One Way Ticket To Canada
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Blau, blau, blau sind alle meine Kleider

Veröffentlicht: 07.01.2019

...blau, blau, blau ist alles was ich seh: 

Morraine Lake

Eigentlichwollte ich zu Weihnachten,schön gemütlich über meine freien Tage,einen neuen Blogeintrag schreiben. Leider bin ich direkt am 24.wunderbar krank geworden und habe deshalb gar nichts geschrieben.Nun, hier: Nachträglich allen Frohe Weihnachten und ein schönesNeues Jahr.

Ichhatte ein ansonsten sehr schönes Weihnachtsfest mit Terry's Familieund freue mich sehr über meine Geschenke: Bücher :), eine Luftpumpeund Tee, der mir bei gegen meine Erkältung sehr geholfen hat.

Wieversprochen kommen in diesem Blogeintrag die Seen in allen blau-grünTönen, die es so gibt. Eines der wichtigen Ziele laut unserem LonelyPlanet Reiseführer war Lake Louise. Lake Louise ist nicht nurirgendein See, sondern ein besonders fotogener See, den alle se(e)henwollen und man deshalb nie einen Parkplatz bekommt. Nach der drittenRunde, nicht um den Parkplatz, sondern um das Gebiet wo der See ist,drumherum wurde uns immer noch von den Parkplatz-Wächtern gesagt,dass es keine freien Parkplätze gibt, habe wir aufgegeben. Wir sinddann mit einem zum Touribus umfunktionierten Schulbus zum Lake Louisegefahren und es war tatsächlich wesentlich entspannter, also wennman die 1000 Touristen nicht beachtet hat..

Touris..Yeah. Der Typ ganz rechts war auch Deutscher :D
Schnee!! Im September!
DenSee an sich fand ich leider etwas unspektakulär, was daran liegenkönnte, dass alle Seen in Kanada eine schöne Farbe haben. Ich bin einfach zu verwöhnt was die Seen angeht, aber es kann auch amWetter gelegen haben und der Tatsache, dass mir in der kleinen Hütteauf dem Berg, zu der wir gewandert sind, mein Schal geklaut wurde. Eshat also gegossen, es hat geschneit! Als wir oben angekommen warenund dann hat mir auch noch irgendein fieser Tourist meinen Schalgeklaut...

Naja,immerhin, sah der See von oben, sehr viel spannender aus, denn dieFarbe sah komplett anders aus und erinnerte eher an einChemieexperiment, als einen Tourismusmagnet in den kanadischenRockies:

Gleicher See, nur von oben

Direktin Lake Louise, was gefühlt aus 3 Hotels und 5 Touristenläden bestand, war natürlich kein Platz mehr aufdem riesigen Campingplatz frei, weshalb wir dann notdürftig aufeinen etwas abgelegeneren Platz fahren mussten. Es gab immerhineinen Unterstand zum kochen und wir haben nah an den Toilettengeparkt, damit wir nachts nicht so weit laufen mussten, denn man muss ja immer Angst haben, dass ein Bär aus dem Gebüsch hüpft.

Nebel und Unterstand

Nach unserem Abenteuerzum Lake Louise habe ich um eine Dusche gebeten und wir sind zumeinzigen Hostel in Lake Louise gefahren. Wenn man dort nicht als Gastübernachtet, kann man als trauriger Camper für 5$ einmal duschenoder auch zweimal hintereinander..

Das YHA Hostel

Wennman allerdings fragt, ob man mal Wäsche waschen darf, wird einem nurder Waschmaschinenraum gezeigt und es wird nicht kontrolliert, ob mannicht vielleicht auch duschen geht. Das nächste Mal waren wir alsoim Hostel Wäsche gewaschen und geduscht, ohne 5$ zu zahlen. Trotzdemist eine heiße Dusche nach einem kalten, regnerischen Tag für 5$immer noch besser als gar keine Dusche.

Danachsind wir noch zum Morraine Lake gefahren (Jaja, ich weiß, wir hättenuns ja auch einfach was anderes anschauen können :D) und haben unsnoch einen schönen See angeschaut. Diesmal aber wirklich Wahnsinn,denn das Panorama im Hintergrund mit den verschneiten Bergen und denWolken ließ alles sehr mystisch aussehen, weshalb ich dann auch dieIdee für dieses Foto hatte:

Esgab so viele Posing Fotos, dass ich mich wirklich gefragt habe, wasdie Leute mit diesen ganzen Fotos machen: „Hier ich vor dem See,hier ich vor dem Berg, hier ich mit meinem Essen..“ Manche derBilder hab ich tatsächlich nur als Gedankenstütze gemacht, damitich jetzt weiß, was ich schreiben muss, da alles schon etwas längerher ist und ich mir das Datum vom Foto angucken kann, damit ich euchkeinen Mist erzähle. Aber ja, auch ich habe Fotos mit mir und Bergenund Seen. Manche sind auch ganz ok:

Undweil auch der Morraine Lake noch nicht genug war, haben wir unsdanach noch den Emerald Lake angeschaut. Dann war aber auch wirklichgut und wir haben für eine Weile erstmal keine blauen Seen mehrgesehen.



Dannwaren wir allerdings etwas ratlos. Lea wollte unbedingt den IcefieldParkway entlangfahren. Das war DAS was sie unbedingt in Kanada sehenwollte und wofür sie eigentlich hierher geflogen war. Der IcefieldParkway ist eine über 200km lange Straße die von Banff nach Jasperführt. Und das Ziel dabei ist nicht nach Jasper zu kommen, sondernsich die überwältigende Berglandschaft links und rechts anzuschauen, ganz viele Gletscher und natürlich auch ein paar Seen zu sehn.Allerdings wollte sie die Tour NUR bei Sonnenschein machen, sonstsieht man halt keine Berge. Wir hatten also die letzten beiden Tagedarauf gewartet, dass sich das Wetter ändert, was leider nichtpassiert war. Es war noch immer bewölkt und regnerisch und man sahfast nichts. Also mussten wir einen neuen Plan schmieden, denneigentlich wollten wir von Banff nach Jasper und so weitnördlich wie wir es schaffen und dann zurückfahren in den Südennach Vancouver, wo unsere gemeinsame Reise am 1. Oktober enden sollte (es war der 13.9).

voll doof! so viel regen. 

Ichhatte aber vom Regenwald im Great Bear Rainforest, an der WestküsteBritisch-Columbias, gelesen und wollte unbedingt dorthin, wenn auchnur für kurze Zeit. Also sind wir von Banff einmal quer durch dieLandschaft nach Bella Coola gefahren. Wer sich jetzt denkt: Naja,Banff liegt ja an der Grenze von Alberta und Britisch-Columbia, dannkanns ja bis nach Bella Coola an der Küste nicht so weitsein...äh...doch! Reine Fahrtzeit gibt Google Maps mit 16Std 30 minan!!!

Zum Vergleich: Das ist in etwa als würde man mit dem Auto vonBerlin nach Barcelona fahren. 

Das haben wir dann eben gemacht! Wirhaben dazwischen einmal auf dem Walmart Parkplatz in Kamloopsübernachtet und sind dann bei Riske Creek angekommen und haben beieiner Lodge im Hinterhof übernachtet. 

Dieses komische Gebilde ist ein normales flaches Blockhaus mit einem Stück Kirche obendrauf. Keine Ahnung warum..

Klo 

Der Besitzer war sehrfreundlich und wir hatten auch einen schönen Abend dort, denn wirkamen abends mit Sonnenschein an, es gab eine heiße Dusche und kaumMenschen. Wir waren auch die einzigen mit Zelt. Am nächsten Morgenstellte ich dann fest, dass das Zelt von innen glitzert. Frost! Nichtso cool. Und das war dann der Blick nach draußen:

Schnee ( Ich wollte an dieser Stelle eigentlich ein Foto einfügen, aber mir ist wieder eingefallen, dass es ZU kalt war um irgendwas zu machen...) 

Wirdurften dann mit unserem Essen in der Lodge frühstücken und musstennicht draußen im Schnee essen oder eben im Auto, wie sonst beischlechtem Wetter.

Der Besitzer hat uns dann von 2 Schwarzbären erzählt, die dort in der Gegend wohnen. Der Eine Bär isst hauptsächlich Beeren und hält sich ansonsten fern von Häusern und Menschen und der andere Bär läuft gern auf Kuhwiesen und ärgert die Kühe :D

Zu unserer  Überraschung sind wir letzterem auf unserer Rückfahrt begnet und ich ziehe dieses Ereignis an dieser Stelle mal vor, weil es so lustig war:

Da schaut er uns an 

Und hier läuft er Richtung Kühe. wir haben dann nur noch ganz viel aufregetes Muhen gehört und Kühe in alle möglichen Richtungen laufen sehen :D (Es ist keine Kuh zu Schaden gekommen)


Wirsind dann weitergefahren Richtung Bella Coola und an jedem Stop undjeder Touristeninformation erzählte man uns, wie schlimm und steilund überhaupt schrecklich die Straße nach Bella Coola runter ist.Also nicht, dass es besonders viele Stops gab, wir haben kaumTouristen oder überhaupt Leute zwischen Riske Creek und BellaCoola gesehen. 


Diese schlimme steile Straße ist eine 43km nichtgepflasterte „dirtroad“ die eine Steigung von bis zu 18% aneinigen Stellen hat. Wenn man aber ein gutes Auto mit Allradantriebhat und eine gute Fahrerin, ist das alles nicht so schlimm. DieLocals nennen die Straße ins Tal nach Bella Coola nur „ the Hill“und es soll sogar T-shirts geben mit „I survived the hill“...

Das Schild mit "Freedom Road" ist leider etwas zugewachsen, aber es existiert!

Naja,ich fand die Geschichte, die die Straße hat, sehr viel interessanter.Die Straße wird auch „The Freedom Road“ genannt, denn vor 1950gab es keine Straße die Bella Coola mit dem Inland oder dem nächstenDorf Anahim Lake verbunden hat. Alles Lebensmittel und sonstige Gütermussten über den Seeweg transportiert werden. Die Regierung weigertesich eine Straße zu bauen und Ingenieure meinten es wäre„unmöglich" und deshalb nahmen die Bewohner von Bella Cooladie Sache selbst in die Hand und finanzierten mehrere Bulldozer dieStraße von beiden Seiten gruben. Sie hofften, dass man sichirgendwann in der Mitte treffen würde. Es dauerte ein Jahr bis sichdie Bulldozer trafen und dann gab es Ende 1952 endlich eine Straße.Wer mehr darüber lesen möchte, kann sich diesen Artikel durchlesen:https://globalnews.ca/news/2696374/the-hill-the-story-behind-one-of-bcs-most-treacherous-roads-and-the-locals-who-built-it/

Besondersschön, fand ich dieses Kommentar eines der Helfer:

'Gurrsaid he would often hide behind trees to protect himself from theblasts.

“Iremember one time, a large boulder came through the air and hit thetree above me. There were [tree] limbs and debris everywhere, butthey didn’t hurt me,” he said.”'

Als wir also kurz davor waren, die Straße anzugehen, fing es an heftig zu schneien und der Schnee blieb auch liegen. 

Also versuchten wir ein wenig zu warten, denn die Sicht war einfach zu schlecht. Lea meinte, sie würde bei dem Wetter und dem Schnee/Nebel nicht den super mega extrem gefährlichen Weg runter fahren. Am Ende sind wir dann aber doch gefahren und haben viele schöne Lieder dabei gehört, z.B. "Hit the Road Jack" und Highway to Hell" :D

Hab ich erwähnt, dass es an der Seite sehr sehr tief runter geht?

Man sieht so viel...


Daswars erstmal für diesen Blogeintrag. Wir sind natürlich heil untenangekommen und haben im Tal eine schöne Überraschung bekommen.Davon und vom kanadischen Regenwald erzähl ich dann beim nächstenMal :)


Bisbald!

DieLea

*Bonusmaterial

Der heilige Gral: Nutella!

Kochen im Regen...Yeah

Mehr Posing :D

Die Banffer Stadtmusikanten ;)


Landschaft war zu schön, das  hat uns einfach umgehauen :D 

Ist bestimmt ganz natürlich so gewachsen :D

Das hing bei der netten winzigen Gaststätte bei der wir Pause gemacht haben. Alle die dort gearbeitet haben kamen aus Deutschland?! Eine aus Zwickau und 2 Schwäbinnen :D Am Arsch der Welt..




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Antworten (1)

Marieke
*hicks*