Penny-Family on Tour
Als Familie unterwegs, ein bißchen mehr als vier Monate, immer der Nase nach, oder dahin wo es einen Weg gibt.

28.-29. September 2020: Thessaloniki (Griechenland)

Schon am Montag fahren wir weiter nach Norden, um nah an der bulgarischen Grenze noch einige Tage am Kerkini-See zu verbringen. Die Route führt an Thessaloniki vorbei und wir entscheiden zumindest für eine Mittagspause dort anzuhalten, weil so viele von dieser Stadt schwärmen.

Im Vergleich zu Athen erscheinen uns beim ersten Durchfahren die Häuser höher, der Verkehr noch wilder und wir sind etwas überfordert vom Trubel dieser Großstadt. Umso erleichterter sind wir, als direkt im Zentrum vor uns eine Parklücke frei wird. So können wir die paar Meter zur Promenade laufen und erfreuen uns beim Mittagessen am Blick auf das Mittelmeer. Zur Verdauung schlendern wir am weißen Turm vorbei, kehren noch auf einen Kaffee ein, haben dann aber doch schnell genug vom Stadtleben und wollen weiter zum Nationalpark.

Zurück an der Stelle wo wir geparkt haben, war zwar das Auto noch da - aber die Kennzeichen sind verschwunden! Vorne und hinten - einfach weg. Der Schreck ist groß - ohne Kennzeichen keine Weiterfahrt und wahrscheinlich jede Menge Ärger!

Was nun folgt erinnert uns an Kafkas Prozess oder für die jüngeren an Asterix in Rom: Von der einen Polizeistation mit maulenden Kindern durch die hektische Stadt zur anderen zuständigen, bei der eine wirklich nette Beamtin nach diversen Telefonaten mit anderen Polizeieinheiten herausfand, dass die Kennzeichen nicht gestohlen, sondern von einer weiteren Polizei (Municipal Police) abmontiert wurden, da wir illegal geparkt haben. Ob und wie wir sie wiederbekämen, wusste sie nicht - sie schlug vor, wir sollten bei den Beamten ganz schuldbewusst betteln, vielleicht hätten wir dann eine Chance.

Inzwischen ist es nach 18:00 Uhr und die Municipal Police scheint doch freundlicher als gedacht: Wir müssen nur zur Post, dort Geld bezahlen und mit der Quittung zurück ins Rathaus, um dort die Kennzeichen zurückzubekommen. Also schnell zur einzigen Postfiliale, die bis 20:00 auf hat, damit wir noch aus dieser Stadt wegkommen - doch umsonst: Es ist der 28. September: Ochi-Tag, ein Nationalfeiertag, an dem zwar alle Läden, aber nicht die Post geöffnet hat.

So bleiben wir unfreiwillig doch eine Nacht in Thessaloniki - fix und fertig, aber zumindest erleichtert, dass die Schilder nicht gestohlen sind! Am nächsten Vormittag braucht es dann nochmal einige Kilometer quer durch die Stadt zu zwei verschiedenen Postämtern und der Municipal Police im Rathaus, bei denen jeweils von unterschiedlichen Post- und Polizeiangestellten diverse Passierschein Y, Z und A38 ausgefüllt und autorisiert werden müssen.

Doch am Ende gibt es ein Happy End, wir bekommen die Schilder zurück, können raus aus der Stadt und sind back on the road.

#thessaloniki#falschparken
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