Raipur (Indien)
Raipur (Indien)
vakantio.de/raipur-indien

Wir sehen wilde Indische Wölfe und das viele Essen steigt mir zu Kopfe, denn wir sind Cricket-VIPs - Woche 3

Veröffentlicht: 29.01.2026

Fahrt
Nava Raipur → Schule in Nava Raipur
Nava Raipur, India
Flug
RPR → DEL
null · Economy
Unterkunft
Zuhause in Nava Raipur
Hotel · Nava Raipur
Essen
Restaurant in Nava Raipur
$$ · Abendessen
Tour
Cricket-Länderspiel Indien gegen Neuseeland
Show · 3h 30m
Tour
Food Festival
Festival · 1h
Attraktion
Wasserfall
Nava Raipur, India

Woche 3: 19.-25. Januar


Montag, 19. Januar:

Unsere neue Woche begann damit, dass wir sie um 6:30 Uhr morgens starteten. An der Stelle könnte man vermuten, die Frühschicht auf der Arbeit, wo ich 4:20 Uhr aufgestanden bin, hat mich trainiert, aber die kurze Antwort hierzu ist: nein. 6:30 Uhr ist mir also viel zu früh und Tina sieht das ähnlich. Flink wurde sich für den Tag herausgeputzt und fertig gemacht, bevor wir die anderen im Auto trafen. Wohin wir fahren würden, erfuhren wir erst im Auto (ist hier eigentlich Standard, dass wir kaum eigene Pläne schmieden müssen). Auf dem Weg dahin frühstückten wir in einem Restaurant, aber für mich war es einfach zu viel, sodass ich ein Viertel meines Chapatis nicht schaffte. Auch die anderen hatten bereits mit ihrem Essen zu tun, weshalb eine arme verletzte streunende Hündin, welche humpelte, meinen Rest bekam. So war es mir auch wirklich lieb, weil einerseits ist das natürlich kein richtiges Hundefutter, aber andererseits ernähren sich die Tiere vorwiegend von dem, was sie finden können, falls sie überhaupt was finden. Möglicherweise war der Rest meines Frühstücks sogar das einzige Futter, was die Hündin an jenem Tag hatte, da es einfach sehr viele freilaufende Tiere in Indien gibt, die alle hungrig sind. Frisch gestärkt ging es für uns dann in den Nationalpark "Kanger Valley", wo es auf der Fahrt unglaublich viele Affen zu sehen gab (es macht mir, wie gesagt, so viel Spaß, Tiere in freier Wildbahn zu beobachten). Auf unserem Tagesprogramm standen dann einige außergewöhnliche Wasserfälle. Die waren teils riesig und total beeindruckend! Die Stadt Jagdalpur ist dafür bekannt, dass man mit Stämmen in Kontakt kommt und so war es auch, denn abgesehen von Affen und Kühen, trafen wir außerdem sehr nette Menschen, die sich (mal wieder) Fotos mit uns wünschten. Zusätzlich machten wir eine kurze Bootsfahrt auf einem Bambusfloß, wobei wir alle mal einen Moment abschalten konnten, weil in jenem Augenblick tatsächlich mal niemand anderes da war, sodass es einfach sehr ruhig und friedlich war. Bei einer Safari wurden wir zu einem weiteren Wasserfall gebracht, bevor es für uns in eine Tropfsteinhöhle ging, welche auch wieder außerordentlich überwältigend gewesen ist. Dort sahen wir nicht nur Stalaktiten und Stalagmiten, sondern auch Blindfische (also unsere Spiegelbilder) sowie Fledermäuse. Vor Ort gab es die Möglichkeit, eine Delikatesse der Stämme zu probieren. Dabei handelt es sich um ein Chutney, das aus roten Feuerameisen besteht und dementsprechend auch sehr scharf sein soll. An der Stelle kann ich nur wiedergeben, was man mir erzählt hat, denn ich probiere viel, aber ich muss auch nicht alles testen. Nach einer kleinen Spende zeigten uns Mitarbeitende des Nationalparks anschließend noch einheimische Tänze und Musik, was auch wirklich aufschlussreich war. Anschließend traten wir gegen Nachmittag den Rückweg an. Dort passierte eine wilde Sache, von der wir leicht traumatisiert worden sind, denn man brachte uns zu einem Hof, wo schwarze Hühner leben. Diese sind wohl wirklich selten und haben viel Eisen in sich. Wir lernten also jene Hühner kennen und plötzlich entschied sich Dharmendra, mit den Menschen abzusprechen, dass wir eines kaufen könnten. Dieser Sachverhalt wurde uns erst bewusst, als jemand versuchte, besagtes Huhn zu fangen. Und der Rest ist Geschichte. (Wir konnten das Huhn nicht anrühren und hatten vegetarische Abendessen, auch wenn man dann natürlich weiß, woher das Fleisch kommt. Ich pflege immer zu sagen, dass wir mit jenem Huhn befreundet waren und man isst ja auch seine Freunde nicht.) Der Abend endete mit einer Dusche, etwas Percy Jackson Staffel 1, ein bisschen Lektüre und dann ging es ins Bett.🦇


Dienstag, 20. Januar:

An diesem Tag war es uns vergönnt, erst eine Stunde später aufstehen zu müssen als am Vortag. Der Morgen begann mit einem Affen auf der Wiese vor dem Fenster, was mir persönlich recht viel Freude bereitete. Alle Sachen wurden gepackt und dann machte sich unsere Gruppe auf den Weg zurück nach Raipur. Man kündigte uns 1-3 Zwischenstopps an, aber ihr ahnt es: dabei sollte es nicht bleiben. Zuerst hielten wir zum Frühstücken, danach schauten wir uns einen Palast und einen Tempel an. Es folgte ein Halt in einem lokalen Kunstshop, wozu ich sagen möchte, dass alles sehr schön aussah, wir aber mit unserem Kofferplatz wirtschaften müssen. Außerdem gefallen mir zwar die Darstellungen der hinduistischen Gottheiten, aber ich kann mir einerseits deren Transport nach Deutschland nicht leisten und anderseits fehlt dann ja auch irgendwo der Bezug zu den Skulpturen und ihren Bedeutungen (also für mich atheistische Maus). Der nächste Stopp war bei einer Drachenfruchtfarm und dann kam noch ein lokaler Shop. Irgendwann fuhren wir mal länger am Stück (entschuldigt die Ungenauigkeit, aber das wird ja auch keinen wirklich interessieren), bis wir für den Nachmittags-Chai hielten und einen Milchreis-ähnlichen Snack (Fachbegriff: Kheer) zu uns nahmen. Als wir anschließend wieder ins Auto stiegen, war es bereits gegen 17 Uhr und wir hatten noch ein Stückchen vor uns. Aber wir sahen zwei Indische Wölfe in freier Wildbahn, wie cool ist das bitte? Mittlerweile wurde das Verlangen danach, endlich anzukommen (erinnert euch bitte, wann wir an jenem Tag gestartet sind), so groß, dass ich zu den harten Methoden der Zeitüberbrückung greifen musste. Genau, zu meinen gedownloadeten Folgen von Grey's Anatomy. Davon schaute ich drei an der Zahl, bis wir endlich wieder in Raipur waren, wo Tina und ich nach dem Abendessen direkt ins Bett gewandert sind. Für das lange Wochenende sind wir sehr dankbar und es gab so viel zu erleben, aber gleichzeitig ist es manchmal eben etwas anstrengend und vor allem für mich, der ihre Me-Time heilig ist, ist es manchmal hart, wenn ich 24/7 unter Menschen sein muss, was nicht heißt, dass ich die Gebenheiten nicht akzeptieren und annehmen möchte.🚗


Mittwoch, 21. Januar:

Wie die pflichtbewussten Lohnarbeitsmäuse, die wir sind, öffneten wir unsere Augen pünktlich um 7 Uhr und fuhren an jenem Tag zur Schule in Nava Raipur (die - aktuell noch - kleinere), wo wir Frühstück bekamen (ich möchte hier kurz einschieben, dass ich die ganze Woche über bereits Probleme mit der Verdauung hatte und mein Bäuchlein immer runder wurde - Details möchte ich euch ersparen, aber das wird am Sonntag noch wichtig -). Nun wurde es langsam ernst, denn man trennte uns. Dementsprechend kann ich nur von meinem Tag berichten, bis es beim Mittagessen zum großen Wiedersehen mit Tina kam. Ich begleitete den Tag über eine 1. Klasse, welche sechs Stunden am Stück von ihrer Klassenleiterin unterrichtet wurde, die zusätzlich "Mother Teacher" ist. Das bedeutet, sie hat alle Sprachstunden (Englisch und Hindi) in ihrer Klasse sowie Environmental Science (EVS), was man ungefähr mit unserem Sachunterricht gleichsetzen kann. Ich erlebte also zwei Englischstunden, zwei Hindistunden sowie zweimal EVS. An der Stelle interessiert es euch sicherlich, inwiefern sich der Schulalltag an der DPS und der Unterricht von dem in Deutschland unterscheiden und das möchte ich euch nicht vorenthalten. Gleichzeitig soll der Blogbeitrag der Woche nicht zu lang werden, sodass ich gern einen separaten Beitrag zum Thema "Schulsystem und Unterricht" verfassen möchte. Nächste Woche sind wir das letzte Mal (soweit wir wissen) in Nava Raipur und danach bietet es sich an, einen zusammenfassenden Text zu schreiben. Habt also bitte noch etwas Geduld! Dann können den Beitrag nämlich auch nur diejenigen lesen, die es tatsächlich interessiert.☺️ Um 13:15 Uhr gab es dann Mittagessen für Tina und mich (übrigens findet jede Mahlzeit mit einer anderen Lehrkraft statt, also werden wir aktuell zu den Meisterinnen des Kontakteknüpfens), bevor es mit dem Schulbus (Nummer 110) nach Hause ging. Es folgte ein wohlverdienter Mittagsschlaf und anschließend verabschiedeten wir uns von Barbara und Dharmendra, die am Abend einen Flug in Richtung Delhi nehmen würden, um seine Familie am nächsten Tag in Agra beim Taj Mahal treffen zu können. Ansonsten ist nichts weiter Spannendes passiert.📚


Donnerstag, 22. Januar:

Doch keine Sorge, das war ja erst die Hälfte der Woche und für meinen Geschmack ist schon wirklich viel geschehen. Am Donnerstag stand an der älteren Schule der Sporttag der 1. und 2. Klassen an. Während unsere Sportfeste daraus bestehen, dass die Kinder den ganzen Tag in Wettkämpfen gegeneinander antreten, ist der Sporttag an der Delhi Public School definitiv etwas festlicher. Die 3. bis 5. Klassen haben nämlich ein kulturelles Programm mit vielen Tänzen organisiert und aufgeführt, nachdem Raghunath als Schulleiter eine Rede gehalten hat und wir, zusammen mit anderen Ehrengästen, namentlich erwähnt worden sind. Außerdem gab es einen Chor sowie Cheerleader und die Schulflagge wurde gehisst. Des Weiteren ließ man eine Taube fliegen, aber ich habe leider vergessen, wofür dies symbolisch stehen sollte. Erst danach gab es ein paar sportliche Ereignisse wie Sprints, wovon Tina sogar den 100-Meter-Sprint der Lehrkräfte gewonnen hat. Nach diesem aufregenden Tag folgte, ihr ahnt es sicher schon, ein Mittagsschlaf zuhause. Dann gab es Chai, bevor wir in die Mall gingen, um uns Sportschuhe zu suchen, da wir Yashoda und Raghunath gern ins Fitnessstudio begleiten wollen. Leider sind wir dahingehend nicht fündig geworden. Soweit zum Donnerstag.🥇


Freitag, 23. Januar:

Ein weiterer Sporttag an der DPS und dieses Mal waren die 3.-5. Klassen dran. Leider haben wir den Großteil des kulturellen Programmes der 1. und 2. Klasse verpasst, denn an diesem Tag war außerdem eine kleine Zeremonie für den Frühlingsanfang angesetzt. Dafür wurde die Göttin der Bildung angebetet und wir durften jener Zeremonie beiwohnen (siehe Foto). Da sich dies jedoch über eine Stunde zog, verpassten wir also einen Teil des kulturellen Programmes. Dementsprechend sahen wir vor allem den sportlichen Teil der Veranstaltung und übergaben die Medaillen an die Gewinner*innen, worüber sich die Kinder natürlich riesig freuten. Anschließend hatten wir einen morgendlichen Snack (es gibt täglich sehr viel Essen, man muss wirklich aufpassen, dass man sich nicht überfrisst - das sagt euch Eileen aus der Zukunft, die das hier eine halbe Woche zu spät schreibt und es deshalb auch besser weiß) und dann gingen wir die Schulpferde füttern, was sehr viel Spaß gemacht hat. Nach einem kleinen Spaziergang über das Schulgelände sowie dem Mittagessen ging es nach Hause und- erwischt! Natürlich dachtet ihr, es hätte einen Mittagsschlaf gegeben, aber nicht an jenem Tag, denn für uns ging es zum Cricket-Länderspiel gegen Neuseeland in der VIP Gold Lounge!!! Ihr habt richtig gehört! Raghunath hat uns durch Kontakte Karten besorgt und dann hatten wir einen richtig tollen Abend. Es gab sogar "kostenlose" Nahrung vor Ort und jeweils ein Eis, juhu! Die Stimmung war großartig, das Spiel ging knapp 3,5 Stunden und Indien hat gewonnen, was uns sehr froh gemacht hat. Das war ein richtig cooles Erlebnis! Wir hatten riesigen Spaß!🇮🇳


Samstag, 24. Januar:

Den halben Schultag haben wir in Nava Raipur verbracht. Dort bekamen wir Früchte zum Frühstück, da die Kinder der Sekundarstufe extra für uns ein Food Festival für mittags geplant hatten. Doch zuerst bekamen wir eine kleine Zeremonie für den Republik-Tag zu sehen, der zwar erst am Montag sein würde, aber in dieser Schule war geplant, dass die Kinder an jenem Feiertag zuhause bleiben dürften. Auch hier wurde wieder gesungen und performt. Anschließend gab es einen kleinen Tanzwettbewerb mit den Gewinner*innen der Vorrunde. Wir bekamen verschiedene Tänze aus unterschiedlichen Regionen zu sehen und die Kinder trugen dabei wunderschöne Outfits. Teilweise hatten sie sogar zusätzliche Requisiten mitgebracht. Es macht immer großen Spaß, die Kinder in ihrem Element zu sehen und sie lieben es, etwas vorzuführen. Das Food Festival beinhaltete 18 Stände mit unterschiedlichem Essen aus verschiedenen Regionen Indiens und das waren nur 10% der Essenskultur des Landes. Überall probierten wir kleine Portionen, damit wir alles schafften und trotzdem waren wir danach randvoll. Bei allem, was die Schüler*innen machen, geben sie sich riesige Mühe. Wir waren sehr dankbar und haben anschließend an der Tür gestanden, um jedem Kind einzeln zu danken. Leider hatten wir nur eine ganze Stunde Zeit für alles, was definitiv zu kurz war, aber natürlich müssen die Kinder am Wochenende auch mal nach Hause in die Freiheit entlassen werden. Allerdings bekam ich das Gefühl, dass wir überwiegend nehmen und den Klassen wenig geben können, weswegen wir die Schulleitung darüber informierten, dass wir in der kommenden Woche gern mehr mit den Kindern interagieren wollen, um etwas zurückgeben zu können. Voll gefuttert gab es zuhause einen Mittagsschlaf, bevor es abends mit ein paar Lehrkräften und Yashoda in einen Tempel ging. Dort schauten wir uns an, wie eine Gebetszeremonie normalerweise abläuft und was für Essen für alle Menschen, die es brauchen, zubereitet wird. Anschließend waren wir noch im Restaurant und obwohl es mir gut schmeckte, sollte das für meinen Körper der Gnadenstoß sein (ich dachte schon, ich müsste platzen).💃🏾


Sonntag, 25. Januar:

Diesen Tag verbrachte ich mit Bauchschmerzen im Bett und fühlte mich hundelend. Mein Körper rächte sich für all das Essen, was ich ihm die letzte Woche über eingelöst hatte und ich denke, mehr muss ich dazu nicht sagen. Das war kein schöner Tag, aber es wurde sich gut um mich gekümmert.🫩


➡️ Wie Tina und ich zu sagen pflegen (seit wir 2025 in Algarrobo-Costa waren): Soll reichen. Bis nächste Woche!


Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
7 Tage
Wetter
Winter
Begleitung
Mit Freunden (2)
KulturellKulinarischAbenteuerlich
  • Schulbesuch in Nava Raipur
  • Cricket-Länderspiel in der VIP Gold Lounge
  • Food Festival mit 18 Ständen
  • Tempelbesuch mit Gebetszeremonie
  • Besuch an einem Wasserfall
StadtEssenKulturTransitAbenteuer
Antworten (2)

Opavor 3 Monaten
Sehr gut außer deine Bauchschmerzen LG Opa und Oma

Anikavor 3 Monaten
Ich fühlte mich während des Lesens sehr unterhalten *kicher kicher*

Indien
Reiseberichte Indien

Mehr aus dem Reiseblog Raipur (Indien)