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22.1.

Ankommen im Cali.

Außer Giovanni erwarten mich noch seine Freundin Caroline und Maria Isabel. Wir trinken Wein und unterhalten uns angeregt über meine Reise, aber auch gleich über die Politik in Deutschland und Kolumbien. Ich erfahre außerdem, dass Cali noch gefährlicher als Medellín sei. Alle haben selber und auch deren Freunde bisher jemanden verloren. Erst letzte Woche ist ein Freund von Caroline bei einer abendlichen Runde den falschen Menschen begegnet und erschossen worden. Ich bin ganz berührt und auch überrascht mit welcher Normalität, ja fast Gelassenheit sie erzählen. Dennoch sind sie selbst mit Vorsicht in der Stadt unterwegs, so fährt Giovanni z.B. selber nie Bus, weil ihm die Menschen nicht geheuer sind.

Die Stimmung ist trotz des drückenden Themas gut und da Samstag ist, wollen wir auch ausgehen.

Wir fahren mit einem Uber-Taxi zu viert zum Boulevard in die Innenstadt. Dort sitzen viele Menschen in Bars oder in der Fußgängerzone auf Bänken. Alle paar Meter rauscht ein anderer Reggaeton-Hit übersteuert aus den Boxen und beschallt die Straße. Nachdem wir in einer Bar noch ein Bier bzw. einen lokalen Schnaps trinken suchen auch wir das richtige Lokal zum Tanzen auf. Natürlich wird in der Hauptstadt des Salsas eine Salsa-Bar gefunden. Es geht in einen Keller hinunter in dem bereits einige Paare die Hüften schwingen. Neben der Musik aus den Boxen untermalet ein Percussionist des Rhythmus der Musik. Das Publikum ist ganz gemischt, jung und alt, aber es herrscht eine angenehme und friedliche Stimmung. Ich fühl mich erst ganz unbeholfen und alleine tanzend beinah unhöflich, weshalb ich mich vorerst an meinem Bier festhalte und nur etwas herumschunkle. Gio und Caroline legen gleich zusammen los und auch Maria Isabel wird aufgefordert und wild herumgewirbelt. Nach einem kurzen, unkonventionellen Tänzchen mit Caroline, mach ich mich doch alleine auf die Tanzfläche und navigiere zwischen den Paaren vorbei. Ich merke, dass alleine Tanzen schon aufmerksam erregt aber die mich treffenden Blicke sind freundlich und zustimmend, sodass ich mir erlaube mich ganz frei zu bewegen. Nach ein paar Stündchen sind wir alle ganz angeschwitzt und fahren zufrieden nach Hause.

Am nächsten morgen mache ich mich draußen vor dem Pool, der Teil des Wohnhauses ist, etwas locker, während Gio und Caroline noch schlafen. Wir haben uns am Abend zuvor für einen Ausflug zum nahegelegenen Fluss verabredet. An diesem soll man auch baden können und so spare ich mir meine Lust auf Wasser noch auf und steige nicht in den Pool.

Wieder fahren wir mit einem Uber dieses Mal ungefähr eine halbe Stunde in Richtung Süden. Wir gelangen an eine kleine Straße die voller Badegäste, kleiner Stände und Restaurants ist. Die Sonne strahlt auf uns herab und bevor wir uns auf den Weg zur Badestelle machen, setzen wir uns noch in ein Restaurant mit Terrasse zum Fluss.

Restaurant am Fluss

Im klaren Wasser des Flusses sitzen soweit mein Auge seinen Verlauf überblickt Menschen auf Steinen oder am Ufer. Es wird fleißig gegrillt, geplaudert und es ist ein richtiges Sommer-Ausflugs-Gefühl. Dennoch bin ich erleichtert, als Gio mir verrät, dass unser Ziel noch ein Stück weiter ist, und hofft, dort den Ort für uns zu haben.

Natürlich sind die empfohlenen Speisen mit Fleisch von Huhn und Schwein und ich lasse mir nach anfänglichen Zögern außer Gemüse, Yuca und Plátano auch dieses schmecken.

Wir machen uns gesättigt auf den Weg, erst über eine unbefahrene Straße, an einer Schranke und einem Pförtner vorbei, durch ein “Villenviertel” mit gepflegten Vorgärten, am Fußball- und Tennisplatz vorbei in den Wald. Es geht bergauf und wir folgen dem Flusslauf hinauf bis zu einer Stelle, an dem sich das Wasser in einem Becken sammelt, bevor es durch die Felsen hindurch nach unten fließt. Wir begegnen nur wenigen Menschen auf unserem Weg und es ist wirklich super schön. Dicht bewachsen, im Schutz des Schattens plätschert ein kleiner Wasserfall und immer wieder hört man Vögel rufen. Das erste mal tropischerer Wald und einen Hauch Dschungel für mich.

Giovanni & Caroline beim Wandern

Ich springe natürlich direkt ins Wasser, wobei die beiden sich erst noch erholen und verdauen wollen. Auch der Fels des Wasserfalls will bestiegen werden und dahinter tut sich nicht weit ein noch größerer Wasserfall auf. Auf Gios Vorschlag, den er kurz darauf anzweifelt, aber dann ist es zu spät, weil ich bereits angefixt bin, machen wir uns gemeinsam auf die kraxelreiche Expedition zum Wasserfall flussaufwärts. Unsere Sachen verstecken wir in einer Mulde am Ufer.


Eine kleine Rutschpartie

Das Wasser fällt nur wenige Meter, aber es fühlt sich dennoch wie eine brutale Massage auf meinem Rücken und Nacken an. Wir kehren zurück. Ich den Flusslauf, die beiden einen kleinen Wanderweg. Ich erspähe Menschen an unserer Wasserstelle und als ich ankomme, sind sie Weg, aber Gio meint die sahen nicht besonders “chévere” (also cool) aus und ist froh, dass unsere Sachen noch da sind. Ich rutsche die letzten zwei Meter des Felsens hinunter, weil ich den Halt verliere, und falle ins Wasser. Zum Glück sind Elle und Fuss noch geschlossen und nur unter der Haut bilden sich rote Spuren vom Stein.

Wir machen uns auf den Rückweg und spielen Fußball mit einem Ball, den Gio plötzlich aus seinem Rucksack herzaubert. Caroline ist ganz engagiert dabei und wir halten den Ball in der Luft. Auch Caroline ist etwas stolperig dabei und als aus einen Ball auf die Brust bekommt, ist erstmal Schluss mit der Freude und wir gehen lieber nochmal zu einer nahe gelegeneren Stelle am Fluss um uns abzukühlen.

Dann holt uns Gios ältere Schwester ab, die auch Uber-Fahrerin ist. Wir essen gemeinsam erst Pan de Yuca, ein käsiges Gebäck auf Maniok-Mehl und dazu einen puddinghaften Haferdrink. Die Casa de Pan de Yuca sei wohl bei den Caleños ein heiß begehrter Snack.

Danach sind wir immer noch hungrig und gehen gemeinsam noch „richtig“ essen. Es gibt Empanadas und andere frittierte Teigtaschen, deren Namen ich schon wieder vergessen habe. Wir sprechen ganz angeregt über das Elterndasein und den Kinderwunsch, aber auch über Ängste und das Loslassen. Es fühlt sich schon ganz vertraut in der Runde an und ich bin froh in so guter Gesellschaft zu sein.

Am nächsten Tag hab ich die Mission die ansässigen Zirkusmenschen ausfindig zu machen. Rosa hatte mir bereits den „Circo para todos“ herausgesucht. Außerdem finde ich im Internet noch die Casa de Circo. Ich hoffe auf Austausch, Input und einen Einblick in die Zirkusarbeit mit Kindern in Kolumbien. Vorab versuche ich bereits jemanden telefonisch zu erreichen, aber bisher gab es keine Antwort. Also mache ich mich zu Fuß auf den Weg zu den Adressen und schaue einfach mal vorbei.

Die Casa de Circo ist am nächsten gelegen. Dafür gehe ich die Straßen bergauf bis mich ein Pförtner nicht auf das dahinter liegende baustellenartige Gelände lässt. Dort, wo nach GoogleMaps eigentlich mein Weg sein sollte. Er verweist nur auf einen kleinen Pfad der durch das Gebüsch die Felswand zu meiner Linken hinauf gehen soll.

Ich finde ihn und schlage ich über den von Pflanzen bewachsenen Weg hindurch bis zu einer Anhöhe, von der es einen fabelhaften Blick über Cali gibt. Hinter mir die Berge, vor mir erstreckt sich von links nach rechts die Stadt, dahinter erscheinen Wiesen und Felder bis zum bewölkten Horizont.

Es geht weiter und irgendwann wird durch ein dichteres Waldstück den Berg hinauf. Mir ist nicht ganz wohl und ich lausche immer wieder, ob irgendwo ein wildes Tier auf mich wartet, um mich zu vergiften oder zu packen. Am Abend zuvor hab ich mir noch einen Bericht über Jaguare in Kolumbien durchgelesen und irgendwie erwarte ich jetzt hinter jeder Böschung eine hervorspringen. Mit einem Stock in meiner Hand fühle ich mich schon gleich sicherer und marschiere hinauf. Außer ein paar Rebhuhn ähnlichen Vögeln, die sich bei meiner Ankunft warnen, und einem davon hoppelndem Capybara, entdecke ich nur viele Schmetterlinge und andere farbenfrohe Insekten. Dann komme ich aus dem Gestrüpp am Wegesrand einer steilen, dicht bewachsenen Serpentinenstraße heraus. Den Zugang würde ich ohne das Wissen des Ausgangs nie finden.

Die Straße führt mich zur Casa de Circo. Durch das Eingangsgitter kann ich an der Wand befestigte Tafeln zur Entstehung des Ortes erkennen. In der zweite Etage erkenne ich außerdem eine große Halle mit einer offener Seite nach vorne den Berg hinab. Es macht mir allerdings nur ein Arbeiter auf, der meint, der Señor und die Señora seien in der Stadt bei ihren Eltern. Etwa zeitgleich erhalte ich die Nachricht vom Señor, Cristian, dass ich morgen früh vorbei kommen kann.

Also wieder nach unten und eine kleine Essenspause. Dann gönne ich mir ein Uber zum Parque de la Amor, der 8 km in Richtung Norden ist. Dort soll sich das Zelt des Circo para Todos befinden. Am verschlossen Eingangstor vor dem Zelt rührt sich erst nicht. Das Zelt ist groß, aber etwas heruntergekommen. Dann erscheint doch noch José, der dort als Trainer arbeitet. Er erzählt mir enttäuscht, dass seit zwei Jahren kein öffentliches Training mehr stattfinden kann, da das Zelt nicht mehr sicher und auch die Geldgeber nicht mehr aktiv sind. Einst waren hier wohl über 100 Kinder und Jungendliche aus Cali aktiv - welch Verlust!

Wir tauschen Nummern und José erzählt mir noch von einem anderen Zirkusprojekt im Süden Calis (das ist wohl auch der sicherere Teil) sowie in Cartagena und Bogotá. Dann ist schon später Nachmittag und im Park auf der Wiese findet sich ein alleinstehendes Reck. Ich befestige meine Ringe und mache zum Abschluss meines aktiven Tages noch ein kleines Training.

Dann geht es zurück nach Hause. Ich bin ganz platt und koche mir noch etwas. Gio erzählt mir von einem privaten Reservat im Amazonas, wo eine Freundin von ihm einen Freiwilligendienst machte. Ich bin erst Feuer und Flamme und dann etwas desillusioniert, da mindestens sechs Wochen Volontariat gefordert werden. Ich bekomme plötzlich Angst nicht genug im Dschungel sein zu können, um wirklich einzutauchen, Tiere, Pflanzen und Menschen kennenzulernen. Dann passiert ein innerlicher Prozess von Frust über den Rahmen meiner Reise, Zweifeln an meinen Plänen, Mitte März wieder zurück nach Deutschland zu kehren und letztlich eine Besinnung auf meinen Wunsch in Leipzig ein neues Wohn- und Zirkusprojekt zu starten und vor allem, dass nicht alles auf einmal geht und es auch in der Zukunft nochmal die Möglichkeit geben wird für eine intensivere Dschungelerfahrung in den Amazonas zu gehen.

Am nächsten Morgen geht es wieder bergauf. Ich kenne den Weg zur Casa de Circo ja jetzt bereits und mein Stock leistet mir wieder einen guten Dienst als Talisman. Cristian ist ganz freundlich und zeigt mir erst das Haus mit lauter Auszeichnungen und Plakaten. Er war mit Laura, seiner Frau, auch schon in Deutschland für ein Projekt. Hier in Cali lehrt er Jugendliche vornehmlich in Luftakrobatik und Handstand, bietet Künstler:innen einen Ort zum trainieren und begleitet sie in ihrem Prozess für eigene Nummern bis hin zur Premieren, die in der offenen Halle stattfinden kann.

Die Halle in der Casa der Circo

Ich bin ganz inspiriert und merke, wie weit ich davon entfernt bin mich so zu spezialisieren. Es ist klar, dass ich den Maestro vor mir habe und nur lernen kann. Ich bin erst unsicher, was ich praktizieren möchte, weil ich mich selbst so wenig spezialisiert fühle. Ich entscheide mich für Handstand und Strapaten. Das Training geht fast 3 Stunden und irgendwann kommt auch Laura und ihr einjähriges Kind dazu. Es macht richtig Spaß und ist anstrengend und ich merke neben meinem Körper vor allem die Luft nach oben. Der Input ist super hilfreich und ich glaube für den Moment mit den Strapaten für mich nochmal neu ein Gerät zu entdecken, was Kraft, Dynamik und Eleganz verbindet, sodass ich mir vornehme, mich mehr darauf zu konzentrieren.

Wir verabschieden uns ganz herzlich und ich bin jederzeit wieder eingeladen.

Für den Rückweg nach unten nehme ich dieses Mal eine andere Route. Laura war es wichtig, dass ich nicht den gleichen Weg gehe, da sie ihn für zu gefährlich hielt. Mehr der Neugierde auf den neuen Weg, mache ich mich also auf die Suche.

Ein Sprung mit Selbstauslöser :)

Es kommt, wie von Laura beschrieben, eine Pizzeria nach der anderen und irgendwann nehme ich einen Pfad von Straße weg, den Berg hinunter. Auf halben Wege mache ich mir mit schöner Sicht ein kleines Picknick. Dieses Mal realisiere ich erst, dass hinter den Wiesen am Horizont, noch über den Wolken, riesige Berggipfel zu sehen sind. Eine der Cordilleras der Anden.

Dann gehts weiter und der Pfad wird immer dünner, sodass ich mich langsam frage mich, ob es nicht vielleicht nur ein Wildwechsel für Tiere sind. Irgendwann scheint es nirgendwo mehr lang zu gehen, aber die Straße ist nur noch 50 Meter unter mir. Also wage ich mich durch Gestrüpp und erreiche nach kriechen, rutschen und springen einen Bachlauf, der mich zur Straße führt.

Ganz verschwitzt, verdreckt und zerkratzt gelange ich in die Stadt. In einem kleinen Outdoor-Laden, der mir schon am Vortag auffiel, mache ich einen Schnapper und erwerbe einen Drybag, eine Hängematte und eine Mosquitonetz für den Dschungel. Ein bisschen spontaner Kauf, aber ich bin optimistisch davon Gebrauch zu machen. Der Drybag dient mir fortan als treuer Tagesrucksack und ersetzt den Stoffturnbeutel.

Ich schlendere den Nachmittag noch etwas durch die Stadt und lerne an einer Ampel das jonglierende Paar Erica und Jorge kennen. Sie laden mich zum Abend in den Parque de Jovita ein, wo sich wohl in die Zirkusmenschen treffen.

Ich kehre aber erstmal nach Hause zurück und bin ganz platt. Gio und Caroline singen und spielen Gitarre in einem Altersheim, was ich leider verpasse. Sie kommen am frühen Abend schon wieder zurück und wir verabreden uns den späteren Abend gemeinsam zu verbringen. Es ist mein letzter, denn morgen möchte ich nach San Agustín weiter. San Cipriano im Westen, streiche ich doch von meiner Liste, und möchte lieber an wenigen Orten länger bleiben, anstatt noch einen 1-Tagestrip dazwischen zu quetschen.

Da Gio noch bis 21 Uhr unterrichtet, mache ich mich schonmal alleine auf den Weg zum Parque de Jovita.

Der Park ist zur Hälfte unter einer Brücke und geht dann über große Treppenstufen auf eine kleine Anhöhe in eine runden Platz über. Überall tönt es aus kleinen Musikboxen, unter der Brücke wird gedealt, getrunken und gekifft. Dort sitzt auch eine Gruppe, in der ich Erica und Jorge wieder erkenne. Erica ist ganz still und zurückhaltend und mit Jorge gelang ich irgendwie in ein depressives Gespräch über das Alleinsein, seine schwierige Elternsituation und fehlende Freundschaften. Als dann auch noch Jugendliche unter der Brücke anfangen auf ihren Motorrädern Wheelys zu üben, einer auch stürzt und ich mich sorge, dass der nächste gleich in uns hinein rauscht, schlage ich einen Ortswechsel vor.

Ich gehe schonmal vor und fühle mich ganz seltsam beobachtet, wie ich über den Platz schlendere und mir auch einen Ort zum sitzen suche. Eigentlich hatte ich auf der Anhöhe eine Wiese erhofft aber die konsumierenden Gruppen von jungen Menschen sitzen auch nur auf den Steinbänken. Ich habe eigentlich Lust einen Handstand zu machen, aber irgendwie fühlt sich das Fehl am Platz an. Es ist so schon eine geladene Stimmung und ich möchte keine unnötige Aufmerksamkeit auf mich lenken. Erica und Jorge kommen dann auch, aber wir merken alle, dass dieser Ort eigentlich auch nicht entspannter ist.

Also gehen wir zu einem anderen Park. Es sind große Stufen direkt an einer befahrenen Straße und ich fühle mich auch hier nicht wohl und möchte eigentlich auch aus den Gesprächen mit den beiden raus. Endlich kommen Gio und Caroline, die ich hierher gelotst habe. Ein guter Anlass, sich von dem Zirkuspärchen zu verabschieden.

Mit Caroline und Gio verbringe ich noch den restlichen Abend ganz entspannt in einer Bar mit Jazzmusik. Hier ist es ganz friedlich. Wir unterhalten uns über den Narcotraffico, das Kartell in Cali und spielen zum Abschluss noch Stadt, Land, Fluss. Ich bin richtig dankbar die beiden hier kennengelernt zu haben, schätze mich glücklich an so gute Orte in Cali gekommen zu sein und die auch noch mit lieben Menschen teilen zu können. Ich lade sie auf einen Besuch in Leipzig ein und hoffe, dass sich wir uns nochmal sehen.

Sozial ganz genährt, fahre ich am nächsten Tag mit einem Sprinter-Bus in Richtung San Agustin.

Die Fahrt geht auf Berge hinauf, es wird kühler. Die letzten Stunden auf der inzwischen kleinen und unebenen Schotterstraße halten wir in einer Ortschaft, die aus nur wenigen Häusern besteht. Es ist nebelig, una umgibt eine Landschaft bergiger Wiesen und Wälder. Industrie und Infrastruktur scheinen ganz fern. Es ist dunkel als ich an einer Straße wenige Kilometer vor San Agustin herausgelassen werde. Der Busfahrer hält für mich einen vorbeifahrenden Pick-Up an, der mich ins Dorf mitnimmt. Eigentlich wollte ich noch an diesem Abend in die Rainbow-Community. Nala ist der Kontakt, den mir eine Kollegin von der zirkuspädagogischen Ausbildung gegeben hat. Momentan sei sie selbst gar nicht in der Community und auch so seien viele ausgeflogen. Ich bin trotzdem neugierig auf den Ort und hab Lust auf Gemeinschaft. Da die Community einen Dreistündigen Marsch von San Agustin entfernt liegt, entscheide ich mich für ein Hostel im Dorf, um dann am nächsten Tag in die Comunidad Arcoiris mit dem Mototaxi zu fahren. Da es in der Region mit den Bergen, dem Tal des Rio de Magdalena und vielen Wasserfällen nicht nur wunderschöne Natur, sondern in San Augustin und Umgebung die größten archäologische Funde (über 500 Steinstatuten 4000 bis 1000 Jahre alt) längst untergegangener, indigener Kulturen gibt, ist das Dorf San Agustín für ein Dorf super belebt und mit vielen Hostels und Touristen bestückt.

Nach meiner Nacht für 25.000 Pesos, also etwas mehr als 5€ in dem schön gestalteten Bamboo-Hostel, mache ich einen kleinen Einkauf und suche mir einen Motorradfahrer, der die Community kennt und mich für 20.000$ mit nach oben nimmt. Da es erst geregnet hat, ist der Weg nass. Die Straße wird schnell zum breiten Wanderweg und neben dem fehlenden Helm, wünschte ich mir zumindest eine lange Hose. Aber Chuchu navigiert uns sicher durch Unebenheiten und lässt mich am Eingang eines Weges absteigen.

Dann geht es entlang Weiden und Wiesen etwas hinab, durch einen Zaun auf einem Pfad über eine Brücke und nach links dem Berg wieder hinauf. Nach einer halben Stunde fühle ich mich ganz orientierungslos. Ich entdecke einen Reiter in der Ferne bei ein paar Kühen. Ich steuere auf ihn zu und zum Glück weiß er, wohin ich muss. Er geleitet mich zum Eingang des großen Areals der Community. Ich überquere ein lavedes Holztor laufe über eine ganz wild zugewachsene Koppel, auf der mir eines der beiden Pferde jedes Mal hinterherläuft und manchmal frech versucht nach meiner Kleidung zu schnappen. Dann komme ich in den Bereich der voller reicher Pflanzen, wie Bananen, Erdbeeren, Kartoffeln, Grenadillas und vielem mehr kultiviert ist. Ein prachtvoller Garten mit viel Platz zum anlegen neuer Beete. Dazwischen wächst dickes Gras und grünt der ganze Garten. Auf dieser Ebene steht das Haus eines Franzosen, der aber momentan nicht da ist, und Murpheys Haus, der in den letzten zwei Jahren wohl am meisten in den Garten gesteckt hat.

Des Reiters Pferd will da nicht lang 

Bei meiner Ankunft erwarten mich jedoch erstmal vier Hund, Dubernei, der hauptsächlich für die Hunde sorgt und mit dem ich den Großteil meines Aufenthalts in der Community verbringe. Außerdem ist noch Emmerson dabei. Wir kochen gemeinsam und Duber erzählt mir von der Crystal-Community, die hier nach den Werten der Rainbow-Gemeinschaft, also ein Leben ohne Konsum von Alkohol und Fleisch, dafür in Verantwortung und Fürsorge für die Umwelt. Während Emmerson eher stetig einen Porro nach dem anderen dreht, kaut Duber fleißig auf seinen Koka-Blättern herum.

Dubernei im Garten

Wir chillen den ganzen Nachmittag im Garten herum, trinken Kaffee und Tee und ich lasse mir noch Murpheys Haus und die den Hang herunter liegenden Meditationsort und die Schwitzhütte zeigen. Sie befinden sich ganz in der Nähe des kleinen Flusses, der dicht bewachsenen und im Gegensatz zum Areal oben ganz kühl und schattig liegt. Ich darf in der Hütte von Miriam schlafen, die momentan auch nicht da ist. Sie liegt ähnlich wie die Schwitzhütte in einem kleinen Tal, und so ist die eine am Hang gebaute Etage und ganz von Pflanzen umgeben. Es gibt unten einen Tisch mit zwei Bänken und einer Küche. Oben ein kleiner Schrein und eine Matratze mit einem Mosquitonetz. Wände gibt es nicht.

Eine nächtliche Besucherin
Mein Unterschlupf in der Community 

Wir gehen noch zum Tempel, der überdacht ist, eine große Feuerstelle und eine Tischtennisplatte bietet. Die nutzen wir auf gleich. Murphy spielt auch mit. Es gibt noch Bravo, ein Hare-Krishna-Mönch, der im Tempel schläft.

Duber erzählt mir von einem Yajé-Zeremonie, die morgen in Obando stattfindet, also dem Nachbardorf von San Agustín. Zwei Taitas (der wohl angemessenere Begriff Schamane) aus Ecuador kommen und es wird zwei Tage hintereinander Tomas (Einnahmen) des Gebräus aus Ayahuasca und einer anderen Psychedelischen Pflanze geben. Die Teilnahme kostet 50.000 Pesos, also etwas mehr als 10€. Ich hab bereits vor meiner Reise mit dem Gedanken gespielt bei einer Yajé-Zeremonie teilzunehmen. Das Buch über den aktuellen Stand zu Psychedelischen Substanzen, welches ich auch meiner Überfahrt las, hat meine Neugierde auch noch eher gesteigert. Online gibt mehrtägige Retreats zu buchen, die wohl zur Vorbereitung auch Yoga, Meditation, Fasten und eine psychologischen Begleitung umfassen, aber auch einige Hundert Euro kosten. Das andere Extrem wäre wohl in Putomayo, wo wohl die Yajé-Hochburg Kolumbiens ist, das Getränk auf der Straße zu kaufen und für sich selbst zu nehmen. Für ein erstens Herantasten an Yajé finde ich die vor mir liegende Möglichkeit ganz und passabel und so treffe die Entscheidung morgen wieder ins Dorf zu fahren und mich telefonisch anzumelden. Duber hatte mir eine Nummer weitergegeben.

Gesagt, getan. Nach einem morgendlichen Bad im kühlen Fluss, mache ich mich gemeinsam mit Emmerson, der in den Restaurants des Dorfes Gitarre spielen möchte, zu Fuß auf dem Weg nach San Agustín. Im Dorf habe ich wieder Empfang und erreiche Pablo, der die Zeremonie organisiert und die Taitas geladen hat. Es ist noch Platz für mich und so steige ich in einen Pick-Up, der mich und weitere Menschen, die scheinbar das gleiche Ziel haben, durch die Berge nach Obando bringt.

Es ist später Nachmittag, als wir ankommen. Langsam füllt sich der Ort. Umgeben ist das Gelände von Wiesen und Büschen, die Straße ist weit entfernt, sodass sich der Ort geschützt anfühlt. Pablo begrüßt alle ganz herzlich. Er ist wohl Mitte 30 und steckt beschäftigt in den Vorbereitungen. In einer wandlosen Scheune befestigen alle Ankommenden ihre Hängematten an den Querbalken bis zuletzt über 30 an der Zahl im Raum herumbaumeln.

Die offene „Scheune“

Die meisten Menschen sind kolumbianisch, aber auch ein paar Touristen tummeln sich darunter. Es wird sich angeregt ausgetauscht und kennengelernt.

Ich versuche die Waage zu halten und mich immer wieder auszuklinken und mich mental für mich auf die Nacht vorzubereiten. Dafür setze ich mich an die Feuerstelle neben dem Unterstand, wo die Matten hängen, und versuche eine Intention für das Ritual zu formulieren.

Die Zeit vergeht langsam bis um 11 Uhr abends endlich die Taitas angekommen sind und sich alle in der Scheune versammeln. Nach ein paar einleitenden Worten und den Regeln (bei sich bleiben, auf die Wiese und nicht auf die Komposttoilette kotzen, nach einer Stunde darf nachgenommen werden) von Pablo stellen sie sich auch die beiden alten Waisen vor. Sie wollen uns reinigen und im Prozess zu gesunden unterstützen und stehen uns immer zur Verfügung. Sie sind im blauen Kostüm und tragen eine Kette aus Zähnen und Samen. Ansonsten sehen sie recht zeitgenössisch gekleidet aus. Dann stellen sich erst alle Männer in einer Reihe an und bekommen nacheinander ihren Trunk, dann die Frauen. Da es meine erste Zeremonie ist, bekomme ich etwas weniger, in die halbe Kokosnussschale gefüllt. Die Flüssigkeit schmeckt erdig-nussig, leicht bitter und ist mit einem Mal verinnerlicht.

Dann legen sich alle in ihre Hängematten. Es ist still und dunkel. Ich verbringe die nächsten ein bis zwei Stunden mit geschlossenen Augen. Wie bei einer sehr leicht fallenden intensiven Meditation ziehen Bilder, Gedanken, Gefühle vorbei. Es ist viel Schönes dabei. Unterbrochen wird mein innerer Fluss von den ersten sich Übergebenden. Immer wieder kommt dieses Dinosaurier artige Schrei und muss manchmal lachen, manchmal selbst meinen Ekel verarbeiten. Irgendwann wird mir kalt. Das Kältegefühl verwandelt sich in Schüben in ein körperliches Gribbeln. Ich hab den Eindruck es baute sich etwas auf, aber vielleicht müsste ich nochmal nachnehmen ? Zeitgleich habe ich schon seit frühen Abend leichte Bauchschmerzen. Ehe diese nicht verschwinden, werd ich nichts nachnehmen. Ich spiele auch mit dem Gedanken es dabei zu belassen und am nächsten Tag mit einer “vollen” ersten Dosis zu starten.

Aus einem Impuls heraus stehe ich auf und setze mich ans Feuer. Es wurde verflixt kalt. Das Feuer ist schön, aber ich werde plötzlich entsetzlich müde. Da auch der Besuch auf dem Kompostklo mich nicht von den Bauchschmerzen befreit, sitze ich also durchhaltend die nächsten Stunden am Feuer. Zu kalt, um sich hinzulegen, zu müde um noch ein zweites Mal zu nehmen. Der Platz am Feuer füllt sich immer mehr. Auch den anderen wird es zu frisch in der Hängematte. Es wird von den Helfern Gitarre gespielt und gesungen. Die Taitas brabbeln im Hintergrund ihre wohl heiligen Worte fast pausenlos. Manchmal packt mich der Rhythmus des Brabbelns und mein Körper bebt und zittert synchron.

Um 5 Uhr morgens lege ich mich nochmal für zwei Stunden zum dösen in meine Matte. Dann werden alle geweckt und setzen sich auf die aufgestellten Bänke in eine Reihe. Die Taitas beginnen uns nach und nach mit einem Strauß getrocknet Blätter, der mit einem duftenden Wasser beträufelt wurde, und mit einer Hand in meinem Gesicht zu reinigen und zu segnen. Alle Männer sollen dabei Oberkörper frei sein. Dann gibt es Obst. Ich tausche mich mit einigen aus. Auch den anderen erging es ähnlich. Ich bin froh wenigstens nichts gekotzt haben zu müssen. Ich beschließe zurück in die Community zu fahren, wo auch noch die Hälfte meiner Sachen sind. Für mich war es ein gutes Probieren und Austesten der Yajé-Zeremonie. Ich weiß, dass ich mich das nächste mal noch mehr an die empfohlene Diet halten werde, am selbigen Tag noch einen Mittagsschlaf mache und mir ausreichend warme Kleidung mitnehme. Mir wird auch gesagt, dass die ersten Male meistens schrecklich sind und es fast wie Übung braucht. Vielleicht ergibt sich ja nochmal die Möglichkeit während meines Kolumbienaufenthalts. Jetzt am folgenden Tag direkt nochmal an der Zeremonie teilzunehmen, wäre für mich jedenfalls zu erzwungen, auch wenn die meisten noch eine weitere Nacht bleiben. Ich fühle mich ganz übernächtigt und hab das Bedürfnis nach Ruhe und Erholung.

Also zurück nach San Agustín. Ich liege im Gras am Rand des Dorfes im Schatten und genieße die Ruhe. Dann tausche ich mich mit Rosa und Magda telefonisch über meine Erfahrung aus. Emerson kommt zufällig vorbei und wir verabreden uns gemeinsam nach oben zur Community zu fahren.

Es wird dann noch ganz verwirrend und ich warte lange, bevor ich nicht mit Emerson, sondern dem schon in die Jahre gekommenen Orlando aus Bogotá zur Comunidad fahre und mich dort weiter erhole und früh schlafen gehe.

Am nächsten Tag trainiere ich mit Duber an den Ringen. Er ist ganz begeistert und macht mir auch Freude. Dann ackern wir fast den ganzen Tag im Garten herum. Ich fühl mich ganz energetisch. Doch dann steige ich auf das Scharfe Metallblatt eines Gartengeräts und schneide mir recht tief in einen Zeh. Ich ärgere mich und ahne, dass ich für die nächsten Tage eingeschränkt bin. Es blutet erst höllisch und ich hoffe nicht meinen Zeh hier zulassen. Dann kommen alle mit einer anderen Idee, was gut helfen kann und so wird nach einem Paar Spritzern Desinfektionsmittel, Kurkuma, Kaffee, Drachenblut, H2O2 und Aloe Vera angewendet. Es blutet nicht mehr, aber die richtig sauber bekomme ich die Wunde hier auch nicht. Ich schone mich also nicht mehr und hoffe für meine geplante Expedition im Amazonas wieder fit zu sein.

Am Abend kommt Miriam wieder weshalb ich bei Duber im Haus mit schlafe. Ich entscheide mich am nächsten Tag noch hier zu bleiben, um der Wunde einen Tag länger Schonfrist zu geben. Ich kann mich dann mit dem Gewicht auf der Ferse auch wieder langsam fortbewegen und sammle ein paar Erdbeeren für Murphy. Dann kommt Miriam dazu und ich werde in die Geschichte des benachbarten Grundstücks der Community - das alte Land - eingeweiht. Im Gegensatz zu hier - der Tierra Nueva - scheint dort eine schlechte Energie zu herrschen und mir werden obskure Geschichten von schwarzer Magie, sexuellem Missbrauch und verstorbenen Kranken erzählt. Dann geht es noch weiter über die Freimaurer, ihre Pläne und andere Verschwörungstheorien, von denen ich ja ganz ahnungslos bin.

Abends kochen Duber, Miriam und ich noch gemütlich eine Suppe und ich gehe früh schlafen, um am nächsten Tag wieder nach San Agustin zu fahren, um dort in den archäologischen Park zu besuchen. Ich bin neugierig auf die uralten Statuen längst verschollener Kulturen.

Da sich herausstellt, das gerade der Dienstag Ruhetag in der Parkanlage ist, laufe ich stattdessen mit dem norwegischen Mathias aus dem Hostel de Musica y Artes, wo ich nochmal zwei Nächte unterkomme, zu El Purutal und La Chaquira. Die Wanderung zu den Aussichtspunkten und anderen Fundorten der alten Statuen nimmt einige Stunden in Anspruch. Bei der Ankunft wieder im Hostel meldet sich auch mein Zeh wieder. Jetzt erstmal Pause kleiner Zeh!

Am folgenden Tag verbringe ich viel Zeit beim schlendern durch den archäologischen Park, der sich über einige durch kleine im Wald liegende Pfade verbundene Plateaus erstreckt. Die Statuten zeigen Menschen, Taitas mit tierischen Elementen wie Jaguarzähnen oder dem Kopf einer Kröte. Ich male mir aus wie vor tausenden Jahren an diesem Ort Mystische Rituale zur Huldigung der Naturkräfte durchgeführt wurden.

Ein Froschwesen!

Dann telefoniere ich noch mit Rosa. Das Wiedersehen nach drei Monaten steht nun schon bald bevor und ich bin froh, dass wir über meine Reise so gut in Kontakt sein konnten. Auch wenn wir am Telefon manchmal in unterschiedlichen Modi aufeinander treffen, kommt doch auch immer wieder der Moment des Verständnis und der Nähe.

Bevor ich mich jedoch sehr in Phantasien des Zusammenkommens gebe, steht mir noch zwei letzte Abschnitte bevor. Morgen fahre ich nach Neiva und dann weiter in die Tatacoa-Wüste, wo ich zwei Nächte bleibe. Es liegt auf dem Weg nach Bogotá, von wo aus ich am Sonntag nach Leticia Fliege.

Ich hatte zwischenzeitlich noch den Plan gehabt, von San Agustin noch weiter nach Putomayo in den Süden zu fahren und dort mit Booten über die Flüsse durch den Dschungel bis nach Leticia zu fahren. Ich hörte aber, dass das mindestens acht Tage in Anspruch nehmen würde und da ich am 14. wieder in Bogotá sein möchte, um dort mit Rosa den zweiten Teil meiner Kolumbienreise zu beginnen, hab ich Idee doch wieder verworfen. Zu ungewiss, auch wenn mich das Abenteuer natürlich reizte.

Die Reise in die Tatacoa-Wüste geht neben Neiva über das Städtchen Villavieja. Man merkt erstens wie es schon in Neiva deutlich wärmer wurde und und in Villavieja noch trockener. Am Ende geht die Fahrt mit einem TucTuc, das ich mir mit zwei Kolumbianern teile direkt in die Wüste. Dort sind in den letzten Jahren wohl einige Hostels am Hauptweg durch die Trockenheit aufgeplobbt. Dennoch bin ich in meinem Hostel der einzige Gast. Ich befestige meine Hängematte und das Netz an einem Unterschlupf auf und genieße einen Spaziergang durch die menschenleere rote Wüste. Am Abend esse ich im Hostel und gehe um 19 Uhr in eines der Sternwarten, das von einem engagierten Geschichtenerzähler betrieben wird.

Am nächsten Tag schlafe ich aus, mache ein bisschen Sport und leihe mir ein Rad aus um in den 10 km entfernten grauen Teil der Wüste zu fahren. Dort gibt es auch einen Wanderweg durch die Formationen aus trockener Erde. Es ist brutal heiß und ich bin wohl auch der einzige, der freiwillig in der Mittagshitze durch die Wüste stapft. Am Nachmittag bin ich allerdings für ein Telefonat mit meiner zukünftigen WG zur Zimmerauswahl verabredet, weshalb ich dann wieder im Hostel bin.

Ein Selfie im grauen Teil der Wüste 

Den ganzen späten Nachmittag bis zum Abend esse ich ausgiebig und geh auch wieder früh ins Bett. Am nächsten Morgen fahre ich wieder nach Neiva und weiter nach Bogotá, wo ich eine Nacht im Airbnb schlafe, bevor ich dann nach Leticia in den Amazonas Fliege.

Dort erwartet mich Javier, der Freund von Jesus, aus Medellin. Er hat bereit ein Programm für mich ausbaldowert. Wir werden zu einem Freund, der im Urwald eine Hütte hat, wandern und vier Tage unterwegs sein, fischen, scheinbar auch jagen und für meinen Teil mehr Tiere beobachten. Dann möchte er mit mir eine der indigenen Kommunen und andere Orte in der Nähe zeigen. Ich bin richtig dankbar nicht 100€ für einen Tagestrip einer Touristenagentur zu zahlen und bin schon richtig gespannt, was mich erwartet. 


PS: meine Verbindung ist inzwischen so schlecht, dass das Hochladen der Bilder Zu einer Qual wird, sodass ich das eher nachholen werde. :) 

Kolumbien

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