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Tag 25 – Küstenwanderung von Haukland nach Uttakleiv

Um mein Knie nicht überzustrapazieren, ist heute in Sachen Wandern – das Wetter ist ganz passabel – eine leichte Tour geplant. Sie führt vom Strand bei Haukland über einen Bergkamm nach Uttakleiv, wo sich ebenfalls ein schöner Sandstrand befindet. Bis auf das Stück über den Bergkamm führt die Wanderung über alte, nicht mehr für den Autoverkehr verwendete Straßen mit Kiesbelag, was zum Laufen recht angenehm ist. Wir gehen die Tour andersherum als angegeben, das steile Stück über den Kamm zuerst. Unterwegs begegnen uns immer wieder Schafe, die hier auf den Lofoten nahezu überall, wo Gras wächst, anzutreffen sind. Oben angelangt befinden wir uns auf einer Art kleinem Hochplateau, rechts überragt uns der (Neben-)Gipfel des Himmeltinden. Dessen Hauptgipfel ist unzugänglich, da militärisches Sperrgebiet.

Bald darauf geht es auf der anderen Seite des kleinen Plateaus wieder herunter. Von oben blickt man auf das extrem flache und üppig grüne Tal und den langgestreckten Strand von Uttakleiv herunter. Der Abstieg ist nicht schwer, da er über eine alte Bergstraße führt. Direkt am Rand des Strandes weiden Schafe, die Umgebung des ebenfalls am Strand gelegenen, rudimentären Campingplatzes ist ganz nett gestaltet, es gibt mehrere Bänke und Tische am Strand mit Feuerschalen und künstliche steinerne Formationen und Installationen in Herzform.

Der restliche Weg führt um den fast schon bedrohlich wirkenden Berg Veggen herum zurück zum Hauklandstrand. Bedrohlich aus dem Grund, dass seine Flanken sehr steil über uns aufragen und riesige Felsbrocken aus früheren Felsstürzen den Wegrand säumen. Manche Konstrukte sehen aus, als müsste man nur den richtigen kleinen Stein herausziehen, um eine tödliche Felslawine ins Rollen zu bringen.

Zurück am Hauklandstrand befällt mich noch der Wunsch, schwimmen zu gehen, es sieht einfach zu einladend aus. Doch eine Art Ahnung lässt mich doch noch umkehren, und kaum bin ich ins Auto eingestiegen, fängt es auch schon an zu regnen, aber so richtig. Sonnenschein, blauer Himmel, Regen, Sturm, auf den Lofoten kann alles sehr schnell gehen.

Der Rest des Tages besteht aus Autofahren, wir möchten weiter zur Insel Austvågøy, welche die größte der Inseln der Lofoten ist. Schnell geht es über die E10, aber wir möchten lieber etwas von der Landschaft sehen und fahren die laut Reiseführer schönere RV 815, die am südlichen Ende von Vestvågøy an der Küste entlangführt. Diese Route stellt sich als die richtige Wahl heraus, wenig Verkehr und unglaublich fantastische Landschaft. Immer wieder kleine, idyllische Fjorde, Felsküste mit Schären und am Ende eine Moorlandschaft mit Blick auf die dramatisch aussehenden Berge von Austvågøy. Alleine diese Straße würde für mehrere Tage ausgedehnter Fotografie ausreichen, leider muss ich Prioritäten setzen. Manche Einheimische scheinen ohnehin schon eine Antipathie gegenüber Touristen haben, die ständig irgendwo anhalten, um Fotos zu machen und dabei den Verkehr behindern. Mit dem Fahrrad unterwegs zu sein wäre die bessere Art, die Landschaft zu genießen und dabei noch ausreichend Gelegenheit zu haben, sie zu erfassen und so gute Motive und Perspektiven auszumachen.

Auf Austvågøy angekommen, ist es auch schon Zeit, ein Quartier für die Nacht zu finden. Wir entscheiden uns für Rystad Lofoten Camping, ein kleiner Platz, aber dafür mit liebevoll eingerichtetem Gemeinschaftsbereich. Zu späterer Stunde fängt es wieder an, richtig zu kübeln, die Wiese vor unserer Schiebetür verwandelt sich in einen See. Hoffen wir auf besseres Wetter morgen.

#norwegen#lofoten#haukland#uttakleiv
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