrnambool. Leider ist am Ende der Great Ocean Road kein Hinweisschild, wie es am Anfang zu sehen war.
Einzig der Ort Nullawarre gibt bei der Einfahrt dort an, dass das die letzte Ortschaft auf der Great Ocean Road ist.
