Lost in Jinja
Mein Ausflug nach Jinja endete noch in einem mini Abenteuer. Ich hatte nach längerer Suche doch noch eine Unterkunft für unter 15 $ gefunden und suchte mir einen boda-boda...

Veröffentlicht: 23.08.2016
Ich weiss gar nicht wirklich was ich schreiben soll, mein Alltag in Bugembe ist ziemlich ruhig und geerdet. Ich helfe bei den Hausarbeiten wie waschen, spuelen, Essen zubereiten und die restliche Zeit lese und schreibe ich, spiele mit den Kindern, sitze mit Joram und Sarah zusammen und abends gibts dann nach dem Essen eine Runde Sport.
Ja, es gibt also nun wirklich nicht viel spannendes zu erzaehlen, und dass wird auch die kommenden drei Wochen wohl so bleiben.
Wie in meinem vorherigen Post schon erwaehnt bringt das ganze auch jede Menge Zeit zum Denken mit sich, zum groessten Teil viele positive und bereichernde Gedanken, aber auch wirklich Dinge vor denen ich davor vielleicht davon gelaufen bin. Aber eine weise junge Dame und nun offiziell zukuenftige Psychotherapeutin aka. Juliane Benz, hat mich darin bestaerkt dass es etwas gutes ist sich auch mit unangenehmen Dingen zu befassen! Und wie ich finde hat sie auch Recht und ich werde die Zeit hier vollkommn ausnutzen zum einen die ugandische Kultur kennenzulernen, die Familie kennenzulernen, aber auch vielleicht einige Dinge fuer mich selbst zu verarbeiten und mir die Ruhe fuer mch selbst zu nehmen.
So, genug geschwafelt: was gibt es sonst zu erzählen?
Was mir besonders auffaellt hier in Uganda, ist der Unterschied in der Erziehung: die Kinder hier, werden ziemlich selbststaendig erzogen. In dem Sinne, dass sie sich viel allein beschaeftigen und nicht so dauer-ueberwacht werden wie bei uns. Zum anderen bedeutet das aber auch, dass sogar die kleinsten bei allen Hausarbeiten mithelfen. Die Kinder haben einen ungeheuren Respekt vor ihren Aufsichtspersonen (sie knien nieder und senken ihre Stimme) und vor allem die Maedchen kommen mir haeufig mit gerade mal 11, 12, 13, 14, wie kleine Muttis vor.
Wenn ich so ueber meine Kindheit nachdenke, ist das schon das krasse Gegenteil. Dadurch dass ich ohne Eltern aufgewachsen bin, und meine Grossmutter sich komplett aufgeopfert hat um das wieder gut zu machen, musste ich nie auch nur irgendetwas im Haushalt tun. Im Gegenteil, als ich aelter wurde und gerne zb. selbst meine Waesche gewaschen haette, wollte meine Grossmutter das gar nicht aus der Hand geben. Gleichzeitig erwartete sie aber Dank dafuer dass sie das alles macht! Und ich als zickiger Teenager hab das ueberhaupt nicht eingesehen ...
Ich habe mich inzwischen trotzdem zu einem selbststaendigen, dankbaren Menschen entwickelt habe. Und wenn ich mal meine 4 Kinderchen habe werden definitiv alle zuhause mithelfen ;) Eine Helikopter-Mutter werde ich wahrscheinlich trotzdem, ich mache mir immer zu viel Sorgen um meine Liebsten, jetzt schon mal sorry dafuer Kinder!
So, ein ziemlich langer Eintrag dafuer, dass ich damit begonnen habe dass es nicht viel zu erzaehlen gibt! Hach, ich lasse euch einfach zu gern an meinen Gedanken teilhaben. Ich werde mich jetzt mal wieder auf den Weg nach Hause machen und melde mich kommenden Samstag zurueck mit bestimmt ganz spannenden Erlebnissen aus Bugembe ;)
((Ps. Ich muss zugeben dass ich mich innerlich schon ziemlich gegen diese ganze Ruhe straeube und gedanklich schon viel in Aegypten, Libanon, Tuerkei und Thailand bin, aber auch das ist nur eine weitere Challenge fuer mich und ich bin selbst gespannt wann ich mich an die Ruhe gewoehnt hab!))