Lun@ix ontour

Unser Reiseblog Oktober 2019

Von Riga nach Vilnius

Nach dem herrlichen Abend in Riga war ich heute morgen doppelt motiviert, früh aufzustehen. Zum einen endlich wieder einmal richtig geschlafen, zum anderen noch ein ziemlich gedrängtes Programm im Kopf, trieb es mich bereits um 8 Uhr aus den Federn. Nach einem sättigenden Frühstück war mein erstes Ziel Riga's Zentralmarkt. Dieser umfasst ein riesiges Gebiet innerhalb und ausserhalb von typischen Stahlbeton-Markthallen im osteuropäischen Stil. Es lohnt den Besuch. Im Gegensatz zum letzten "ausländischen" Marktbesuch in Cartagena stehen für den "Rigas coentralais tirgus" auch keinerlei Warnungen in irgendwelchen Reiseführern und so war es dann auch. Keine verrottenden Müllberge, keine Kloaken. Nur säuberlich und appetitlich (entsprechend EU-Norm versteht sich...) präsentiertes Fleisch und anstelle der Kadaver habe ich eine ziemlich gut genährte Marktkatze kennen gelernt. 

Nach einem kurzen Augenschein des Rigaer Schlosses machte ich mich dann endgültig auf den Weg Richtung Litauen mit dem Ziel "Berg der Kreuze". Dies ist ein einmaliger Ort, um dessen Entstehung sich zwei legenden Ranken auf die ich nicht weiter eingehen will. Wen es interessiert findet unter https://de.wikipedia.org/wiki/Berg_der_Kreuze

alle Details. Abgesehen davon, dass der "Berg" unterdessen ein Besucherzentrum mit mehreren Souvenirshops und einen - gebührenpflichtigen - Parkplatz hat, ist das wirklich einer der schrägsten Plätze die ich je besucht habe. Mal abgesehen von der italienischen Reisegruppe, die mir 2 Bussen unterwegs war - alle zwischen 80 und 82 - und die unentwegt Selfies von sich und den Kreuzen geschossen haben. Über die Motivation möchte ich mal lieber nicht spekulieren...

Der Ort hat wirklich etwas eben unwirkliches, ist bizarr und irgendwie auch ein bisschen gruselig. Das wäre die perfekte Kulisse für einen Horrorfilm erster Sahne - natürlich in einer Mondnacht mit Nebelschwaden

Danach ging es sogleich weiter nach Vilnius und die Fahrt zog sich so einigermassen dahin. Es folgte eine Express-Stadtbesichtitung, da ich ja um 19.45h bereits Richtung Tallinn weiterfliegen sollte (sollte...). Vilnius ist so ganz anders als Riga, wirkt viel kleiner und erinnert irgendwie an Kurorte in Österreich oder dem Südtirol, was wohl vor allem daran liegt, dass die Gebäude viel kleiner sind. Alles in allem wunderschön, gemütlich und blitzsauber, was auch für Riga gilt.

So machte ich mich früh genug um Stress zu vermeiden zum Flughafen auf, nur um dort (erst dort) zu erfahren, dass mein 19.45h Flug nun um 22.00h fliegen soll (soll). Ich nutzte die Zeit um - ja genau - diese Zeilen zu tippen und für ein Essen als ich um 19.47h eine SMS erhielt, dass mein Flug um 2 1/4 Stunden verspätet sei. Etwas spät angesichts der Tatsache, dass wir um diese Zeit eigentlich bereits in der Luft sein sollten. Und ewig schade, dass ich die Zeit die ich nun schon sinnlos hier herumsitze nicht für einen ausgedehnteren Stadtbummel in Vilnius nutzen konnte. Aber es kommt noch besser: um 20.23 kommt eine SMS, der Flug sei nun ganz gestrichen, worauf ich mein Hotel in Tallinn storniert habe, nur damit 12 Minuten später die nächste SMS eintrifft, der Flug sei nun um 23.15h... Bislang stand Air Vietnam ganz oben auf der Hassliste der Airlines. Seit heute hat es ernstzunehmende Konkurrenz gegeben. Am Gate waren sie nicht in der Lage zu sagen ob der Flug nun stattfinde oder nicht. Bingo! Und dass alles in der hochgelobten EU! Nun, ich habe schon so einiges erlebt aber das... in Europa? Und so sitze ich hier noch immer im Flughafen von Vilnius, während alle Geschäfte, Restaurants und Bars die Jalousien runterlassen und harre der Dinge die da kommen. Ich halte euch auf dem Laufenden... 

#riga#kryžiųkalnas#bergderkreuze#vilnius

Kommentare

Dinge, die du vor Ort erleben kannst: