Dinge müssen wandern
Tag #33 Dienstag, der 02.06. Von Novaci bis Morârești Land: Rumänien Nachdem ich gestern später im Bett war, als erhofft, stelle ich beim einpacken fest, dass m


Veröffentlicht: 04.06.2026




















Tag #34
Mittwoch, der 03.06.
Von Morârești bis Bukarest
Land: Rumänien
Kurz nach dem Erwachen erlebe ich hautnah, wie der Müll im Wald landet.
Ein Bauernpärchen treibt ihre drei Kühe die Straße entlang und zack, in einer nebensächlichen Bewegung landet der nächste Beutel im Wald.
Da kommt das Mikroplastik von ganz alleine zu einem zurück.
Oder wenn, was ich auch schon gesehen habe, das Plastik aus Heuhaufen herausschaut.
Mjam.
Was ich die ganze Nacht immer wieder gehört hab, die vorbeiziehenden LKWs an der Landstraße.
Mal abwarten, was mich erwartet.
Ein bisschen Sorge bereitet mir mein linker Oberschenkel, der fühlt sich was geschwollen an und schmerzt.
Hoffentlich legt sich das wieder.
Erstmal eine Ibu nehmen, da die entzündungshemmend ist.
Nach dem letzten Klettern, was ich als erstes bewältigen darf, gibt es eine schöne Abfahrt durch den Wald.
Noch schöner wäre es, wenn der LKW hinter mir was Abstand halten würde. Überholen ist durch Fahrbahnbegrenzungen sowieso unmöglich.
Das wir beide über der Geschwindigkeitsbegrenzing fahren ist irrelevant.
Das scheint sowieso immer nur ein grober Richtwert zu sein.
Akzeptieren und konzentriert in die Pedale treten lautet die Devise.
Und dann reiht sich Dorf an Dorf an Dorf.
Alle Häuser stehen entlang der einen Straße, die ich fahre. Gelegentliche Seitenstraßen führen lediglich zu anderen Dörfern.
Wahrscheinlich gibt's nur deswegen unterschiedliche Ortsnamen, weil es schwer wäre Hausnummern von 1 - drölf Millionen zu vergeben.
Durch diesen Aufbau ist das Naherholungsgebiet jedenfalls immer unmittelbar hinter dem Garten.
Linker Hand erheben sich die Ausläufer der Karpaten, zur anderen Seite gibt's Landwirtschaft.
So komme ich immerhin in den Genuss jedes einzelne Haus betrachten zu können, die sich in den unterschiedlichsten Stadien befinden.
Von Verfallen über im Aufbau befindlich, bis hin zu halben Palästen.
Sowieso hab ich das Gefühl, dass teilweise viel Energie in Restauration gesteckt wird.
Manchmal schwer zu deuten, was ich teilweise vor mir hab, wenn eine Baustelle gleichzeitig nach Ruine aussieht.
Einkaufen am mittag ist eine Notwendigkeit, dafür erstmal ein Eis, denn es ist wieder sehr schwül.
Gelegentlich gibt es sogar Radwege und manchmal kann ich sie sogar benutzen.
Zu häufig werden sie als Parkplätze genutzt.
Radwege hier sind sowieso eine gewisse Spezialität. Wenn es ein Hindernis gibt, enden sie einfach und fangen danach wieder an, als hätte es nie einen Bach oder Baum gegeben.
Pause mache ich unter einer Brücke, um Schatten zu haben und im grünen zu sitzen, ohne dass es ein Vorgarten ist.
Und wenn man die Autos und den Müll ignoriert ist's n ganz netter Platz, mit einem kleinen Wasserlauf an einer Art Deich, wo zwei Farmer ihre Kühe, Schafe und Ziegen beaufsichtigen.
Manchmal höre ich eine Kutsche über mir rumpeln.
Wenn ich richtig gezählt habe, bin ich bis Bukarest ganze 5 mal abgebogen.
Pausenplätze und Kreisverkehre, über die ich geradeaus drüber bin, mal außer acht gelassen.
Der ganze Tag ist, abgesehen von noch mehr Verkehr in Pitești, komplett eintönig.
Wobei, zweimal fahre ich abseits der Bundesstraße und kann das permanente Gefälle, das mich den Tag über begleitet genießen und den Kopf mal was abstellen.
Als ich dann mal einen sehe, fällt mir auf, dass es quasi keine Sportplätze gibt.
Auch Spielplätze fehlen fast völlig.
Grundsätzlich scheinen die Leute sowieso in erster Linie mit dem Auto unterwegs zu sein.
Die ersten Rennradfahrer diesseits der Karpaten, also Menschen, die einfach aus Spaß fahren, sehe ich erst kurz vor Bukarest wieder.
Ein militärisches Sperrgebiet umfahre ich lieber, auch wenn mein Navi mir das als optimale Route anzeigt und dann ist es endlich so weit, ich fahre in Bukarest ein.
Im Gegensatz zu den sich stauenden Autos, an denen ich mich elegant vorbei schlängeln kann.
Der Check-In ist wieder etwas nervig. Mehrmals muss ich anrufen, bis alle Informationen vorliegen, um in die Wohnung gelangen zu können.
Und es gibt kein Internet, doch eine Terrasse und einen Ausblick auf den Palast des Volkes.
Noch duschen, mit Hilfe von zuhause ein Restaurant aussuchen und auf geht's in die Stadt.
Während ich den letzten Bericht fertig stelle fällt mir auf, dass ich fast genau 3.332km gemacht hab.
Hätte ich ruhig nochmal ne Runde um den Block drehen können.
Da sich der Tabak dem Ende entgegen neigt mache ich mich noch auf die Suche und frage mich so durch, was auch ohne Sprache funktioniert.
Danach in die Unterkunft und nur noch ins Bett fallen.
Song des Tages:
Zeal & Ardor - Row Row
