Meck on Tour
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Abschied

Veröffentlicht: 09.07.2022

Nun ist es soweit, der Tag des Abschieds ist gekommen. Nach fast vier Wochen Rundtour im Baltikum geht es heute Abend auf die Fähre nach Kiel und von dort nach Hause. Und am Montag ruft die Arbeit.

Doch zuvor ist noch eine letzte Etappe durch Lettland und Litauen angesagt. Ventspils, die Hafenstadt durchquere ich nur, einen Stopp habe ich noch für Liepāja eingeplant. Dort besuche ich die beindruckende russisch-orthodoxe Kathedrale. Gebaut wurde sie 1901 und eingeweiht durch Zar Nikolaus persönlich im Jahr 1903. Während der Sowjetzeit wurde der Bau als Sporthalle genutzt und ist heute grösstenteils wieder restauriert. Ein sehr beeindruckendes Bauwerk! Und in nächster Nachbarschaft stehen noch immer heruntergewirtschaftete Plattenbauten aus den Sowjetjahren.

Bald schon erreiche ich Klaipėda. Ich bin der erste in der Reihe und lasse das Auto stehen. Ich nutze die Zeit noch für einen kurzen Einkaufsbummel im Decathlon und im Rimi.

Das Verladen geht nur zögerlich voran. Für diverse LKW gibt es schliesslich keinen Platz. Ob die wohl einen Tag warten?

Da ich der Allerallererste bin, bekomme ich auch den Platz zuunterst zuhinterst in der grossen ATHENA SEAWAYS. Das heisst, ich werde auch der letzte Tourist sein, der von Bord geht. Bei den LKW dauert das ja immer noch ein bisschen länger. Die Überfahrt ist ruhig und wir erleben einen schönen Sonnenuntergang. Über den Fortschritt der Reise kann man sich auf vesselfinder.com ein Bild machen.

Aus COVID-Gründen bin ich nur kurz für die Mahlzeiten ausserhalb meiner Kabine und verbringe die Zeit mit Lesen, Schlafen, Bilder sortieren und Netflixen. Ich freu mich auf mein Daheim und auf bekannte Geräusche und Gerüche, liebe Menschen, meine Arbeit…

Und trotzdem werde ich die vielen lieben Menschen vermissen. Den Platzwart vom Honeyvalley, der mir gestenreich die jahrtausendealte Geschichte der litauischen Sprache erklärte, Arturs, der mir auf der Treppe des Sanitärgebäudes die Schönheiten des Gauja-Nationalparks zeigte, Zenon, der meinen Skoda von der Strasse holte und für mich dolmetschte, Ylva, die mir beim Kochen vom Leben in Lettland erzählte, der nette Disponent von Möller-Autohaus in Pärnu, der meinen inkontinenten Skoda heilen half oder den bärenstarken Martin, der mir so herzlich und stolz seine Familie vorstellte. Und dann sind dann natürlich noch unzählige nette, kleine Begegnungen an der Kasse im Supermarkt, an Verkaufsständen oder an der Tankstelle.

Aber auch die Landschaft wird unvergessen bleiben: traumhafte Seen, ruhige Flüsse, versteckte Lichtungen, endlose Wälder und flaches Land bis zum Horizont, dazwischen Bijous von Gehöften und Dörfern oder dann natürlich die drei Hauptstädte Vilnius, Riga und Tallinn, jede anders, aber alle zu Recht UNESCO-Welterbe.

So, langsam geht es ans Räumen der Kabine und dann wartet die letzte Etappe nach Hause!

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