Dann fahr doch in die Walachei
Tag #34 Mittwoch, der 03.06. Von Morârești bis Bukarest Land: Rumänien Kurz nach dem Erwachen erlebe ich hautnah, wie der Müll im Wald landet. Ein Bauernp


Veröffentlicht: 05.06.2026















Tag #35
Donnerstag, der 04.06.
Bukarest
Land: Rumänien
Irgendwas hat mich unruhig schlafen lassen und ich bin alles andere als fit.
Doch ich hab Aufgaben zu erledigen und so gibt's ein schnelles Frühstück auf der Terrasse, bevor ich mich daran begeben meine Wäsche zu waschen.
Schön oldschool in der Badewanne, die Waschmaschine ist out of order.
Solange die Sonne noch scheint, oder es zumindest trocken ist, können die Sachen auch nach draußen zum trocknen.
Absolute Priorität hat die Mission Bremse.
Dave hat mir einen Laden rausgesucht, den ich nun ansteuere.
Mein Oberschenkel hat sich was beruhigt, das ist schon mal beruhigend, und so kann ich gemütlich durch die Stadt radeln.
Sehr gut, im Laufe des Tages können die das erledigen.
Um mich wegen der Schuhüberzieher zu erkundigen, geh ich nochmal zurück.
Sie haben keine, doch ein Anruf ergibt, dass es in deren zweiten Laden welche gibt.
Nach etwas weiterem Austausch ruft der Typ dort nochmal an, sie haben sogar Zeit sich quasi sofort um meine Bremsen zu kümmern.
Wunderbar, das entspannt die Sache nochmal mehr.
Er gibt mit die Adresse und sagt, dass das wohl 10km entfernt ... er guckt mich nochmal an und wir müssen lachen.
Also ab aufs Rad und einmal durch die Autos und Stadt hindurch in den Norden.
Der Mechaniker nimmt sich mein Rad und pünktlich zur Mittagspause hat er es fertig.
Perfekt.
Die Schuhüberzieher sind leider 6 Nummern zu klein.
Für einen weiteren Versuch steuere ich den lokalen Decathlon an, doch auch das ist ein Fehlschlag.
Egal, ab jetzt bleibts sowieso trocken. Ganz bestimmt.
Immerhin hab ich mir nochmal n neues Muskelshirt besorgen können, da ich gerne ein zweites hätte.
Hab ich mir zwar vor der Reise besiegt, doch in net Kurzschlussentscheidung gedacht, dass mir eins reicht.
An einem der Seen in der Stadt gönne ich mir einen Snack und sehe zu, wie sich über der Stadt die Wolken zusammen ziehen.
Viel habe ich jetzt schon von der Stadt gesehen, das Zentrum möchte ich zu Fuß erkunden.
Also das Rad wieder acht Etagen hoch tragen und es kann losgehen.
Erstmal in Richtung des Parlamentspalastes, als eines der größten Gebäude der Welt.
Ja, es ist vor allem groß.
Spöttisch wird es wohl auch Haus des Sieges über das Volk genannt.
Viele Menschen wurden zwangsumgesiedelt und große Teile der Stadt, inklusive einiger Kirchen und Synagogen, abgerissen, um Platz zu schaffen für dieses Ungetüm.
Das Kloster Mihai Vodă ist nach erhalten geblieben, musste allerdings auch umziehen.
Entsprechend überschaubar sind dann auch die Reste der Altstadt.
Während ich unterwegs bin zieht sich der Himmel immer weiter zu und ein Gewitter kommt auf.
Blitze und Donner begleiten meine Erkundungstour.
Als es beginnt zu regnen suche ich mir, wieder unterstützt von Jenni, ein Restaurant aus, wo es vegetarische Küche gibt.
Ist sowieso genau die richtige Zeit für das Abendessen.
Gesättigt, das Essen war sehr gut, auch wenn die Portion für meinen Hunger hätte größer sein dürfen, geht's Richtung Bett.
Den Plan heute noch einkaufen zu gehen verwerfe ich, da es mir inzwischen zu stark regnet.
Zum Glück hab ich mir am Nachmittag noch einen Regenschirm besorgt und so komm ich einigermaßen trocken zum Büdchen, Wasser holen.
Und endlich bekomme ich auch meinen bevorzugten Tabak.
Bitte direkt drei Pakete.
Da trotz des Schirms recht viel Regen auf meinen Stoffschuhen landet, entscheide ich kurzerhand sie auszuziehen und Laufe das letzte Stück fröhlich und barfuß durch Bukarest.
Als dann noch ein Auto neben mir durch eine Pfütze fährt und mich von den Knien an abwärts mit Wasser überschüttet, bin ich doppelt froh über meine Entscheidung.
Hat auch was für sich, einfach durch alle Pfützen patschen zu können.
Zurück angekommen heißt es noch packen.
Zumindest die Dinge erledigen, die ich heute tun kann.
Weil viel immer aus einem "erst wenn das, dann das..." besteht.
Irgendwann ist alles erledigt, oder ich höre auf damit Sachen von der einen zur anderen Seite zu räumen und gehe ins Bett.
Song des Tages:
Pennywise - Fuck Authority
