Schwarzwald

Hui, ist das heiß heute. Wir wollen früh starten, damit wir früh ankommen - das klappt wunderbar, weil wir beide rum trödeln, lange beim Frühstück sitzen und bis es endlich los geht, ist es bereits nach 10 Uhr und auch schon warm, aber was soll‘s, es ist ja schließlich Sommer.

Wir unterhalten uns über die Eindrücke unserer letzten Unterkunft: schön gelegen, extrem schön gebaut, das Essen war okay, aber nicht besonders. Das Auffallende waren die Menschen, die uns zu keiner das Gefühl gaben, willkommen zu sein. Schade, doch jetzt beginnt ein neuer schöner Tag.

Wir fahren entlang des Kinzig-Radwegs, und tatsächlich ist alles super ausgeschildert, so dass wir uns darüber freuen können. Die Route führt meist entlang der Kinzig, es wird jedoch darauf geachtet, Ortschaften nicht zu umfahren, sondern die Radler durch die schönen Sträßchen zu leiten. Das finden wir toll. Wolfach zum Beispiel ist total schön! Hier müssen wir unbedingt Getränkenachschub kaufen und Wassermelone. Durstig heute... ob das an dem vielen Riesling von gestern liegt oder am Wetter ist völlig unklar.

Gut, dass wir heute nur gute 50 Kilometer fahren, Alpirsbach ist das Ziel der Tagesetappe und wir schwören uns, heute Abend auf keinen Fall wieder Wein zu trinken.

Die Sonne brennt vom blauen Himmel als wir unser Ziel erreichen. Es ist immer etwas aufwendiger mit den Rädern und den Satteltaschen bis alles im Zimmer verstaut ist, das Fahrrad will nicht auf dem Ständer stehen bleiben und man muss es anlehnen, einer checkt ein, der andere „bewacht“ so lange alles. Wir stehen also vor dem Hotel und Mario lehnt sein Fahrrad gerade an die Hauswand, als die Bedienung des Restaurants aus der Tür schießt und ihn echt giftig anfährt: „Super Platz für ein Fahrrad! Das muss sofort da weg“ die zweite Bedienung rennt hinterher und sagt nicht weniger unfreundlich: „Da kann es nicht stehen bleiben!“

Mario versucht ihr zu erklären, dass wir Hausgäste sind und einchecken wollten und man uns nur sagen müsse, wohin mit allem. Die Rezeption sei jetzt nicht besetzt, sie habe keine Zeit und wir sollten in einer Stunde wieder kommen, war dann die Information. Kein „darf ich Ihnen etwas zu trinken bringen“ oder „nehmen Sie doch Platz“. Welch ein Scheiß, da standen so leckere Gerichte auf den Schildern der Gartenwirtschaft und wir hatten im Geiste das große Radler fast schon schmecken können.

Da wir jedoch in der letzten Unterkunft so lieblos behandelt wurden, beschließen wir einstimmig und ohne Zögern, dass uns das zu blöd ist und wir sofort woanders hin fahren.

Wir landen in einem süßen Bistro, trinken Unmengen alkoholfreies Bier und Apfelschorle, essen eine Kleinigkeit und suchen uns danach eine neue Unterkunft für die Nacht.

Natürlich nicht, ohne vorher die ursprüngliche Unterkunft zu stornieren. Wir geben uns Mühe, nett zu sein, aber erklären der unfreundlichen Bedienung, dass wir das Zimmer nicht haben wollen, weil wir nicht das Gefühl haben, hier willkommen zu sein. Das neue Hotel ist ein Glücksgriff: Wir haben nur 300m vom ursprünglich gebuchten Hotel, ein schönes Hotel, mit sehr netten Menschen gefunden. Das Zimmer ist toll und das Essen im Restaurant lecker. Wir fühlen uns willkommen und wir genießen die positive Atmosphäre. 

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