#13 Die deutsche Toskana
Es ist Ostern und da liegt es natürlich nahe, dass alle Menschen frei haben und unterwegs sind. Egal wo man in Deutschland ist, alle touristischen Hot Spots sind belegt. Daher...

Veröffentlicht: 26.04.2025
Wir dürfen unseren weiteren Reiseverlauf nicht aus den Augen verlieren, auch wenn es in der Pfalz grade sehr schön ist.
Am Mittwoch nach dem Frühstück im Sonnenschein heißt es Abschied nehmen von Falko und Kalle.
Wir bleiben noch einen Tag länger und werden mit dem Rad eine Runde drehen. Als Ziel haben wir die nahe gelegene Auffahrt mit der Seilbahn zur Riedburg ausgesucht. Dort sind wir vor zwei Jahren schon einmal gewesen. Das war am Feiertag des 3. Oktober und es standen Menschenmassen an, so dass wir auf das Event verzichtet haben.
Heute ist es anders und wir fahren nostalgisch mit dem 70 Jahre alten Sessellift im Schneckentempo den Berg hinauf.
Oben gibt es die Burgruine mit SB Lokalität und jede Menge Wanderwege. Da setzen wir mal an und kommen als erstes am Damwild Gehege vorbei. Die Tiere sind sehr zutraulich, weil sie von den Menschen gefüttert werden. Besonders die Kinder haben ihren Spaß daran.
Großen Wanderdrang haben wir allerdings nicht, zumal sich die Entfernungsangaben auf den Hinweisschildern nicht einig sind. Statt weniger wurde es immer mehr, so dass wir umkehren und auf der Terrasse der Gastronomie einkehren.
Die Wolken am Himmel konnten wir leider nicht ignorieren. Hoffentlich beginnt der Regen nicht, wenn wir in der Seilbahn sitzen.
Glück gehabt.
Die unsichere Wetterlage nimmt uns die Motivation an längeren Wegen. Wir planen das Abendessen im Womo und durchstreifen ausgiebig den örtlichen Edeka Markt nach regionalen Produkten - Saumagen, Pastete und deftige Sülze mit Bratkartoffeln.
Als wir zurück am Stellplatz sind, beginnt es zu regnen und wir haben Zeit zum Lesen und Schreiben.
Ein Wort zum Stellplatz beim Weingut Fitz Schneider.
Der liegt auf der Rückseite der Gebäude inmitten der Weinberge und bietet eine herrliche Aussicht auf den Pfälzer Wald und das Hambacher Schloss. Die unverbaute Sicht in die Weinfelder bei Sonnenschein lädt zum ausspannen bei einem Glas Wein ein. Den nimmt man sich gut gekühlt aus dem Weinkühlschrank im Sanitärbereich und hinterlässt einen Zettel mit seinem Namen und der entnommenen Flasche. Was haben die anderen denn so auf ihrem Zettel stehen? Beliebt ist jedenfalls der Grauburgunder.
Der Stellplatz verfügt über 16 Plätze teils auf Schotter und teils auf der Wiese. Stromsäulen sind für jeden vorhanden, Entsorgung von Chemie Toilette und Grauwasser ist gesichert. Und im sehr sauberen Sanitärbereich sind 2 Dusche 🚿 und 2 Toiletten 🚽 nutzbar.
Der Platz hat sich über Mundpropaganda weit herumgesprochen und ist fast immer ausgebucht. Wer eine Anreise plant, sollte vorher reservieren, was auch kein Problem ist.
Am Donnerstag morgen geht`s aber doch weiter. Nach dem Packen müssen wir noch abrechnen. Das Weingut hat ein Angebot: beim Kauf von Wein im Wert von mind. 70,- € wird eine Übernachtung im Wert von 18,- € erlassen. Da können wir nicht widerstehen, zumal der Grauburgunder wirklich gut ist.
Zum weiteren Einkauf müssen wir noch zum Weingut Zeter nach Diedesheim. Da Falko sich vor der Abfahrt als Spediteur angeboten hat und unsere italienischen Weinvorräte transportiert, können wir den gewonnenen Platz bei Zeter nutzen und mit den Gewinnern der Verkostung auffüllen.
Dann geht die Fahrt weiter durch den oberrheinischen Graben, der hier 25 km breit ist. Diese große ebene Fläche wird auf beiden Rheinseiten von den sogenannten Rheinschultern eingefasst. Auf der linken Rheinseite sind das die Vogesen und der Pfälzer Wald, die rechte Rheinseite begrenzt der Schwarzwald und der Odenwald. Auf dem Weg nach Speyer passieren wir neben den anfänglichen Weinbergen auch zunehmend Gemüsefelder. Hier wird in großen Mengen Spargel, Salat, Zwiebeln und allerlei anderes Gemüse angebaut.
Von Speyer aus fahren wir nun wieder nordwärts dem Fluss folgend. Leider sehen wir nichts vom Rhein, der zeigt sich erst wieder bei Ludwigshafen. Wir durchqueren die Stadt entlang der Rheinpromenade, soweit man sie sehen kann. Ludwigshafen ist die Weltzentrale des Chemiekonzern BASF, die hier den größten zusammenhängenden Firmenkomplex weltweit besitzen. BASF beschäftigt hier 33000 Mitarbeiter und die Gebäude erstrecken sich kilometerweit am Rhein entlang. Sogar die Straßennamen sind hier angepasst (Ammoniakstraße, Chlorstraße, Methanolstraße...).
Der Rhein ist hier auch wieder Grenzfluss, diesmal allerdings zwischen den Bundesländern Rheinland-Pfalz (Ludwigshafen) und Baden-Württemberg (Mannheim). Wo ermittelt eigentlich Frau Odenthal im Tatort? Und wo zahlt BASF seine Steuern?
Die Fahrt geht weiter und hinter Ludwigshafen und Worms zeigen einige Hinweisschilder linksseitig auf bekannte Weinorte in Rheinhessen. Die Landschaft erhebt sich hügelig und die Weinberge sind allgegenwärtig. Uns interessiert jetzt aber der Rhein und der wird vor Mainz wieder zum ständigen Begleiter auf der rechten Seite.
Unser heutiges Ziel ist der Wohnmobilpark in Bingen, der sehr gute Bewertungen im Internet hat. Als wir ankommen, erkennen wir schon viele andere Wohnmobile. Der Platzwart beglückwünscht uns zum heutigen Gewinn, hat der doch noch einen Platz für uns frei. Gefühlt sind von den 40 Plätzen bereits 38 belegt.
Der Platz macht einen sehr guten Eindruck. Die Parzellen sind befestigt und abgeteilt. Jeder Platz hat einen Stromanschluss und einen Grauwasserkanal sowie Frischwasser. Bei der Rezeption können Brötchenbestellt werden und es werden regionale Produkte (Wein, Wurstwaren) angeboten.
Herz was willst du mehr.
Heute Abend ist das Wetter noch schlecht, also richten wir uns ein Wohnmobil Diner her.
Mal sehen, was die nächsten Tage bringen. Wir haben uns mal für 3 Tage angemeldet.
