Tag 3: Independence Day in San Francisco
San Francisco 1/2

Veröffentlicht: 06.07.2022




























Mein Tag heute startete damit, dass ich um 4 Uhr morgens von einer laut fluchenden Frau geweckt wurde, die auf dem Flur vor meinem Hotelzimmer irgendjemanden anzuschreien schien. Auf Ausrufe wie "Go to hell" und "I hope you die" folgten aggressive Schläge/Tritte gegen eine Tür. Wem auch immer diese Aggression galt, ich bin froh, dass ich nicht derjenige gewesen bin.
Trotz großer Müdigkeit konnte ich danach nicht mehr einschlafen. Mein Plan heute war eigentlich, etwas länger zu schlafen und mit meiner gebuchten Alcatraz-Tour um 12 Uhr in den Tag zu starten. Da ich nun aber eh wach war, begab ich mich um 7 Uhr über den etwas sehr wackeligen Aufzug, dessen Sicherheitszertifikat seit immerhin fast zwei Jahren abgelaufen ist, zum Frühstück. Und vertraut mir: Falls ihr auch mal etwas müde seid und einen langen Tag vor euch habt, werden euch exakt 6 Mini-Croissants und 2 Becher billiger Kapsel-Kaffee wieder nach vorne bringen. Nicht mehr und nicht weniger.
Mit für 4 Stunden Schlaf größtmöglicher Energie begab ich mich also erneut in den Großstadtdschungel San Franciscos. Nach kurzem Fußmarsch erreichte ich den zentralen Union Square. Von dort aus ging es mit dem Bus vorbei an dem Rathaus der Stadt zu den Painted Ladies. Dabei handelt es sich um 6 in verschiedenen Farben bemalten Häusern, welche die typische Architektur San Franciscos widerspiegeln.
Als nächstes ging es direkt wieder mit dem Bus zurück in die andere Richtung nach Chinatown. Ungefähr 40% der Einwohner San Franciscos sind asiatischer Herkunft und die Chinatown der Stadt ist die größte ihrer Art weltweit. Obwohl ich mir vorgenommen hatte, meine Beine heute etwas zu schonen und nicht wieder einen Halbmarathon zu gehen, eskalierte der Spaziergang ganz dezent und ich ging komplett zu Fuß zu dem Pier, wo meine Alcatraz-Tour starten sollte. Meine Schuhe und meine Gelenke müssen nach diesem Urlaub definitiv ausgetauscht werden.
Nun machte ich noch etwas Pause am Pier, bevor ich mit der Fähre zur legendären Gefängnisinsel Alcatraz schipperte.
Auf der Insel angekommen erkundete ich die vielen großen und kleinen Gebäude, die einen wirklich in das Jahr 1963 zurückversetzen, in dem das Gefängnis geschlossen wurde. In dem erstaunlich kleinen Hauptzellentrakt oben auf der Insel gibt es eine rund 30 minütige Audiotour über die Geschichte des Gefängnisses, berühmte Insassen (z.B. Al Capone) und den Gefängnisalltag. Das alles war sehr interessant. Wusstet ihr z.B., dass es im Jahr 1962 drei Gefangene schafften, aus ihren Zellen zu entkommen und ihr Schicksal bis heute ungeklärt ist? Oder dass die Insel 1969-1971 von Indianern besetzt war? Oder dass es einmal einen Aufstand im Speisesaal gab, weil zu oft Spaghetti serviert wurde? Tja, jetzt wisst ihr ist. Welche Frage ihr aber mittlerweile sofort beantworten können solltet: Was war Alcatraz, bevor es zu einem Gefängnis umfunktioniert wurde?
Kurze Bedenkzeit.
...
Richtig, natürlich eine Militärbasis.
Nach der Audio-Tour erwartete mich bei bestem Wetter ein unglaublicher 360 Grad Blick auf San Francisco, die Golden Gate Bridge und die anderen Teile der Bay. Die Bilder werden der Schönheit diesmal nicht mal ansatzweise gerecht.
Die Felsen rundum der Insel dienen heute als Naturschutzgebiet tausenden Vögeln als Brutplatz. Seid froh, dass man Bilder nicht hören kann, denn dort war es laut. Sehr laut.
Nun ging es mit der Fähre zurück zum Pier. Von dort wieder zu Fuß vorbei am Hard-Rock-Cafe und Pier 39 zu In-N-Out Burger (Macht euch keine Sorgen, ich werde bestimmt auch nochmal was anderes essen.)
Mein letzter Stopp des heutigen Tages darf bei keiner San Francisco Reise fehlen: Eine Fahrt mit dem weltbekannten Cable Car. Am Turnaround Point werden die Cable Cars manuell umgedreht, bevor man einsteigen kann. Ich hatte Glück und bekam einen der Plätze, an denen man sich lässig an einer Stange festhaltend in den Fahrtwind lehnen kann. Anschließend brachte mich das an einem Kabel gezogene Gefährt fast direkt zu meinem Hotel.
Um 17 Uhr kam ich dann wieder im Hotel an. Ich habe eigentlich alles geschafft, was ich in San Francisco machen wollte. Ein ausführliches Fazit zu jeder Station dieser Reise will ich am Ende in einem gesonderten Beitrag ziehen, aber ich kann schonmal verraten, dass mich San Francisco voll überzeugt hat. In Verbindung mit meiner relativ großen Erschöpfung und dem wenigen Schlaf, ist das ein guter Anlass, den Rest des abends im Hotel zu verbringen, bevor es morgen woanders weitergeht.
An dieser Stelle möchte ich mich für die ganzen netten Nachrichten der letzten Tage bedanken. Sogar die Seite hier, Vakantio, hat mir bei Instagram geschrieben. Der Bericht aus Hamburg wurde mittlerweile knapp 120 mal gelesen. Das alles motiviert mich sehr, weiterhin jeden Tag 1-2 Stunden in diese Berichte zu stecken. Bis morgen.
Leart
