Fly me to the moon
Heute ist mein Geburtstag. Yeah, happy birthday to me. Wie in jedem Jahr, verbringe ich diesen Tag mit den Menschen, die mir am wichtigsten sind. Jedes Jahr machen meine Familie...

Veröffentlicht: 23.11.2023












Wir alle haben die Helden unserer Kindheit noch gut in Erinnerung. Ich wette, unter diesen Helden ist mindestens eine von Walt Disney erschaffene Figur. Zu Mickey, Pluto, Donald Duck und Alice gesellten sich im Laufe der Jahrzehnte Vaiana, Elsa, Madrigal, Ariell, Simba und viele mehr.
Den heiligen Disneygral findet die begeisterte Fangemeinde, zu der mitnichten nur Kinder zählen, im Disneyworld.
Nachdem Walt Disney in Anaheim in Kalifornien mit seinem Disneyland Ende der fünfziger Jahre an seine räumlichen Grenzen gestossen war, hielt er Ausschau nach einer Alternative zu Kalifornien und wurde in der Gegend rund um die damalige Militärstadt Orlando fündig. Die Grundstückspreise waren niedrig, das Klima optimal und es gab genügend Platz, eine riesige Vergnügungsmaschinerie zu installieren. Am 1.Oktober 1971 öffnete das Disneyworld Orlando seine Pforten. Dem Magic Kingdom folgten bald das Epcot , Disneyworld Discovery, die Disney Hollywoodstudios und das Animal Kingdom.
Ein Besuch in Orlando wäre nicht komplett, ohne den Besuch mindestens eines dieser Parks. Da unsere Enkeltochter erst 3 Jahre alt ist, haben wir uns das Magic Kingdom für unseren Besuch ausgesucht.
Gut vorbereitet mit Minnie-Ohren, Mickey Bascap und mit T Shirts die mich als Grandma und meinen Mann als Grandpa identifizieren, verlassen wir unser Haus. Unsere Enkeltochter hat selbstverständlich ihre Prinzessinnenrobe angelegt, Disneyworld wir kommen.
Die Fahrt ist angenehm kurz. Das ist der Vorteil, wenn man in der Gegend um Orlando wohnt. Natürlich ist im Ticketpreis in Höhe von 176 Dollar das Parken nicht inbegriffen. Es wäre wirklich vermessen, das zu verlangen. Und so zahlen wir brav unsere Parkgebühr in Höhe von 55 Dollar und das Disneyerlebnis kann starten. Am Eingang wird unsere kleine Prinzessin von einem Sicherheitsbeamten mit Hofknicks und "Welcome princess "begrüsst. Niedlich, wie alle hier mitspielen. Ja die Amis sind einfach gut drauf. Ich stelle mir gerade einen deutschen Polizisten und dessen Reaktion vor, wenn an ihm eine Prinzessin und deren Oma mit Minniemouse-Ohren vorbei geht.
Erster Stopp, Mickey lädt zum Fototermin. Unsere Leni ist extrem aufgeregt. Natürlich haben auch andere Besucher eine Audience bei der Kultfigur und so ist warten und Schlange stehen angesagt. Dann endlich ist es soweit. Auch Mickey verneigt sich vor unserer kleinen Prinzessin und schliesst sie dann in seine Arme.
Man sieht Leni das Glücksgefühl förmlich an und allen wird ganz warm ums Herz. Schnell wird noch ein Gruppenfoto geschossen und schon ist der Termin vorüber. Auf unserem Weg nach draussen läuft uns Schneewittchen über den Weg, die sich natürlich auch gerne mit uns ablichten lässt. Wir bummeln durch die Strassen von Disneyworld und nehmen noch diverse Fototermine mit Winnie Puh, Tigger, Daisy und Minnie wahr. Unsere Enkeltochter ist völlig aufgedreht und nimmt mit nur minimalem Gequängel die Wartezeiten in Kauf.
Obwohl wir uns reichlich Essen und Trinken mitgebracht haben, können wir bei Karameläpfeln und Eiscreme nicht nein sagen. Die Devise lautet süß, süßer am süßesten. Ein teures Vergnügen, aber man lebt ja nur einmal.
Karussells gibt es zu Hauf im Disneyworld. Von Dumbo über Miniachterbahn bis zur Reise in den Hundert Morgen Wald nehmen wir alles mit, was wir mit Leni schon machen dürfen, denn hier im Park gibt es strikte Grössenlimits für die Fahrgeschäfte.
Natürlich sehen wir auch die berühmte Parade, bei der sich die Disneystars den begeisterten Fans zeigen. Ich winke Minnie und Dornröschen zu, wie ein kleines Kind. Ich lasse mich von der Euphorie anstecken und bin happy.
Disney, wo Erwachsene zu Kindern werden. Peter Pan winkt von seinem Paradewagen und man möchte sein, wie er.
9 Stunden verbringen wir im Park. Heute schliesst Disney bereits um 18.00 Uhr, da die grosse Christmasparty um 19.00 Uhr startet. Die meisten der Besucher, die mit uns Disneyworld verlassen, gehen nicht etwa zur Fähre, die die Gäste zum Parkplatz bringt. Nein sie stellen sich unverzüglich wieder am Einlass ein.
Da der Eintritt für die Weihnachtsparty ebenso teuer ist wie das Tagesticket , gibt also jeder dieser Erwachsenen an diesem Tag 352 Dollar für Eintritte aus, um das volle Erlebnis zu geniessen. Kinder erhalten den monströsen Preisnachlass von 4 Euro. Das sind Preise, die der seriöse und sparsame Deutsche nie im Leben bereit wäre, auszugeben. Aber ein wenig neidisch bin ich schon auf die dekadenten Amis.
Fühlte ich mich im Disneyworld noch wie ein 5 jähriges Kind, werde ich auf dem Weg zum Parkplatz auf den Boden der 55 Jahre alten Tatsachen zurück geholt. Meine Füsse brennen, die Knie tun weh und der Rücken schmerzt. Sie sind wieder da, die Altersgebrechen. Das Freudenadrenalin hat den Körper verlassen.
Unsere Enkeltochter ist so müde, dass sie auf dem Nachhauseweg mitten im Satz, den sie beginnt, einschläft.
Mit Sicherheit träumt sie von Mickey, Minnie und ihrem Schloss im Disneyworld und vielleicht träume ich den gleichen Traum. Wer weiss das schon.