nouris-zugabenteuer
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In meiner Hängematte war es kühl, als das erste Licht durch das grüne Tarp hindurchdrang. Ich war tief in meinen Schlafsack gekuschelt, sodass nur mein Gesicht herrausragte. Ich beschloss dem Tag zuvorzukommen, biss in den Saueren Apfel und öffnete meinen Schlafsack. Rasch zog ich mir meine Tageskleidung an und begann meinen Schlafplatz zurück in den Rücksack zu quetschen. Es war noch nicht einmal sechs Uhr morgens, als ich loslief. Ich nahm den Weg zurück zum Bahnhof, wo ich meine Reservierung für den Zug nach Malmö tätigen wollte. Ich hatte bereits entschieden, dass ich den Nachtzug nehmen werde und ein wenig mehr dafür bezahle. Am Bahnhof gab es allerdings keine Schalter, die wie ich von den wenigen Angestellten erfuhr, wegen der Pandemie geschlossen waren. Also buchte ich die Reservierung online und nahm mir noch einen Flyer mit der Karte Stockholms mit.

Hängematte am Morgen
Weg zum Bahnhof

Als erstes ging es für mich in die historische Altstadt "Gamla Stan, die auf einer kleien der vielen Inseln lag, aus der sich die Stadt zusammensetzte. Durch enge Gassen, lief ich durch die Häuserschluchten auf dem unebenen Pflastersteinen. Ich hatte das gefühl in einer kühleren Version Italiens zu sein. An jeder Ecke war ein süßes Café, eine einadende Kneipe oder ein verrückter Buchladen. Stockholm hatte mich im Nu für sich gewonnen und meine Begeisterung wuchs mit jedem Schritt. Die Hauswände waren mit Ladenschildern bestückt, die Weiß auf Schwarz die Namen der Geschäfte preisgeben. Hin und wieder ragte ein Kirchturm über die Dächer hinweg oder ein kleiner Platz mit Statuen und Brunnen erinnerte an eine Lichtung im Wald. Ich verbrachte mehr als einer Stunde auf der Insel bevor ich meine Erkundungstour fortsetze.

Brücke nach Gamla Stan
Imposantes Gebäude
Altstadt
Kirchturm
Kleiner Platz
Ladenschild

Ich war mit einem Couchsurfer in einem Park verabredet und gemeinsam liefen wir zu einer Insel, auf der wir beidei n unterschiedliche Museen gehen wollten. Ich ging in das Vasa-Museeum, das ein versunkenes Kriegsschiff ausstellte und er in das Nordisk Museeum, da er das Erste bereits am Vortag besucht hatte.

Palast
Oldtimer
Treffpunkt Park

Das Vasa-Museum war seinen teuren Eintritt absolut wert. Das Schiff, welches im 17. Jahrhundert bei seiner Jungfernfahrt gekippt und gesunken war und im 20. Jahrhundert geborgen wurde, war ein wahres Meisterwerk. Natürlich nicht was seine Seefähigkeit anging, aber die Verzierungen und Statuen an seiner Hülle machten es zu einem (beschränkt) schwimmenden Kunstwerk. Aufgrund der großen Höhe des Schiffes und den offenen Kanonenschaten, war es nur eine Windböhe, die den Koloss verdammte. Weniger als eine halbe Stunde nach Seegang, mitten in der Stadt, war die Reise bereit vorbei. Ich lernte über die Geschichte des Baues, der Bergung und der Restaurierung. Die Gerichtsprozesse, die Besatzung und die Bedeutung. Sowie die schwedische Kultur und ihren Umgang mit dem Scheitern. Nach zwei Stunden verließ ich mit gefülltem Hirn das Museum.

Modell der Vasa vor Jungfernfahrt
Wachsfigur von verstorbenem Seemann
Deck des Schiffes mit Masten
Edle Verzierungen

Vor den Pforten Vasas, traf ich mich dann wieder mit Oleksander, dem ukrainischen Reisenden, der in der Slowakei studiert. Wir unterhielten uns über die Besichtigung und er diente mir als Tourguide, da er schon zwei Tage länger als ich in der Metropole war. Wir liefen in die Stadt um zu Mittag zu essen und kehrten dann für einen Spaziergang auf die Museumsinsel zurück, wo ich ironischer Weise mein erstes Reh in Skandinavien zu Gesicht bekam. Danach setzten wir uns für einen Kaffee in die Altstadt.

Bild auf Museumsinsel
Reh im Park

Als es Abend wurde liefen wir auf einer weiteren Insel zu einem hoch gelegenen Park, von wo aus man eine Aussicht auf die schwimmende Hauptstadt bekam und ich begann uns ein Abendessen zu kochen. Gemeinsam brachten wir Avakadobrötchen und Pasta alla Pesto hervor und genossen das Mahl zur untergehenden Sonne. Wir tanzten noch ein wenig mit einem Chilener während sich die Wolken rosa färbten, bis wir wieder zurück in die Innenstadt abstiegen.

Sonnenuntergang beim Abendessen
Gamla Stan von Oben

Wir waren mit zwei Ukrainerinnen verabredet, mit denen wir auf Oleksanders Einladung in eine Bar ein Getränk zu uns nahmen und uns rege unterhielten. Als der Abend in die Nacht versank, verabschiedete ich mich und gemeinsam verließen wir die Bar. Oleksander begleitete mich noch bis zur Bahn, wo wir uns herzlich verabschiedeten und uns für die wunderbare Zeit bedankten.

Stockholm am Abend
Rathaus am Fjord

Ich stieg in den Zug, fand meine Kabine und kletterte in die obere Bank, die mir zugewiesen war. Ich organisierte meinen Kram und ging mich frisch machen. Schließlich legte ich mich auf mein Bett, wo ich nun sitze und schreibe.

Bahnhof bei Nacht


Schweden

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