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# Tag 20 Das kleine gallische Dorf - Heimat von Asterix und Obelix

Veröffentlicht: 09.05.2023

Wir verlassen Saint Malo und haben einen 4 Stunden Ritt über die Küsten- und Nebenstraßen an die rote Granitküste vor uns. Als erstes überqueren wir einen Damm über die Mündung des Flusses "La Rance", der hier breit und verzweigt ins Meer mündet. Und weil hier ein gewaltiger Tidenhub herrscht, hat man in den Damm ein Gezeitenkraftwerk zur Stromerzeugung eingebaut. Das ist eines der sehr wenigen Tidenkraftwerke weltweit. Voraussetzung ist ein stetiger und gleichbleibender Anstieg und Abfall des Wassers in einer Größenordnung, dass sich die Investition lohnt. Und hier hat das Meer einen Hub von ca. 14 Meter pro Tide. Das lohnt sich wohl.

Gezeitenkraftwerk bei St. Malo

Die Fahrt erstreckt sich durch hügelige und bewaldete Regionen, die Ausblicke auf die Küste sind eher selten. Und dann fahren wir immer wieder in eine "route barré" und müssen umkehren, weil eine Baustelle die Weiterfahrt verhindert. Das nervt und zerrt an der Stimmung.

Unser Wunsch nach einem ruhigen Campingplatz mit Ausblick und Muße zum Nichts - Tun sollte sich im Ort Perros - Guirec auf dem 5 - Sterne Campingplatz "Le Ranolien" erfüllen. Den erreichen wir auch am Nachmittag und werden schon bei der Auffahrt skeptisch. Was ist denn hier los. Parkplatz voll, Menschen überall, Parkplatzeinweiser fragt nach Reservierung - haben wir nicht -, Kindergeschrei und jede Menge Trubel. An der Rezeption folgt die Erklärung, das am Montag in Frankreich Feiertag ist und viele Franzosen das lange Wochenende nutzen.

Aber doch nicht alle auf diesem Campingplatz! Doch, genau hier.

Der Platz ist voll und die letzte Ecke, die uns angeboten wird, ist indiskutabel. Bloß weg hier.

10 Km weiter liegt der "Camping du Port Landrellec", der auch bei ACSII gelistet ist. Schon die Anfahrt führt uns abseits der Hauptstraße durch enge Straßen, eine Ausschilderung zum Platz ist nur spärlich vorhanden und wir sind lange nicht sicher, ob wir hier noch richtig sind. Aber das Navi lässt sich nicht beirren und führt uns vor das Tor am Ende der Welt. Der Platz liegt direkt an der Wasserkante, nur ist gerade kein Wasser da.

Ohne Wasser

Die Damen an der Rezeption sind sehr freundlich und bemüht, ein Platz in der ersten Reihe direkt am Wasser wäre möglich.

Super - genau so sollte es sein.

Bester Platz


Nachdem wir uns aufgestellt haben und die Campingstühle rausgeholt haben, sind wir sicher, das es genau so kommen sollte. Hier werden wir die nächsten Tage bleiben und die Füße hochlegen. 

Der Platz ist super gepflegt, besteht aus einer Menge Mobil homes und Stellplätzen an der Wasserkante. Der Platz ist auch nicht voll und somit ein Traum für uns.

Es gibt sogar ein Restaurant mit einer kleinen Karte. 

Ein wenig kommt der Gedanke, dass dies hier wohl das kleine gallische Dorf sein muss. Unbeugsam gegen alle Belagerungen, trotzig gegen Wind und Wetter, majestätisch auf der kleinen Düne und freundlich zu allen Menschen.

Und an alle Interessierten - große Steine und Hinkelsteine gibt es hier auch:

Menhire - aufgestellt von einem dicken Gallier

An der gesamten Küstenlinie führt in diesem Teil der Bretagne der Wanderweg GR 34 (sentier des douaniers - der Zöllnerpfad) entlang. Der schlängelt sich tatsächlich immer direkt an der Wasserkante entlang und führt somit auch über den Campingplatz. So kommt es, dass tagsüber immer Gruppen von Wanderern mit Rucksack am Wohnmobil vorbeikommen und dem Weg folgen.

Wir richten uns ein und trotzen dem Wetter. Das meint es nicht gerade gut mit uns. Es vergeht kaum ein Tag, an dem es nicht zuzieht und auch regnet. Solange das in der Nacht passiert, kann es uns ja egal sein. Aber es beginnt schon früher ....

Am Sonntag schaffen wir es aber doch, mit den Rädern entlang der Granitküste zu fahren und die riesigen Steine zu bewundern. Sie sind dermaßen riesig, das sie auch nicht von einem Obelix bewegt worden sein können. Beim betrachten der Steine versuchen wir der Formation einen Vergleich abzuringen. Guck mal, der sieht aus wie übereinander gestapelte Pfannkuchen

Wie dorthin platziert

Und wie wir später nachlesen können, haben die tatsächlich alle eine solche Bezeichnung.

Das sonntägliche Treiben ist mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Aber die Parkplätze an den Hotspots sind schon voll und die Wanderwege bevölkert. Der Sonntag ist hier ja auch Familientag und das Wetter spielt gerade mit.

Nachmittags auf dem Rückweg landen wir im Ort Plumanac`h, der mal als schönstes Dorf Frankreichs ausgezeichnet wurde. Hier sind die Lokale auch voll und am Strand werden Photo`s geschossen. Von hier blickt man auf einen Felsen mit einem schlossähnlichen Anwesen - das chateau de costaérès, welches auf eine Insel liegt, die nur bei Ebbe zu Fuss zu erreichen ist.

 Später lesen wir über diesen Ort, das er im Privatbesitz eines deutschen Schauspielers ist, 1988 gekauft von Didi Hallervorden.

Schwer beeindruckt genehmigen wir uns am Strand in einem Lokal jeder zwei Bier und lächeln nur über den Preis von 30,- €.

Zurück am Camping verstaue ich die Räder in der Garage - es ist mal wieder Regen in der Nacht angesagt. Und der kommt auch. 

Am nächsten Morgen schwimmt es auf unserem Stellplatz und wir denken intensiv über bleiben oder fahren nach.

Wir bleiben und legen einen Waschtag ein. Der Wind trocknet die Wäsche schnell und wir nutzen die Zeit für einen Spaziergang am Strand und auf dem GR 34. Es ist grade Ebbe und man findet so allerhand am Grund des Meeres.

Wir entscheiden uns, bis Mittwoch zu bleiben - trotz des unbeständigen Wetters. Das ist anderswo auch nicht besser. Da genießen wir noch den Ort, der bei Sonnenschein ein Traum ist.

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Antworten (1)

Conny
Ihr lieben tolle Reiseberichte und Bilder. Verfolge mit großem Interesse eure Reise 💓💓💓 ganz liebe Grüße

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