#02 Mainschleifen vs. Rauchbier
Wir sind noch einen Tag geblieben, obwohl (oder weil) das Wetter sich verschlechtert hat. Da bummeln wir doch lieber hier an der Mainschleife herum und besuchen die ein oder...

Veröffentlicht: 31.03.2025
Maximilianeum…
Marienplatz…
Markus Söder
McDonalds …(1971 erster McD in Deutschland)
Museum (Deutsches…)…
Münchner Freiheit…
Simone war noch nie in München und es gibt einige gute Gründe, warum wir jetzt dorthin fahren sollten. Einzig die Wetterlage ist nicht optimal.
Vorher legen wir wegen des (noch) sonnigen Wetters am Freitag einen Zwischenstopp im Altmühltal ein. Am Brombachsee macht gerade heute der Wohnmobil Stellplatz auf der Badehalbinsel Absberger Seenspitze nach der Winterpause wieder auf.
Dort wollen wir mal einen Tag entspannen und vor allem duschen. Das geht zwar auch im Wohnmobil, aber bequemer ist es in einem Waschhaus.
Die sieben kontrastreichen und zugänglichen Seen im Fränkischen Seenland bieten vielfältige Urlaubslandschaften für jeden Anspruch. Und das, obwohl der Freizeitspaß anfangs nebensächlich schien: Die Fränkischen Seen wurden angelegt, um die Region während der Trockenperioden vor Wassermangel zu schützen. Jährlich werden 150 Millionen Kubikmeter Wasser aus Altmühl und Donau durch die Seen nach Franken geleitet.
Am Eingang wartet die rüstige Rentnerin auf Neu - Ankömmlinge, um ihnen im breitesten fränkischen Dialekt zu erklären, dass
... aber die kommen doch wohl nicht alle heute?????
Natürlich nicht, aber das gute Wetter hat ziemlich viele Wohnmobile angelockt, der Platz hat einen regen Zulauf.
Egal, unsere Erwartung ist nur auf die warme Dusche und eine ruhige Nacht ausgelegt. Das Wetter ist an diesem Freitag auch so gut, dass wir die Stühle rausholen und erstmal ein Bier vor dem Womo trinken.
In der Nacht beginnt es zu regnen und wir überdenken nochmal unsere Pläne unter Berücksichtigung der Wetterlage im Alpenraum. Trotz eines regnerischen Samstags entscheiden wir uns für einen Besuch in München.
Auf der Fahrt dorthin beginnt es irgendwann zu regnen und unser Scheibenwischer zeigt uns, dass wir uns früher um ihn hätten kümmern sollen. Das Gummi ist eingerissen und somit ist die Wischfähigkeit nur eingeschränkt. In Dachau erwischen wir einen ATU Autoteile Laden, der noch geöffnet hat und noch genau ein Scheibenwischerpaar für unser Auto vorrätig hat. Glück gehabt.
Jetzt beginnt die schwierigste Phase des Wohnmobilisten. Wo stellen wir uns hin. München weist lediglich offizielle Wohnmobilplätze am Olympiapark für 20,- € aus. Das ist parken auf dem großen gepflasterten Parkplatz mit vielen anderen ohne Flair oder Aussicht.
Das wollen wir nicht.
Die Park4 a night - app ist das schon umfangreicher und wir entdecken einen guten Platz entlang des Kanals am Nymphenburger Schloss. Dort ist beidseitig freies Parken entlang des Kanals. Leider regnet es und behindert unseren Entdeckungstrieb, das Schloss zu besuchen.
Ok, München ist groß und außerdem gibt es hier ja auch alte Kontakte. Kann man das machen, einfach anrufen und auf ein Treffen hoffen?
Ja, kann man. Thomas freut sich riesig über den Anruf und freut sich auf ein Wiedersehen. Das letzte mal haben wir uns 2009 gesehen, als ich zur Kur am Chiemsee war.
Wir sollen zu ihm kommen, er wohnt sehr zentral in Giesing und vor der Tür gibt es immer Parkmöglichkeiten.
Auf geht`s, ist nur 6 km entfernt. Aber leider sind die Parkflächen vor der Tür zu klein für unser Wohnmobil. Aber gegenüber liegt das Stadion an der Grünwalder Straße (für Insider: die Spielstätte der 60-er), wo es wunderbare Stellmöglichkeiten gibt. Heimspiel war gestern (allerdings Regionalliga Bayern, denn auch die 2. Mannschaft des FC Bayern spielt hier. 1860 München weilte in Osnabrück und verlor 1:0).
Großzügige Parkflächen am Isarhang direkt hinter dem Stadion. Während der Veranstaltungen absolutes Parkverbot, ansonsten mit Parkschein und am Wochenende frei. Wir haben 2 Nächte wunderbar geschlafen.
Thomas und Jacqui haben uns herzlich empfangen und nach einem Begrüßungsbier ging es auf Entdeckungstour im Stadtteil Giesing. Wir wollten schön bayrisch in einer Brauereigaststätte einkehren und Schweinebraten mit Bier genießen.
Das gestaltet sich am Samstag Abend als schwierig ohne Reservierung. Zumal vom 14. März bis 6. April Starkbierfest in München ist und die ganze Stadt in Lederhose und Dirndl in die Brauhäuser strömt - Münchens 5. Jahreszeit.
Dafür erweist sich Thomas als engagierter Stadtführer, der eine Location nach der nächsten ansteuert. Leider erhalten wir immer dieselbe Abfuhr - ohne Reservierung am Samstag Abend keine Chance.
Dann bleibt nur noch der Weg ins Paulaner Brauhaus am Nockherberg. Der besteht aus einer großen Festhalle, in der sich heute die Starkbier Festgemeinde zwängt und einem Wirtshaus für die Tagesgäste. Dort finden wir einen guten Platz und freuen uns auf zünftiges Essen.
Unser Tourguide Thomi erzählt, dass hier der Stammsitz der Paulaner Brauerei gewesen ist. Mittlerweile hat sich der in den Münchner Norden verlagert und das stadtnahe Sahnegrundstück präsentiert sich mit hochwertiger Wohnbebauung dem zahlungskräftigen Publikum.
Die modern gestaltete Brauereigaststätte ist groß und gut gefüllt und Anziehungspunkt der Biergemeinde.
Tatsächlich gelingt es der Küche und den Servicekräften uns mit einem sehr guten Schweinebraten und dem Starkbier zu begeistern.
Zurück in der heimischen Wohnstube lassen wir den Abend mit allerlei Gesprächen und Geschichten aus der gemeinsamen Zeit bei der Polizei Bremen ausklingen. Das war echt kurzweilig und angenehm. Hat Spaß gemacht.
Sonntag Morgen verabreden wir uns für eine Tour mit dem Fahrrad durch München.
Am nächsten Morgen scheint die Sonne, wie vom Wetterbericht vorausgesagt. Die Räder sind schnell startklar und pünktlich kommt Thomi mit seinem alten Drahtesel (noch aus Bremen mitgebracht vor 30 Jahren) vorgefahren.
Und dann geht sie los, die Stadtrundfahrt im Galopp. Erstmal zur nahe gelegenen Säbener Straße, dem Zentralsitz des FC Bayern München.
Einige Fans warten am Eingang zur Tiefgarage einen Blick zu erhaschen. Ob die wohl Training haben nach dem mühevollen Sieg gegen St. Pauli am Vorabend?
Egal, wir düsen weiter. Nächster Ausblick, die Isarauen. Entlang des Flusslaufes führen ausgedehnte Fuß- und Fahrradwege am Isar Hang mit Blick auf einige Sehenswürdigkeiten der Stadt (Deutsches Museum), die Stiftung Maximilianeum am östlichen Isar Hochufer, die auch den Bayrischen Landtag beherbergt,
Weiter geht`s durch die Prachtstraßen mit historischen Gebäuden, kurz in den englischen Garten (was bei dem guten Wetter auch viele Fußgänger machen, die Thomi mit seiner Hupe am Fahrrad freundlich zur Seite bittet), vorbei an der Eisbachwelle mit vielen Wellenreitern, kurzer Stopp am Hotel Bayrischer Hof, die kaiserliche Residenz, den Wittelsbachplatz mit dem Hauptsitz des Siemens Konzerns (Thomi`s ehemaligem Arbeitgeber) bis wir schließlich zum Bier ins Hofbräuhaus einkehren. Dort drängen sich die Touristen und die St. Pauli Fans schon zur Mittagszeit.
Auf der Rückfahrt streifen wir noch einige Hotspots und landen schließlich wieder am Wohnmobil.
Vielen Dank für die flotte Führung. Mehr konnte man in der Zeit nicht aufnehmen.
Am Abend sind wir noch mit meinem Patenkind Lasse verabredet. Der wohnt nun auch schon seit 3 Jahren in München und schreibt an seiner Dissertation. Das wird er demnächst beenden, so dass die Münchner Tage auch gezählt sind. Es war also eine letzte Gelegenheit, ihn hier zu besuchen (zumal er am Montag seinen 27. Geburtstag hat).
Mit U-Bahn und Bus fahren wir ihn besuchen und gehen dann schön beim Italiener Pizza essen.
Super, dass das so geklappt hat.
Fazit zu München:
Großstadt mit internationalem Flair, man hört viele unterschiedliche Fremdsprachen, wenn Leute sich unterhalten. Die Stadt ist kompakt, man erreicht alle wichtigen Punkte innerhalb des Altstadt/Innenstadtrings. Mit dem Fahrrad ist man bestens unterwegs.
Die Geschäfte in der Innenstadt sind gehobenen Niveaus, Billigläden und Eintagsfliegen sieht man hier nicht. Wer was auf sich hält, hat einen Laden mit ausgezeichneter Adresse.
Die Restaurants und Gaststättendichte ist phänomenal.
Ich würde gern nochmal wiederkommen und mehr Zeit im Gepäck haben.
