St. Ives
Mein aller letzter T

Veröffentlicht: 22.12.2025














































Nun ist die langersehnte Auszeit endgültig vorbei. Seit einem halben Jahr bin ich zurück in London und auch in meinem Alltagstrott wieder angekommen. An mein Abenteuer denke ich immer wieder gerne zurück und ich muss sagen, es war definitiv die richtig Entscheidung!
Und trotzdem fällt es mir schwer diesen Bericht zu schreiben. Es fühlt sich jetzt wie ein richtiger Abschluss an, aber zeitgleich schwirren in meinem Kopf noch so viele Gedanken dazu herum. Diesen Beitrag möchte ich dafür nutzen meine Gedanken etwas zu sortieren und meine Reise noch einmal Revue passieren lassen und wer weiß, vielleicht beantworte ich auch noch die ein oder andere, euch offene, Frage.
Für einen letzten Stopp ging es von Cornwall aus nach Oxford. Dort habe ich liebe Freunde besucht. Ein letzter Halt, bevor es endgültig nach London zurück ging. Dazu kam kein einzelner Beitrag, weil ich einfach keine Fotos gemacht habe und die Zeit einfach nur genossen habe.
Zurück in London hatte ich dann noch fünf Tage Zeit, bevor es zurück in die Arbeit ging. Auch hier war perfektes Sommerwetter, sodass ich die Tage in unserem kleinen Garten genießen konnte, andererseits musste die Zeit auch genutzt werden, um mein Zimmer wieder komplett zu beziehen.
Und dann ging es wieder zurück in den Kindergarten. Ich war so nervös davor, es hat sich ein bisschen angefühlt wie ein erster Arbeitstag. Neben ein paar neuer Kinder, hatte sich auch das Team in meiner Abwesenheit etwas verändert. Aber alle Sorgen unbegründet. Ich wurde von allen freudig begrüßt und alles hat sich schnell wieder eingependelt.
Aber nochmal zurück zu meiner Reise:
Vier Monate durch ganz Europa. Nur mein Rucksack und ich!
Insgesamt habe ich 13 Länder gesehen und euch mit meinen digitalen Postkarten mitgenommen und diese sozusagen in Form von 55 Beiträgen (dieser hier ist der 56) an euch verschickt. Ich habe mir 69 Städte und Orte angeschaut und so viele unterschiedliche Menschen kennengelernt und viele, viele Erfahrungen sammeln können.
In den letzten Jahren hatte ich immer mehr den Wunsch einmal länger reisen zu gehen. Ein bisschen mehr von der Welt zu sehen. Am liebsten mit Interrail durch Europa. Also so viel wie möglich mit dem Zug erkunden. Dafür habe ich mir im Vorfeld ein Interrail Ticket gekauft. Dabei gibt es unterschiedliche Pässe, die einem unterschiedliche Dinge ermöglichen. Am Ende habe ich mich für das Längste entschieden.
Drei Monate mit unbegrenzten Fahrten. Nach ausgiebiger Recherche habe ich mich außerdem für das erste Klasse Ticket entschieden. Mein Mitbewohner meinte zudem, wenn man so eine lange Zeit reist, freut man sich vielleicht auch einfach mal auf ein ruhiges Abteil mit etwas mehr Platz. Und ja manchmal war das echt schön, auch wenn es sich die ganze Zeit etwas seltsam angefühlt hat. Ich bin vorher noch nie erste Klasse gefahren und hatte so manches Mal das Gefühl, ich pass mit meinem riesigen Rucksack einfach nicht zwischen die ganzen Anzugträger.
Zug fahren ist schon eins der entspanntesten Verkehrsmittel. Klar ist es am Schönsten, wenn man auch einen Platz hat. Leider kam es auch das ein oder andere Mal vor, dass man auf dem Boden saß, aber alles in allem hatte ich meistens Glück. Ich war ja auch nicht nur auf die zweite Klasse angewiesen, das war schon sehr angenehm. Während meiner Reise bin ich natürlich auch mit den unterschiedlichsten Zugtypen gefahren. Gerade im Osten Europas gab es viele Züge mit dem klassischen 6er Abteil. Nicht mein Lieblingsabteil, weil man schon recht eng aufeinander hockt, wenn jeder Platz besetzt ist, aber wenn man es für sich alleine hat premium!
Dann bin ich, zum ersten Mal in meinem Leben, mit einem Nachtzug gefahren. Also wo man sein eigenes kleines Bettchen hat. Auch hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten von 6er, 3er, 2er und Einzelabteilen. Man kann schon besser schlafen, als in einem Sitz, aber richtig ausgeschlafen war ich danach auch nie.
Wenn wir direkt beim Thema Zug sind, dann bleiben wir doch auch direkt beim Thema Strecke. Zahlen sind ja sowieso immer interessant und die Interrail App hat mir das immer sehr schön zusammen gefasst.
So habe ich zum Beispiel insgesamt 6 Tage und fast 16 Stunden mit Zug fahren verbracht. Und das nur in den ersten drei Monaten. Meine Reisezeit in der UK (ein Monat) hat nicht dazu gezählt, da ich in meinem Wohnortland mit dem Interrailticket gar nicht reisen darf. Da zählen nur die Ein- und Ausreise. Insgesamt in den vier Monaten habe ich 7 Tage 14 Stunden und 48 min in Zügen verbracht.
Und wahrscheinlich noch einige Stunden mehr auf den unterschiedlichsten Bahnhöfen auf meine Züge gewartet.
Auf meiner Strecke durch Europa bin ich wirklich fast alles mit dem Zug gefahren. Insgesamt 11.474 km plus 1253,44 km in der UK also zusammengerechnet 12.727,44km was fast ein Drittel der Erdumrundung entspricht!
Die Zugstrecken sahen dann als Gesamtbild aber so aus:
Und das nur mit dem Zug. Strecken, die ich mit Fernbus und Auto fahren musste zählen da ja noch gar nicht dazu. Das waren insgesamt nochmal ungefähr 1303 km. Und dazu, aber da habe ich keine genauen Daten kommen noch meine Fahrradtouren und die Erkundungstouren die ich mit dem Auto gemacht habe.
Wozu ich aber genaue Daten habe ist jeder Schritt den ich gegangen bin und wie viele km das eigentlich insgesamt waren. Ich bin ja fast aus meinen Latschen gekippt, als ich das neulich zusammen gerechnet habe.
Insgesamt bin ich in meinen vier Monaten 1.561.374 Millionen Schritte gelaufen, was ungefähr 1111 km entspricht. Den ersten Platz hat sich somit ein Tag in Budapest geholt mit ganzen 31.040 Schritten.
Die meist gestellte Frage, die ich zu meiner Reise bekommen habe war: "Was war denn dein absoluter Lieblingsort?" und dann als nächstes kam "Und wie viel hat es alles gekostet?", aber auch Fragen wie "Was war völlig überbewertet und was hat dich besonders überrascht?" kamen immer wieder auf.
Zu der ersten Frage fällt es mir so schwer eine einzige Antwort zu finden. Denn nach insgesamt 69 gesehenen Orten habe ich eine ganze Menge erlebt und es lässt sich ja auch nicht immer an einer einzigen Sache fest machen. Wenn man nach den Menschen geht, dann würde ich auf alle Fälle Bled sagen. Dort habe ich in meinem Hostel einfach so viele liebe unterschiedliche Menschen kennengelernt. Diese vier Tage da sind einfach in einem Augenblick vorbei gegangen.
Wenn man nach der Natur geht dann auf alle Fälle überall, wo es das Meer gibt, aber vor allem Kroatiens Küste fand ich so schön.
Und auch den schönsten Sonnenuntergang habe ich in Kroatien gesehen. Insgesamt zwei Stunden habe ich auf einem Dach verbracht, um diesen Sonnenuntergang über Dubrovnik bewundern zu können.
Aber welchen Ort fand ich jetzt total über bewertet? Auf alle Fälle Mailand. Eins kann ich euch sagen, wenn man in die großen Sehenswürdigkeiten rein möchte, sollte man es vorher ein bisschen planen. Dafür war ich leider zu spontan unterwegs. So war ich von der Kathedrale sehr enttäuscht. Aber ich war an dem Tag auch nicht so gut drauf. Vielleicht gebe ich der Stadt irgendwann nochmal eine Chance. Und auch Split hat mich nicht so beeindruckt, dafür das mir schon in Italien gesagt wurde, dass ich mir Split unbedingt ansehen muss. Und ja klar hat dieser Ort auch schöne Ecken, mich hat sie jetzt aber nicht so beeindruckt, wie so manche andere Stadt. Dennoch habe ich eins meiner Lieblingsbilder in Split gemacht und vor Split sollen vier richtig schöne Inseln liegen. Um die zu besichtigen hat mir aber leider die Zeit gefehlt.
Am meisten überrascht hat mich Knin (auch in Kroatien). Ein Ort an dem ich notgedrungen Halt machen musste, um eine Nacht zu überbrücken. Die Übernachtung ist auf alle Fälle in den Top drei der Schrecklichsten, aber die Wanderung am nächsten Tag war unerwartet schön. Gewandert bin ich zuerst zu einem Wasserfall entlang des Flusses "Krka" mit ultra klarem Wasser und dann hat Knin eine riesige alte, zum Teil in Ruinen liegende, Festung. Diese steht auf einem recht hohen Berg und wenn man einmal oben angekommen ist hat man eine richtig schöne Aussicht über das Dinarische Gebirge, welches direkt an Bosnien und Herzegowina angrenzt. Man kann von dort auch auf den Dinara blicken. Dies ist der höchste Gipfel Kroatiens mit rund 1300 Höhenmetern.
Auch sehr oft gefragt wurde ich, wo ich denn immer geschlafen habe? Das meiste wohl in Hostels oder bei Freunden und Familie. Insgesamt habe ich 25 Nächte in 14 unterschiedlichen Hostels verbracht und in den allermeisten Fällen nur gute Erfahrungen gemacht. Natürlich waren ein paar merkwürdige dabei, in einem in Split hat gefühlt jeder dort arbeitende Mensch gekifft, in vielen stand immer das Badezimmer unter Wasser oder es gab komische Küchenregeln, zum Beispiel kein Kochen nach 20 Uhr, was ich schon als sehr früh empfinde.
Ansonsten fand ich es immer schwer mich zu entscheiden. Lieber großes Zimmer mit vielen anderen? Dann hat man mehr Chancen coole Leute kennenzulernen und diese waren oft billiger. Oder doch lieber in das kleinere Zimmer, um vielleicht ein bisschen mehr Ruhe zu haben. Gemischt oder nur Frauen, oft gab es viel zu viele Möglichkeiten.
Im Nachhinein war man dann oft schlauer. Wie wohl und willkommen hat man sich gefühlt? Wie waren die Leute drauf? War das Hostel gut ausgestattet oder einfach nur ein totaler Reinfall?
Die besten Hostel waren auf alle Fälle in Bled und in Mostar.
Ein weiterer wichtiger, auch eher wichtigster Punkt ist, wie sicher man sich fühlt. Schlimmste Erfahrung in Posen. Genaueres könnt ihr in dem Beitrag nochmal genauer nach lesen. Aber ich kann mich glücklich schätzen. So schlimm war es zum Glück nur einmal und auch recht am Ende meines Trips. Die Bewertungen waren schon nicht top, aber ich dachte für eine Nacht geht es bestimmt mal. Naja jetzt schaue ich mir immer unterschiedliche Bewertungen auf unterschiedlichen Plattformen an.
Manchmal, von Zeit zu Zeit, habe ich mir auch ein Hotelzimmer oder ein kleines AirBnb gegönnt. Aber ehrlich gesagt lohnt sich das als allein Reisende nicht wirklich. Es ist aber mal ganz schön einfach um mal runter zu kommen und sich richtige Ruhe zu gönnen.
Aber ich habe nicht nur in Hostels oder AirBnB´s geschlafen. Auch SERVAS habe ich auf dieser Reise viermal benutzt. SERVAS ist eine Art Couchsurfing, wo man bei Locals übernachten kann und so vielleicht auch nochmal andere Ecken einer Stadt entdecken kann. Das habe ich in Italien, Deutschland und Großbritannien benutzt. Leider ist SERVAS nicht wirklich in Osteuropa vertreten, so konnte ich es dort nicht ausprobieren.
Und dann habe ich auch Freunde und Familie besucht oder mich unterwegs mit ihnen getroffen. Es ist richtig schön Freunde in Europa verstreut zu haben. So konnte ich in Frankreich, Kroatien, Ungarn, Rumänien, natürlich Deutschland und Großbritannien Freunde und Familie besuchen. Ein Grund mehr Reisen zu gehen!
Die Menschen, die ich kennengelernt habe, oder Freunde und Familie waren sowieso sehr wichtige Wegbegleiter! Ich habe sehr viel telefoniert, denn wenn man viel alleine unterwegs ist kann man sich auch ab und zu mal einsam fühlen. Ich habe viele Menschen kennen gelernt, die für die Reisezeit zu, ich würde es mal Teilzeitfreunden nennen, geworden sind. Man hat sich kennengelernt, eine tolle Zeit miteinander verbracht und in anderen Städten vielleicht sogar wieder getroffen. Während meiner Reise habe ich zu diesen "Teilzeitfreunden" auch immer wieder Kontakt gehabt. Man hat sich gegenseitig ausgetauscht und Tipps gegeben, wo man vielleicht doch nochmal hin fahren sollte, weil der Ort einfach so schön ist. Inzwischen habe ich leider zu den meisten keinen wirklichen Kontakt mehr, manchmal sieht man noch auf Instagram was. Aber um ehrlich zu sein finde ich das auch okay. Man hatte ein paar Tage lang tolle Sachen erlebt und die Erinnerungen daran kann uns keiner mehr nehmen! Ich denke gerne an die vielen lieben Menschen zurück und all das was wir zusammen gemacht und erlebt haben.
Die Leute von zu Hause waren auch immer mit dabei, ob jetzt in Form von diesen Blogs, schonmal hier ein kurzes Danke fürs Lesen, oder durch die Telefonate und viele Nachrichten. Um auch analog die Leute zu erreichen konnte ich eins meiner größten Hobbies auf meine Reise mitnehmen und voll ausleben.
Das Postkarten schreiben! Ich finde heutzutage werden viel zu wenig Postkarten verschickt und dabei ist es so schön eine kleine Karte zu erhalten und zu wissen, dass an einen gedacht wurde. So habe ich versucht aus jedem Ort mindestens eine, am Besten aber mehrere Karten zu verschicken. So konnte ich insgesamt 83 Postkarten in die weite Welt hinaus schicken.
Zum Thema Essen. Grundsätzlich habe ich mich glaube ich recht ungesund ernährt. Ich liebe ja Brot und Gebäck über alles, so habe ich natürlich immer probiert in den jeweiligen Ländern in die lokalen Bäckereien zu gehen. Gekocht habe ich tatsächlich weniger. Da ich einfach nicht die Kapazitäten hatte, viele Lebensmittel mit mir rum zu tragen. Dafür habe ich es dann genossen, mit den Leuten, die ich auf dem Weg getroffen habe zusammen zu kochen und richtig gemeinsam zu essen. Ich habe einige Male "Too good to go" ausprobiert und ansonsten versucht so viel wie möglich landestypisch zu essen. Das beste Essen gab es auf alle Fälle in Italien und Bosnien und Herzegowina. Die wildesten Stories auf alle Fälle in Frankreich, was natürlich an Übersetzungsfehlern lag.
Aber jetzt mal zu einer der meist gestelltesten Fragen überhaupt. Was hat mich das Ganze eigentlich gekostet?
Natürlich fallen vor so einer Reise schon einige Kosten an. Den Rucksack hatte ich schon, aber so einigen Kleinkram habe ich dann doch noch gebraucht. Eine kleine Waschtasche oder eine Wasserflasche zum Beispiel. Dann natürlich ein paar Medikamente und das wichtigste für Interrail, das Zugticket natürlich!
Später während der Reise musste ich natürlich die ein oder andere Unterkunft bezahlen, Essen, Sehenswürdigkeiten, Theaterkarten, Postkarten und das dazu gehörige Porto (da will ich gar nicht wissen, wie viel das genau war), weitere Zug- und Buskosten und das ein oder andere Souvenir. Leider musste ich auch die ein oder andere Abhebungsgebühr zahlen und auch die ein oder andere größere Handyrechnung war dabei, denn man ist schneller über eine Landesgrenze gefahren, als man sich fragen kann, ob dein Tarif in diesem Land auch gültig ist. Das ist mir genau zweimal passiert. In der Schweiz und in Bosnien und Herzegowina.
Insgesamt habe ich in den vier Monaten ungefähr 4700 Pfund ausgegeben, was ca. 5300 Euro sind. Nach ein bisschen Recherche ist das ein guter Durchschnittspreis für eine vier monatige Reise durch Europa. Klar billiger kann man wahrscheinlich immer reisen, teurer aber auch.
Durch meine Nachhilfe, die ich vor der Reise teilweise viermal die Woche gegeben habe, konnte ich einiges an Geld ansparen. Und ich habe von meinem Ersparten sogar noch einiges übrig, was ich in zukünftige Reisen investieren kann.
Nun mal zu mir selbst. Was habe ich über mich selbst gelernt?, Was kann ich gut und was fällt mir schwer?
Ich bin eindeutig ein sozialer Mensch. Ich brauche Menschen um mich herum und es war schön Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen und mit ihnen gemeinsam den Tag zu verplanen und neue Orte zu erkunden. Aber ich brauche auch meine Pausen, um die sozialen Batterien wieder aufzuladen. Aber auch das ist ganz normal.
Ganz allein unterwegs zu sein macht aber auch Spaß. Man kann machen was man will und muss sich nicht mit mehreren Menschen einigen, welcher Programmpunkt als nächstes dran ist.
Was ich schon vorher wusste: Ich kann nicht so gut Entscheidungen treffen. Auch während meiner Reise musste ich wieder feststellen, das ich da nicht immer gut drin bin. Und das kann manchmal echt anstrengend werden und die Laune ganz schön runter ziehen. Fast immer allein unterwegs, fast immer musste ich dann natürlich alle Entscheidungen alleine treffen. Da kann das planlose Reisen auch mal nervig werden. Wenn ich dann zum Beispiel in ein neues Land eingereist bin und erst nachmittags angekommen bin, aber einfach noch keinen Schlafplatz hatte, weil ich mich einfach nicht entscheiden konnte, welches Hostel es denn jetzt werden soll. Oder ich ewig durch die Straßen irre, weil ich mich nicht entscheiden kann, was genau ich jetzt eigentlich essen möchte. Ein Tag besteht aus so vielen kleineren und größeren Entscheidungen. Da war es gut mal mit anderen Menschen unterwegs zu sein, einfach um diese Aufgabe auch mal abgeben zu können.
Was ist sonst noch wichtig? Immer einen Snack dabei haben! Und wenn es nur der ein oder andere Notfallriegel ist. Ich bekomme teilweise sehr schnell Hunger und bin eher so die Zwischendurch Snackerin. Ich hatte also immer irgendwas dabei, falls der nächste Laden doch mal etwas weiter weg ist.
Zu meinem täglichen Tagesablauf kann ich sagen, dass wenn ich allein unterwegs war, habe ich definitiv immer länger gebraucht um morgens raus zu kommen. Ich kann sehr gut in den Tag rein leben, gerade wenn nichts geplant ist, viel es mir manchmal schwer die Motivation zu finden. Andererseits braucht man auch so seine Pausen, wenn man fast aller zwei Tage den Ort wechselt. Und diese Pausen sollte man sich auch eingestehen und nehmen!
Was ich vorher schon wusste, aber jetzt natürlich so richtig ausnutzen konnte ist, dass ich es liebe Orte ohne Plan zu erkunden. Einfach schauen, wo es einen hin verschlägt. Die Straße sieht schön aus? Dann gehe ich da hin. Einfach los laufen, ganz ohne Karte, so entdeckt man die schönsten Dinge.
Und auch das spontan Sein war richtig gut. Ich bin so so froh, dass ich die Reise nicht im Vorhinein bis ins kleinste Detail aus geplant hatte. So konnte ich immer nach meinem Bauchgefühl gehen, ob ich lieber noch ein bisschen in dem Hostel oder Ort bleiben möchte, eine oder zwei Nächte verlängern oder lieber doch direkt weiter. So kann man sich auch auf Ideen von anderen einlassen. Ich hatte zum Beispiel so gar keinen Plan, wo es für mich nach Bled hingehen sollte und zwei Bettennachbarn haben mir dann Rijeka empfohlen und dann bin ich tatsächlich nach Rijeka gefahren.
Eine praktische Fähigkeit, die ich während meiner Reise perfektioniert habe, war das Packen. In so einen Rucksack passt am Ende doch mehr rein, als man vorher vielleicht dachte, aber halt auch einiges weniger, als ich sonst so besitze. Aber ja, wenn man alle paar Tage seinen Rucksack wieder packen muss, hat man irgendwann seine eigene Routine entwickelt.
Eine Sache, die an jedem Halt für mich dazu gehört hat, war es mir den Ort mal von oben anzuschauen. Ich habe immer versucht einen schönen Ausblick zu finden. Mal als Touristenattraktion wie Kirchtürme oder ein Riesenrad oder einfach so versucht einen hohen Hügel zu finden. Irgendwie hat es mich immer beruhigt das Treiben von oben zu beobachten.
Und dann waren auf einmal vier Monate vorbei.
Mit dem letzten Zug bin ich von Oxford nach London gekommen. Das war ein wirklich seltsames Gefühl. Viele unterschiedliche Eindrücke habe ich auf so einer langen Reise bekommen und dann sollte es auf einmal vorbei sein?
Wieder zu Hause angekommen, hatte sich nicht nur die Wohnungstür geändert, auch in meiner WG ist jetzt einiges anders. Mein Mitbewohner ist ausgezogen und jetzt sind wir nur noch zu viert.
Auch habe ich gelernt, dass es nicht so gesund ist, den Alltag bis es nicht mehr geht vollzustopfen. Ich arbeite momentan sehr viel weniger nach der Arbeit, also momentan nur einmal pro Woche Nachhilfe und auch sonst versuche ich mir mehr Freiräume zu machen. Vor meiner Reise war ich doch ganz schön ausgelaugt, was sich auch echt bemerkbar gemacht hat.
Während der vier Monate bin ich ja unglaublich viel gelaufen. Und was soll ich sagen, dass vermisse ich echt. Um das ein bisschen beizubehalten gehe ich inzwischen mehrmals die Woche zum Sport (Gym, schwimmen oder Fahrrad fahren) und versuche mich auch ein bisschen gesünder zu ernähren.
Würd ich es wieder machen? Definitiv. Am liebsten so oft wie möglich. Stück für Stück die Welt, ihre Menschen und Kulturen ein bisschen mehr kennen lernen. Und gerade wenn man in ein Land reist und nur einen Bruchteil sieht, denkt man sich ganz schnell, ach da und da kann ich auch noch hin und so verlängert sich die Reisezielliste ganz schnell. Für die nächsten paar Jahre steht auf alle Fälle Süd- Osteuropa ganz weit oben auf meiner Liste. Auch wenn ich jetzt in 13 Ländern war und vorher auch schon noch ein paar andere Länder von Europa gesehen habe, sind noch einige übrig, die es noch zu erkunden gibt!
Ich weiß sehr zu schätzen, dass ich überhaupt die Möglichkeit hatte, diese Reise zu unternehmen. Erstmal braucht man einen Traum und dann hatte ich auch noch die Möglichkeit den unbezahlten Urlaub zu bekommen, um wirklich so lange am Stück unterwegs sein zu können.
Vielen Dank aber auch an Euch! Ihr habt sehr fleißig meine Beiträge gelesen. Auch wenn es eine Weile gedauert hat und es nun schon ein halbes Jahr her ist, dass ich wieder in meinem Alltag angekommen bin, habt ihr dennoch begeistert weiter meinen Blog gelesen. Gerade in den letzten Monaten war es für mich noch mal ein richtiges Revue passieren lassen und ein sich wieder erinnern an viele schöne Momente.
Mir hat die Reise sehr gut getan und ich bin froh, dass ich mich getraut habe, mich aus meiner eigenen Komfortzone zu bewegen und mal ein bisschen über meinen persönlichen Tellerrand zu schauen. Ich hab den langen Wunsch einer Interrailreise durchgezogen, kann es jedem nur stark ans Herz legen und würde es definitiv immer wieder tun!