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10-12-19: Tag 1 (3): Sicherheitslage

Veröffentlicht: 11.12.2019

Die aktuelle Sicherheitslage hat uns vor dem Abflug schon beschäftigt. Die Soldaten sind wieder aus dem Stadtbild verschwunden. Polizei sieht man an vielen Ecken stehen. Sie sind aber hauptsächlich mit ihren Mobiltelefonen beschäftigt. Graffiti an den Wänden erzählen, was in den letzten Monaten passiert ist. Außerdem sind viele U-Bahn-Stationen beschädigt und auch geschlossen.

Nach wirklich tollen Eindrücken heute, haben wir uns entschlossen, noch den (laut Reiseführer angesagten) Bezirk Italia zu besuchen. Auf dem Weg dorthin fielen uns die vielen jungen Menschen auf, die in die gleiche Richtung gingen. Interessant fanden wir auch, dass einige der vielen Straßenhändler Skibrillen, Atemschutz, Halstücher und Flaggen verkauften. Als dann auf einmal 100 Meter vor uns ein Wasserwerferfahrzeug die Straße kreuzte und seine Arbeit aufnahm (Wasser auf Demonstranten zu werfen) war uns alles klar. Skibrillen als Schutz gegen Gummigeschosse, Atemschutz wegen Reizgas und Halstücher für die Vermummung. Wir beschlossen unseren Rückzug als ein Mann in einem Hauseingang ein großes Tuch von eine Tisch nahm und darunter Unmengen von Verbandszeug zum Vorschein kam. Den Ausgang der Gesamtsituation wollten wir nicht mehr erleben. Auf dem Rückweg stellten wir fest, dass viele Geschäfte bereits ihre Eingänge verbarrikadiert hatten. "Is ja nochmal jut jegangen!"

Im Hotel erzählte man uns, dass nur drei Zimmer belegt sind und insbesondere alle anderen Deutschen storniert haben. Echt schade! Auch, wenn es sich oben anders liest, es ist wirklich nicht gefährlich hier.

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