Hochzeitstag
Tag #27 Mittwoch, der 27.05. Von Balmazújváros bis Oradea Land: Ungarn / Rumänien Der frühe Vogel kann mich mal. Ja, ich wollte früh aufstehen, um zeitig in Oradea an

Veröffentlicht: 29.05.2026


















Tag #28
Donnerstag, der 28.05.
Von Oradea bis Cluj Napoca
Land: Ungarn
Nach der kurzen Zwischenstation geht's heute entspannt weiter.
Erste Station Einkauf. Und da ich sichergehen will autark zu sein, besorge ich ausreichend Lebensmittel, um bis morgen versorgt zu sein.
Wasserstellen, die mir in der App angezeigt werden, habe ich mit in die Route aufgenommen, sodass ich auch diesbezüglich vorbereitet bin.
Theoretisch.
Hoffentlich sind funktionierende dabei.
Mit 5 Litern bin ich jedoch für den Beginn gut ausgestattet.
Den Höhenmetern sehe ich entspannt entgegen, alles so nehmen, wie es kommt.
Und das bedeutet heute erstmal konstante Steigung.
Viel geht es über Landstraßen und man teilt sich den Platz mit den anderen Verkehrsteilnehmern.
Oder die fahren und ich schaue, wo ich bleibe und mich wohl fühle.
Meistens ganz am Rand auf dem bisschen Seitenstreifen, da es scheinbar verpönt ist zu bremsen.
Klar, macht ja auch die Felgen dreckig.
Nach Oradea wird es schnell sehr ländlich und nur vereinzelt komme ich durch Ortschaften.
Es gibt einige heruntergekommene Gebäude, jedoch auch sehr gepflegte oder moderne Häuser.
Manche auch in einem Stadium irgendwo dazwischen.
Später komme ich auch durch einen Ort, der mich an Märchenschlösser denken lässt. Als dann noch normale Häuser kommen, bin ich etwas beruhigt.
Es ist alles irgendwie eine hügelige Tiefebene. Zumindest eine Zeit lang.
Alles wird etwas welliger, ansonsten ist's wie in Ungarn.
Das es keine Wälder entlang des Weges gibt, fällt mir in dem Zusammenhang auch irgendwann auf.
Spannend war es durch eine Roma Siedlung zu fahren.
Vorbei an Kindern und freien Pferdeherden.
Die Steigungen sind insbesondere aufgrund der vorbeiziehenden LKWs unangenehm und spätestens jetzt würde ich vom Familienurlaub abraten.
Also, wenn man mit dem rad unterwegs sein will.
Bergab ist es in Ordnung mich in den Verkehr einzureihen, da bin ich schneller, als die anderen. Zumindest bei kurvigen Strecken.
Und bergauf ... Augen offen und Lenker fest im Griff.
Was mir noch auffällt ist, dass scheinbar jedes Dorf seine eigene Polizeistation hat.
Und sei es nur ein Polizeiwagen im baufälligen Unterstand und ein Schild am Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
Dann der spannende Moment, die Trinkwasserstelle kommt und unterhalb einer Kirche, ein Stück von der Landstraße entfernt, werde ich fündig.
Und sie funktioniert.
Also erstmal Mittagspause machen und die Flaschen auffüllen.
Einigermaßen gut komme ich voran und es wächst die Überzeugung, dass ich heute noch bis Cluj Napoca kommen kann.
Ein Gedanke, den ich heute morgen als wage Idee hatte und nun fest mache, indem ich mir eine Unterkunft buche.
Was auch ein Novum ist, an aufeinanderfolgenden Nächten Unterkünfte zu beziehen.
Also an unterschiedlichen Orten.
40 km vor der Stadt ein Nachtlager suchen fühlt sich einfach falsch an.
Zumal die Auswahl an Möglichkeiten, den ganzen Tag schon fahre ich durch ein Tal, begrenzt ist.
Und zuletzt kommt mir die Zeitumstellung zugute, da es eine Stunde "länger" hell ist.
Oder ist es die Musik, die ich höre. Inspiriert durch das Konzert, auf dem Jenni gestern war?
Egal, das Ergebnis zählt.
Transsilvanien, ich komme.
3 riesige Hunde, die lautstark bellend über die ausgedehnten Wiesen in meine Richtung hetzen, sorgen für zusätzliche Motivation.
Hilft, um das letzte Klettern des Tages hinter mich zu bringen.
Beruhigend ist auch, dass es eine Straßenbegrenzung gibt.
Doch nachdem ich am höchsten Punkt angekommen bin, geht es bis Cluj Napoca nur noch bergab.
Yeeha, was für eine Abfahrt.
Und mit der einbrechenden Dunkelheit nähere ich mich in Höchstgeschwindigkeit meinem heutigen Ziel.
Beruhigend, dass mein Fahrrad leuchtet, wie ein Weihnachtsbaum.
Was mir noch fehlt, ist ein blinkendes Licht für vorne.
Auch der Gegenverkehr soll mich sehen, bevor die ihre teilweise wahnwitzigen Manöver vollziehen.
Am späten Abend komme ich in der Stadt an und nachdem ich meinen Schlüssel hab und alle Sachen in der Wohnung sind, gibt's die wohlverdiente Dusche und Abendessen.
Hab ja ausreichend Verpflegung dabei und kann es mir sparen, rauchen kann ich auf dem Balkon, nochmal die Wohnung zu verlassen.
Perfekt, und der letzte Gang führt mich nur noch ins Bett.
Song des Tages:
Waking the Cadaver - Suffering Upon Revenge
