Oi-Brasilien
Oi-Brasilien
vakantio.de/oi-brasilien

1. Tag Amazonas Dschungel

Veröffentlicht: 21.06.2022

Als wir in Manaus am Flughafen angekommen waren, standen dort zig Fernsehteams. Wir dachten schon, die seien wegen uns dort - war nur Spaß -. Tatsächlich landete nach uns der Präsident. Er sei auf Wahlkampftour. Wir hätten auf ihn warten können, aber was haben wir mit dem Präsidenten von Brasilien zu tun? Unser Guide Edivaldo erzählte uns, dass Bolsonao nicht besonders beliebt sei, da er sich während der Pandemie so furchtbar bescheuert angestellt hatte... im Oktober wird gewählt- also, Daumen drücken, dass es jemand mit größerer ökologischer Weitsicht wird ;-) Nun ging es weiter zum Hafen von Manaus, wo ein Wassertaxi uns an der Stelle rüber brachte, wo der Rio Negro und der Amazonas zusammen fließen. Das ist ziemlich cool, da man klar die Grenze zwischen den Flüssen erkennen kann: der Rio Negro ist dunkler und wärmer als der Amazonas. Auf dem Weg zum Anleger haben wir mehrere Delfine gesehen. Dann ging die Reise für etwa 1 Std. und 30 Minuten mit einem VW-Bulli weiter. Sämtliche Stelzenhäuser in der Region standen unter Wasser. Der Amzonas hat fast seinen höchsten Wasserstand von 2012 erreicht. Es war unglaublich, wieviele Straßen und Hùtten dort vom Wasser geflutet waren. Irgendwann hielt der Bulli hinter einem Schild mit der Aufschrift "Ende der Straße"! Dort wartete schon unser nächstes kleines Motor-Boot auf dem Amazonas. Mit diesem wurden wir zu unserer Lodge gebracht. Die Lodge war relativ leer, hocherfreut haben wir dann noch Matheu, einen Gast aus der franz.sprachigen Schweiz dort getroffen. Wir waren somit eine kleine Dreier-Gruppe. In der Lodge gab es 8 Bungalows, die direkt im Dschungel und am Amazonas lagen. Daniela und ich haben den letzten Bungalow bekommen, also danach kam "NIX" -nur der Dschungel. Wir hatten ein bisserl Schiss, aber da Matheu neben uns war, haben wir den letzten Bungalow akzeptiert.

Schon ging es auch los mit den Aktivitäten. Gegen Nachmittag sind wir mit einem Kanu auf dem Amazonas gepaddelt. Es war unglaublich, da sitzen wir im Holzkanu auf dem Amazonas. Alle waren von der Natur begeistert. Immer wieder flogen Aras, Papageien, Tucane etc. über uns hinweg. Es war fantastisch und ein unbeschreibliches Gefühl. Als es anfing zu dämmern sind wir zur Lodge zurückgepaddelt. Ich hatte mich noch mit einem Smoothie auf die Terrasse gestellt und auf den Amazonas geschaut. Ich war überglücklich dort zu sein. Danach bin ich in unser Bungalow gelatscht und stand vorm Bett, als mich etwas am Hals kitzelte. Ich dachte an eine kleine Mücke und wischte mit meinem Handrücken über meinen Hals. Da flog eine mittelgroße Spinne auf unser Bett und ich wusste nicht, ob ich weinen, lachen oder schreien sollte. Ich tat nichts von dem, sondern ich nahm es so hin. Ich atmete tief durch und dachte mir, okay so ist das jetzt und ich bin halt wieder diejenige, die von den Tieren angesprungen wird! Daniela war entsetzt über die Größe der Spinne. Sie lachte auch nicht, sondern meinte, "Anke, dass tut mir so leid, dass dir das passiert ist und die ist aber groß"!!!! Daniela hat das Vieh dann heldenhaft aus unserem Zimmer befördert.

Nach unserem Abendessen startete eine Nachtwanderung durch den Dschungel. Mit zwei Guides ging es ab in die grüne "Hölle". Das erste große Tier, welches sich uns in den Weg stellte, war ein Frosch. Der war fast so groß wie ein Meerschweinchen. Diese Frösche haben Laute von sich gegeben, das kann man sich nicht vorstellen. Dann folgte eine Spinne nach der nächsten. Mir war das irgendwann sowas von egal. Ich fand die mit ihren Haaren/Fell einfach nur eckelig. Der Guide hatte auch schnell verstanden, dass er vor mir mit keiner Spinne herumfuchteln sollte. Dann mussten wir unsere Taschenlampen ausschalten. Wir konnten kleine grüne Glitzer sehen. Das waren kleine Schmetterlingslarven. Das sah spuky und wunderschön zugleich aus und die Geräusche um ums herum waren ziemlich krass!

Es war eine faszinierende Wanderung. Die Geräusche in der Nacht sind gigantisch. Als wir wohlbehalten an unserem Bungalow ankamen, waren wir beide nassgeschwitzt, aber die Anspannung ließ nach. Trotz der vielen Laute, die aus dem Dschungel kamen, haben wir super unter unserem mitgebrachten Moskitonetz geschalfen!

Oi-BrasilienFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten