# Tag 7 ff. Willkommen bei den cht`is
Der Titel ist Programm - in dem französischen Film "Willkommen bei den Sht`is" wird der Postvorsteher von der Cote d´azur in den Norden versetzt und landet in einem kleinen...


Veröffentlicht: 27.04.2023
Abfahrt aus der Region Hautes France - auf in die Normandie.
Dort soll es ja jede Menge Köstlichkeiten zum Essen und trinken geben. Die Normandie ist bekannt für die Produktion von Cidre, Calvados und Camembert - die drei C`s.
Besonders angepriesen wird die Kleinstadt Honfleur an der Seine Mündung gegenüber von Le Havre. Die Gegend war immer schon Anziehungspunkt für Künstler und Lyriker. Die impressionistische Schule von Claude Monet hat hier ihre Spuren hinterlassen. Während Le Havre aus dem 2. Weltkrieg schwer geschädigt hervorging, hat das Bombardement Honfleur verschont und damit eine reizvolle Kleinstadt mit engen Gassen und alten Gebäuden erhalten.
Das wollen wir uns ansehen und haben einen Campingplatz nur 3 km außerhalb ausgesucht. Der Camping La Briquerie in Équemauville bekommt ausnahmslos gute Kritiken im Netz, verfügt über allerlei Freizeiteinrichtungen und liegt direkt neben einem großen Supermarkt Intermarché. Das klingt doch alles super.
Der Weg führt zunächst auf der Rue Departementale 940 und D 925 quer durchs Land. Um das Meer und die Küstenlandschaft zu sehen, machen wir immer mal wieder einen Abstecher zu besonders ausgeschilderten Aussichtspunkten. Tatsächlich erleben wir so auch den Anblick der Steilküste und die hohen Klippen.
An diesen Stichstraßen bewundern wir herrschaftliche Anwesen, die sich in parkähnlichen Grundstücken hinter Hecken und Zäunen präsentieren. Da haben sich wohl ein paar wohlhabende Familien einen schönen Sommersitz erschaffen. Sei es ihnen gegönnt, unser Sommersitz heißt LAIKA und fährt uns weiter gen Westen.
Die Normandie zeigt sich gleich mit ihren typischen Steinhäusern und Fachwerkgemäuer, die in jedem Dorf und an den Straßen zu finden sind.
Während wir uns zunächst im Departement Seine - Maritime bewegen, liegt unser Ziel auf der anderen Seite der Seine und damit im Departement Calvados (Rainer, ab hier beginnt die kulinarische Ausschau nach dem besten Calvados).
Die Überquerung der Seine ist keine so leichte Angelegenheit. Die einfachste und wahrscheinlich spektakulärste Überquerung ist die Pont de Normandie bei Le Havre nahe der Mündung.
Diese spektakuläre Schrägseilbrücke beansprucht für sich, die längste in Europa zu sein. Ist aber Maut - pflichtig, was wir in unserem Navi ausgeschlossen haben. Etwas weiter südlich gibt es noch eine weitere Brücke in Tancarville. Wir vertrauen ab jetzt unserem Navi, auch wenn es manchmal Straßen aussucht, die schon abenteuerlich eng sind. Als wir uns dem großen Fluss nähern, wird die Gegend industriell mit Raffinerien und großen Anlagen.
Plötzlich sollen wir links / rechts abbiegen, hier noch einen Schlenker und dann die Navi - Stimme: - ... nehmen sie die Fähre!
Da stehen wir schon in der Spur zur Auffahrt auf die Fähre, die gerade anlegt und die Fahrzeuge von der anderen Seite entlässt.
Kann das richtig sein? Hektische Prüfung der Landkarte mit unserem Zielort geben keinen Anlass zum Zweifel. Dann fahren wir eben Fähre, und zwar ohne Kosten. Die Überfahrt ist umsonst.
Später lese ich, dass durch die wenigen Brücken, die zudem alle kostenpflichtig sind, die Fähren eine wichtige Funktion übernehmen und kostenfrei zu nutzen sind.
Am anderen Ufer beginnt nun die Region Calvados und bis zum Camping ist es auch nicht mehr weit. Die Route führt uns auch direkt durch das Städtchen Honfleur, welches sich gleich als Nadelöhr erweist. Enge Straßen, keine Durchfahrt für Wohnmobile, viele Menschen und ordentlich Trubel. Der Stellplatz für Wohnmobile ist voll, soweit man das im Vorbeifahren beurteilen kann. Gut das wir außerhalb bleiben wollen.
Am Camping habe ich zunächst kleine Sorgen, ob der wegen der Ferien womöglich auch voll ist. Der Herr an der Rezeption zerstreut meine Sorgen, kein Problem ohne Reservierung, sie haben jede Menge Platz - und er lobt mein Französisch - das tut gut.
Eine Sache macht mich jedoch stutzig - die Bezahlung muss mit Bargeld erfolgen. Das ist schon ungewöhnlich, weil hier jeder und alles mit Karte bezahlt.
Die Erleuchtung kommt, als wir unseren Platz gewählt haben und fertig mit dem Aufbau sind.
Das Internet hier ist unterirdisch. Kaum Empfang, keine stabile Leistung, dauernd Abbrüche, da nutzt auch die free mobile Datenkarte herzlich wenig. Daraus haben die Betreiber wohl als Folge die Barzahlung wieder eingeführt. Kartenlesegeräte brauchen ja auch eine stabile Internet Verbindung.
Ansonsten ist der Platz super, große Parzellen, sehr gepflegte Anlage, super sanitäre Einrichtungen und ein Restaurant ist auch dabei.
Der Intermarché in 200 m Entfernung bekommt am Abend auch noch Besuch von uns und wir ein phantastisches Abendessen - ein dickes Lob an die Köchin.
