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2. Tag im Amazonas-Dschungel

Veröffentlicht: 21.06.2022

Um 5:30 Uhr hieß es Sunrise gucken. Total müde sind wir aufgestanden und haben uns auf dem Aussichtsturm positioniert! Es sah toll aus, als die Sonne sich hinter der leichten Wolkendecke blicken lies. Dann folgte ein Geräusch, dass war der Hammer. Wir fragten, was das sei und der Guide meinte, dass sind Brüllaffen. Die hören sich an, wie unzählige Löwen die unentweg brüllen.

Nach unserem Frühstück ging es auf zu einem dreistündigen Dschungeltrekking. Wir wurden von sieben Hunden aus der Lodge begleitet! Ich wollte wissen, wieso die Hunde mitkommen, da ich es als gefährlich für sie empfand! Uns wurde gesagt, dass die Hunde Jaguars, Pumas und sonstige Tiere wittern und uns somit beschützen würden. Na wie beruhigend! Der Guide meinte auch noch zu mir: "Anke du musst jetzt keine Angst vor Spinnen haben, die sind jetzt alle in ihren Höhlen und schlafen, die kommen nur nachts raus". So war es auch, nicht eine Spinne haben wir bei Tageslicht im Dschungel gesehen. Der Guide hatte uns viel über die Pflanzen erzählt. Er hat uns u.a. gezeigt, wie man Trinkbehälter aus Palmenblättern bastelt. Dann hielt er eine kleine Nuss hoch und meinte, dass Innere schmecke wie Kokosnuss. Wir könnten das ruhig essen. Er hatte die Nuss geknackt und hielt sie mir hin. Ich freute mich schon, die mandelähnliche Frucht zu verspeisen und führte sie zum Mund, als Matheu lachte und irgendetwas von Larve erzählte. Der Guide lachte auch und meinte, ja das stimme, sei aber kein Problem, "sie sei köstlich und voller Proteine"! Boar, angewidert gab ich sie weiter an Daniela. Auch sie lehnte dankend ab. Matheu hat sich überwunden und eine Larve in den Mund gesteckt. Er hatte bestätigt, dass sie nach Kokosnuss schmecke. Hmmm, okay, ich habe meinen ganzen Mut zusammengerissen und mir eine Larve in den Mund gesteckt. Darauf gebissen und zerkaut, ja doch, das kleine Ding schmeckt tatsächlich wie Kokosnuss. Ich habe danach noch eine gefuttert. Daniela war überrascht und fragte mich "wer sind sie und was haben sie mit meiner Freundin gemacht"? Hoch motiviert ging es weiter durch den Dschungel. Der Guide hatte uns die größte Ameise der Welt gezeigt. Er hat an einen Baum geklopft und schon kamen sie rausgekrabbelt. Holla, die waren echt groß. Der Biss von so einer Riesenameise sei extremst schmerzhaft für den Menschen, aber nicht tödlich. Immer wieder blieb mir zwischendurch fast das Herz stehen, da die Hunde wie die Wilden durch den Dschungel pesten und kurz vor oder hinter uns auf den Weg sprangen! Wir dachten immer, es sei ein Puma oder so ähnlich:-)!

Dann durften wir an einer Liane schaukeln. Der Wind, der einem entgegen blies, tat so gut. Es war irre warm und wir hatten 90% Luftfeuchtigkeit. Immer, wenn der Guide stehen blieb, um etwas zu erklären, lief einem das Wasser nur so am Körper runter. Da auch hier immer wieder Strecken vom Amazonas überflutet waren, mussten wir des öfteren über Baumstämme balancieren. Das war für alle eine sehr wackelige Angelegenheit. Zum Glück ist auch niemand abgerutscht. Wir haben so viel über das Überleben im Dschungel erfahren, dass wir schon befürchteten, die Guides verschwinden gleich und lassen uns die Theorie in die Praxis umsetzen ;-) Was man essen darf und was nicht, wie man die Bäume hochklettert, Wasser gewinnt... wir haben sogar one Falle gebaut, um Tiere zu fangen.

Auf dem Rückweg haben wir noch ein großes Faultier in einer Baumkrone gesehen. Es war super und auch lustig zu beobachten, wie laaaaangsaaaaaam es sich bewegt. Wir wollten gar nicht weitergehen, aber wir mussten. :-)

Nach dem Mittagessen ging es mit einem Motorboot die andere Richtung den Amazonas entlang. Immer wieder sind wir kleine Seitenarme abgefahren und haben verschiedene Vögel beobachtet und den Geräuschen gelauscht. Dann tauchten vor uns rosa Fluss-Delfine auf. Es war auch eine Mutter mit ihrem Baby dabei. Wir haben bestimmt eine viertel Stunde zugeschaut, wie sie immer wieder auftauchten und um unser Boot schwammen. Danach haben wir zwischen Bäumen und Gestrüpp gehalten, um dort unsere Angeln auszuwerfen. Wir sollten das Abendessen fischen. Daniela hat tatsächlich einen Piranha geangelt. Sie war aber sehr traurig darüber und wollte, dass der Fisch zurück ins Wasser kommt.

Ich fand das Fischen total entspannend, ich hatte meine Füsse über den Sitz gelegt und die Angel ausgeschmissen. Für mich waren die Fische total uninteressant. Mir gefielen viel mehr die Geräusche, die Affen und die Aras, die man immer wieder sehen konnte. Es war ein mega Gefühl.

Mit Einbruch der Dämmerung wurden die Angeln eingeholt. Ausbeute waren fünf kleine Piranhas (und ein zurückgeworfener) :-)! Es ging weiter mit einem Spotlight aufs Ufer, um dort Ausschau nach Kaimanen zu halten. Wir dachten noch entspannt, ah- wie im Pantanal... da warf sich unser Guide auf einmal vorne im Boot auf den Boden und klemmte seine Füße an einem Seil fest. Verdutzt rätselten wir, was er da mache. Nach fünf Versuchen holte er auf einmal einen Kaiman-gefangen mit bloßen Händen- aufs Boot. Er erklärte uns die Eigenschaften von dem Tier und wir könnten es berühren. Ich fand das traurig, ich wollte ihn auch nicht anfassen. Daniela sagt, ich sollte erwähnen, dass er ihn nicht verletzt hat :-)! Der Kaiman wurde zurück ins Wasser gesetzt und es ging weiter zur Lodge. Wir hatten noch eine einstündige Bootsfahrt in der Dunkelheit vor uns. Diese war wie aus einer anderen Welt, einfach magisch. Es waren so viele helle Sterne am Himmel, ein traumhafter Anblick für uns alle. Immer wieder blitzte zudem ein Wetterleuchten auf, dass den Himmel über dem Amazonas erstrahlen ließ. Wäre es nach uns gegangen, hätten wir noch die ganze Nacht weiterfahren können... Nach diesem gigantischen 2. Tag sind wir wieder totmüde ins Bett gefallen.

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Antworten (1)

Gerhard
Tolle Fotos und Abenteuer pur