Eine Reise durch Europa - Selbstfindung und Leben abseits der Norm Teil 1
Beginn des Lebens im Wohnmobil und ihre Herausforderungen. Teil 1 meiner Reise bis hinter Bonn.


Veröffentlicht: 23.12.2025











Nun ging es, nach wundervollen Wanderungen durch die Natur - zugegeben, durch den vielen Regen sind die meisten Wege recht matschig, was allerdings weder mich noch meine Fellnase Knut abhält dort zu wandern - weiter in Richtung Koblenz am Rhein. Durch eine frühe Ankunft, dank recht kurzer Fahrzeit, hatte ich das Glück einen Stellplatz am Rhein zu bekommen. Im Sommer ist es hier sicherlich überlaufen, in den Wintermonaten hält es sich offensichtlich in Grenzen. Ich stehe direkt am Deutschen Eck mit Blick auf die Reiterstatue Kaiser Wilhelms und die Festung Ehrenbreitstein, jetziges Kulturzentrum, welche zu fast jeder Jahreszeit kulturell etwas zu bieten hat, auch im Dezember z. B. mit wundervollen Lichtilluminationen.
Nach einem ausführlichen Morgenspaziergang am Rhein setze ich meine Fahrt über die Grenze nach Frankreich fort. Zu meinem Erstaunen gab es dort keine "Grenze" im eigentlichen Sinne. Auf einem Schild wurde lediglich mitgeteilt, dass ich mich nun in Frankreich befinde. Das hatte ich, zu meinem Erstaunen, so nicht erwartet. Ich hatte mit Kontrollen gerechnet, insbesondere in Bezug auf meinen Hund. Das französische Hundegesetz leuchtet mir nicht so ganz ein und ich war besorgt deswegen. Alles umsonst. Das ist nun schon das 2. mal, dass ich mir viel zu viele Gedanken gemacht habe.
Bislang verlief die Fahrt ohne besondere Zwischenfälle. Da allerdings mein Wohnmobil nach heutigen Maßstäben deutlich untermotorisiert ist, wurden die Fahrten hoch in die Berge zu einer Nervenprobe, da ich auf der Autobahn zum Teil mit ganzen 70 km/h Höchstgeschwindigkeit bei Vollgas unterwegs war. Da komme ich nun schon mal ins Grübeln, ob das so wohl alles richtig ist? - Nun, andererseits, es war früher nun einmal so, basta. Also nehme ich seine Geschwindigkeit so an und gut ist es. Ach, das entspannt das Ganze ungemein. Schließlich drängelt niemand, keiner hupt oder macht in irgendeiner Art und Weise faxen. Also alle Bedenken diesbezüglich umsonst gewesen. Wie schön......denke ich mir.
Nun, dass sollte sich auf Frankreichs Landstraßen schlagartig ändern. Ich hatte angenommen, dass die Franzosen im allgemeinen recht entspannte Autofahrer sind, so wie es bei Ankunft im Land schien. Weit gefehlt! Die vielen Kreuze mit Blumen geschmückt am Wegesrand zeugen eindeutig von einer nicht gerade vorsichtigen Fahrweise.
Ich hatte gehört, dass die Franzosen Kreisverkehre lieben. Das entspricht absolut der Wahrheit. Ebenso Zebrastreifen mit Ankündigung der Anzahl am Ortseingang. Dazu gibt es ganz wundervolle Verkehrsberuhigungen - das ist absolut sarkastisch gemeint. Diese Dinger ärgern mein Wohnmobil und mich tatsächlich sehr. Selbst im kleinsten Bergdorf gibt es diese unmöglichen Dinger - dazu oft auch noch direkt vor einer Steigung, vor welcher man nun komplett ausgebremst wird. Wie komme ich nun den Berg hinauf? Ich verrate es euch: im 1. Gang mit 20 km/h Höchstgeschwindigkeit. Nun einmal wieder zweifele ich an meinem Wohnmobil bzw der Motorisierung - jedoch: ändern kann ich es nicht. Also nehme ich auch ein Bergauffahren mit 20 km/h an. Das entspannt mich etwas.
Nach einigen Zwischenstops und längeren Pausen, inklusive Spaziergängen mit Knut, erreiche ich meinen ersten Stop in Frankreich. Point Bleu Camping Car. Dort bin ich mit meinem Reisebuddy verabredet, welchen ich bisher nur aus dem Netz kenne inklusive einiger Telefonate, in welchen sich allerdings schon herauskristallisierte, dass wir sehr unterschiedliche Auffassungen zum Thema Reisen haben.
Soviel sei hier gesagt, für die einen ist eine Reise ausschließlich der Weg zu einem bestimmten Ziel.
Für mich jedoch ist die Reise der Weg, auf welchem ich die wunderschöne Natur entdecke, mit anderen Menschen in Kontakt komme und mich austauschen kann.
