#11 Riviera der Alpen
Schon wieder 2 Tage vorbei, seit dem letzten Bericht. Wie die Zeit rennt …. Am Montag (gegen 11.00 Uhr) haben wir uns auf den Weg gemacht. Das nächste Ziel war bestimmt – der...

Veröffentlicht: 20.04.2025
















Die Nacht und der nächste Morgen bringt Gewissheit – es regnet und wird immer mehr statt weniger. Als wir losfahren, ist aus dem anfänglichen Nieselregen ein beständiger Dauerregen geworden, der sich auch am Tag nicht ändern wird. Damit ist die Entscheidung gefallen. Wir flüchten über die Alpen nach Norden und werden uns am Bodensee wiederfinden.
Davor stehen aber 400 km Fahrt, davon 300 km durch die Schweiz. Aber da haben wir ja die Vignette und die Schweizer Autobahn wird uns voran bringen.
Bis Genf sind es nur 70 km, da nehmen wir mal die Landstraße und sparen uns mal die französische Maut.
Das läuft aber so zäh, das wir nach wenigen Kilometern umdisponieren und die Autobahnauffahrt suchen. Dann läuft`s besser – bis zur ersten Mautstation – 22 Euro steht da auf dem Display. Ich kann meinen Augen wohl nicht trauen. Spinnen die, keine 60 km Autobahn für 22,- €?
Dann kommt auch schon die Schweizer Grenze vor Genf und wir sind drüben. Ab jetzt haben wir ja die Jahresvignette, die im übrigen nur 44,- € gekostet hat.
Wer glaubt, jetzt geht`s voran (so wie ich ) wird auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Die Schweizer Autobahn ist dermaßen voll, dass es nur zäh voran geht. Dann immer mal wieder ein gesperrter Teilabschnitt, der den ganzen Verkehr zum stehen bringt, der Feierabendverkehr (die haben immer Feierabend) rund um Zürich. Sehr selten, dass wir zügig fahren können, so dass die Durchfahrt durch die Schweiz deutlich länger dauert als geplant. Wir verlieren mehr als 2 Stunden. Und das ist schon entscheidend, denn unser Ziel ist der Wohnmobilplatz vor dem Campingplatz in Horn am Untersee (das ist der südlichste Arm vom Bodensee, der später in der Verlängerung zum Rhein wird, dem wir ja folgen wollen). Aber der Platz hat nur bis 18 Uhr „Sprechstunde“ an der Rezeption. Danach kann man auch nicht mal mehr den Automaten für den Womo – Platz erreichen und steht vor verschlossener Tür.
Nachdem wir endlich die Schweizer Autobahn verlassen haben und auf der Landstraße besser voran kommen, gebe ich Gas. Der 18 – Uhr Termin gerät in Gefahr.
Pünktlich um 18.02 Uhr stehen wir vor der geschlossenen Schranke. Oh Mann, da muss doch noch jemand sein.
Tatsächlich findet Simone noch Zugang und das Erbarmen der Rezeptionistin. Wir können auf den Campingplatz und die Formalitäten morgen erledigen. Wir könnten sogar bis Montag bleiben, obwohl die Reservierungen über Ostern schlagartig durch die Alpenflüchtlinge zugenommen haben. Das Telefon stand heute nicht still.
Uff, das war knapp.
Der Campingplatz Horn liegt direkt am Wasser und hinter dem Camping ist das Strandbad mit einer Strandbad Gastronomie. Die sei auch geöffnet und würde sich bestimmt auf uns freuen.
Na gut, dann gönnen wir uns mal ein Essen im Lokal.
Als wir den Weg zum Wasser einschlagen, finden wir das Strandbad mit angeschlossenem „Kiosk“. Davor ist ein Außenzelt mit eine paar Tischen und Stühlen.
Kann man auch drinnen sitzen? Nein, nur im Zelt. Mit Decke und Sitzkissen.
Und Essen gibt es nur im Self Service am Kiosk.
Was soll ich sagen – die Pizza von Simone war ganz gut, mein Schnitzel mit Pommes war Kantinenessen mit Formfleisch.
Nicht lang schnacken, fröhlich sein und ab ins Bett.
Noch ein Blick auf das Steuerpanel im Wohnmobil. Warum zeigt die Netzversorgung des Stroms nicht an? Funktioniert die die Stromsäule nicht? Oder das Auto?
Müssen wir morgen mal nachfragen.
Am nächsten Morgen ist immer noch keine Anzeige da, dass der Landstrom ankommt. Ich drücke einmal auf den Aus – Schalter des Panels und dann wieder auf AN. Da funktioniert plötzlich nix mehr. Die Anzeige blinkt und gibt das Warnsignal, dass die Batterieladung unter den Grenzwert gesunken ist, um dann ganz zu erlöschen.
Große Katastrophe - was soll das denn bedeuten.
Der nächste Laika Händler ist Gott sei Dank nicht weit entfernt, nur 30 km in Stockach. Da müssen wir wohl hin.
Nach einigem Hin und Her findet sich ein Techniker, der die Prüfung einleitet und erst mal das Display vom Netz trennt (in der Hoffnung, damit den möglichen Software Fehler auszutricksen). Hat leider nicht geklappt, so dass im Ergebnis ein wahrscheinlich kaputtes Display angenommen wird – Lieferzeit 4 Wochen.
Da aber sonst alles funktioniert, können wir ruhigen Gewissens unseren Urlaub fortsetzen.
Mäßig erleichtert verlassen wir den Hof und fahren erst einmal an den See nach Bodman, um etwas Bodensee einzuatmen.
Dort finden wir an der Seepromenade am Fahrgastanleger an einem Gebäude ein sehr interessantes Relief von Peter Lenk – das Narrenschiff.
Der Künstler Peter Lenk hat uns im letzten Jahr schon mal beschäftigt (nicht wahr Falko) und dabei hatten wir herausgefunden, das er aus Bodman am Bodensee stammt.
Danach sind wir bei Verwandten in Hilzingen angemeldet, wo wir auch die nächsten beiden Nächte stehen können.
Bei Onkel Kurt und Anni sind wir zum Kaffee angemeldet und am Abend kommen auch Rolf und Moni dazu.
Mit den beiden verbringen wir dann gemütlich den ganzen Karfreitag. Am Morgen mit einem sehr guten Frühstück am nahegelegenen Ausflugslokal Laurentiushof. Mit herrlichem Blick bei Sonnenschein über "der" Hegau sitzen wir sehr entspannt, freuen uns über den schönen Tag und die liebe Begleitung von Rolf und Moni.
Nach einem Verdauungsspaziergang durch Hilzingen und einer Führung durch den Familienbetrieb für Werkzeugbau mit beeindruckenden neuen Fertigungstechniken ist es dann auch Zeit für ein Getränk in der Sonne.
Der weitere Reiseplan ist dann auch geschmiedet. Am Samstag fahren wir nach dem Frühstück weiter und werden beginnen, dem Rheinverlauf zu folgen.
Und wir wollen Falko treffen, der sich auch im süddeutschen Raum aufhält. Er ist auch einer der vielen Alpenflüchtlinge, der den Gardasee wegen der Unwetterwarnung verlassen hat.
Am Samstag Morgen gibt es noch ein herrliches Frühstück mit Brezeln und Ei. So gestärkt können wir ja die Reise fortsetzen. Nach der großen Verabschiedung geht`s los gen Rhein. Der Rheinfall in Schaffhausen ist zwar in der Nähe, aber den lassen wir mal aus.
Rolf empfiehlt die Strecke durch "der" Hegau und über den Randen, was landschaftlich sehr schön und abwechslungsreich ist. Die hügelige Landschaft lockt auch eine Menge Rennradfahrer auf die Straße, die das gute Wetter nutzen.
In Waldshut Tiengen treffen wir dann auf den Rhein, der hier als Hochrhein bezeichnet wird. Der präsentiert sich als ziemlich breiter Fluss, an dessen Ufer sich eine Menge Bebauung, Städtchen und auch Industrie angesiedelt hat. Die Straße führt teils direkt am Wasser entlang und gibt immer wieder einen Blick frei. Auf der anderen Seite ist die Schweiz, die wir aber nicht mehr befahren wollen. Rolf hat uns einige Erlebnisse mit der eidgenössischen Polizei erzählt…
Falko ist in Freiburg und wir verabreden uns irgendwo im Kaiserstuhl. Die Suche nach einem geeigneten Platz, der am Ostersamstag noch Kapazitäten hat, gestaltet sich schwierig. Schließlich finden wir in Emmendingen einen sehr individuellen und eigenwilligen Platz, der aber durchweg gute Kritiken von den Gästen bekommt.
Als wir dann auf den Hof fahren, sind wir erstmal leicht erschrocken. Altes Gehöft mit viel "Schrott", aber sehr nette Betreiber. Die wohnen in einem Messi - Haus, aber der Platz ist großzügig und auch von anderen Wohnmobilen besucht.
Wir finden einen sonnigen Platz und werden uns für 2 Tage einrichten.
PS: das Display vom Panel geht wieder! Einfach mal wieder eingeschaltet und zack, alles wieder an.
