11.1.19 Von Healesville nach Melbourne - die Rückreise beginnt
Um 9.45h fahre ich am Hotel ab und steuere wieder die große Bakery an. Ich sitze draußen im Garten hinter dem Gebäude an einem Picknicktisch im Halbschatten und genieße dort...


Veröffentlicht: 22.07.2019






































Um 7.30h sind es 8°C! Ich habe schon heute Nacht gefroren und mir alle Decken übergezogen. 8°C! Das ist ja wie in Neuseeland…Es werden zwar tagsüber 25°C, aber das ist jetzt schon echt schweinekalt.
Der fotoreichste Tag der gesamten Reise beginnt jetzt. Am Ende werde ich vor dem Löschen der unbrauchbaren Bilder 500 Fotos geschossen haben.
Ich fahre kurz zur Beechworth Bakery an der Hauptstraße in Healesville, einem großen Laden, der recht günstig Frühstück anbietet. Leider liegt das Hotel so weit vom Ortskern weg, dass man immer ein Auto braucht.
Ein Toastie und einen Kaffee später erreiche ich um 9.30h das Healesville Sanctuary und berappe 37$ Eintritt. Nun ja. Zunächst ist es noch erfreulich leer und ich beobachte faule Koalas auf Augenhöhe und muß mal nicht 40m nach oben gucken. Hier geht es nur oder schwerpunktmäßig um australische Tiere, vielfach um Nachzucht bedrohter Arten. Unter anderem auch um Tasmanische Teufel, viele Vögel und Reptilien. Vögel fliegen in riesigen begehbaren Volieren umher, bis auf einen armen Frogmouth. Den hab ich ja schon in Tasmanien bewundert, ein beeindruckender Vogel, der nachtaktiv ist. Manches hier erinnert an den Devils Unzoo südlich von Hobart, aber hier sind die Tiere meist von den Menschen getrennt. Es gibt Gott sei Dank keine Streichelwiese. Einige Tiere laufen hier aber natürlich trotzdem frei rum oder fliegen über einem in den Bäumen. Die Wiesen, auf denen Känguruhs liegen, sind mit niedrigen Bändern „abgeriegelt“ und halten also die Menschen erst einmal davon ab, einfach an die Tiere heranzugehen. Bei den Echidnas bleibe ich gern noch ein bißchen länger, aber auch die Koalas in ihrer verpennten Art sind einfach putzig. Was ich völlig daneben finde, ist dann eine Vorführung mit einem Schnabeltier in einem Tank. Man sitzt in Bankreihen und kriegt von einer Pflegerin so etwa 15min den Platypus „Nelson“ vorgeführt. Ein verwaistes, hier aufgezogenes Findelkind. Leider mit Hilfe eines im Wasser hin- und hergewedelten blauen Tuchs, mit dem die Frau ihn spielen lässt. Da war das in Beauty Point/Tasmanien im Platypus House deutlich artgerechter und die wurden nicht vorgeführt.
Also weiter zu einem Haus für bedrohte Papageienarten, zum Nachthaus ein Flugeichhörnchen (gliding squirrels) und anderes nachtaktives Getier sehen und – es ist 11.30h als ich wieder auf den Rundweg trete und Menschenmassen, viele kleine Kinder, Kindergruppen etc. sich vor mir tummeln. Oh Gott! Was ist das denn? Am Reptilienhaus muß man plötzlich anstehen…Also echt nicht. Ich drehe noch ne Runde zu den Koalas vom Anfang, suche noch die Dingos, besuche noch das Tier-Hospital, so man live und über Monitore Untersuchungen und auch kleine OPs verfolgen kann - und bin um ½ 2 dort wieder weg. Sinnvoll ist es also hier um 9.00h morgens zu starten, um dem Mob zu entfliehen. Heute ist ein Mittwoch, aber klar, auch in Australien ist noch Sommerferienzeit.
Ich fahre die knapp 4km zur Hauptstraße und gehe im „Habituel“ Kaffee trinken. 2 Cappucino total lecker. Um 14.30h sitze ich schon wieder im Auto und steuere das an, was ich gar nicht gedacht hatte, noch zu schaffen: Den Blue Lotus Water Garden in Yarra Junction, rund 25km von Healesville entfernt. Ich gehe als „senior“ durch – ok, das spart 2$ (es bleiben 16$) und da will ich mal nicht so sein, dass ich von der Altersgrenze noch 2 Jahre und 1 Woche entfernt bin…
Ein phantastischer Garten mit unendlich vielen verschiedenen Lotusblüten, die ganze Teiche befüllen. Einfach unglaublich. Meine Kamera arbeitet auf Hochtouren. Die großen Lotusblätter aus dem Amazonas können bis 40kg tragen!
Kurz vor 17h fahre ich zurück nach Healesville. Seit gestern macht eines meiner Räder grauenvolle Geräusche. In jedem Ort bleiben die Leute stehen und gucken. Ich hoffe, ich komme damit morgen noch heil nach Melbourne. Beim Fahren und Bremsen merke ich jedoch keine Veränderung im Fahrverhalten, aber wer weiß, ob sich das nicht irgendwann sprunghaft verändern kann?
Ich packe final meine große Tasche, sitze um 18.00h in der milden Abendsonne vorm Zimmer, schreibe Tagebuch und speichere meine Bilder auf’s Tablet.
Das Auto muß ich morgen erst um 16h abgeben, der Flug nach Peking geht erst um 20.15h, also habe ich morgen einen entspannten Tag, denn ich bin nur noch gut 70km vom Airport entfernt. Aus dem Hotel muß ich um 10.00h raus sein, also viel Zeit. Aber ich bin jetzt durch mit Angucken und Fotos machen.Inhalt