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Action!

Veröffentlicht: 28.04.2024

Heute ist der Tag, um ein paar Dinge von der Bucket Liste abzuhaken.

Erster Stopp: Canyoning! Bikini anziehen, Wasser und Handtuch einpacken und fertig. Im Office bekommen wir Wetsuits, Sicherungen, Wasserschuhe und Helme und machen es uns dann auf der Ladefläche des Pick-ups bequem, um zu den nahe gelegenen Wasserfällen zu machen. Wir laufen einen kleinen Trailpfad neben den Wasserfällen hinauf und seilen uns dann von zwei Wasserfällen ab. Wir bekommen Anweisungen, wo wir entlanggehen sollen und überqueren dabei mehrmals den kalten Wasserfall. Den letzten Meter lassen wir uns ins Wasser fallen und wir schwimmen ein Stück, um den Wasserfall wieder zu verlassen. Wieder gehen wir ein Stück, um die nächsten zwei Wasserfälle hinunter zu kommen - dieses Mal anders. Den ersten rutschen wir hinunter, sehr entspannt und spaßig. Etwas aufgeregt werde ich, als wir dann beim zweiten angelangt sind und es heißt, dass wir springen - 25m hinab. Übermütig melde ich mich, um zu starten. Sehr leichtsinnig, aber das wird sich noch durch den Tag ziehen. Ich werde wieder gesichert und stelle mich dann rückwärts auf einen Holzpfahl, der am Rand der Klippe angebracht ist. Auf 3, 2, 1 löst unser Guide Andrés die Bremse und ich falle zirka 10m tief. So häng ich nun da inmitten eines riesigen Wasserfalls, schwinge zwischendurch durch das herunterplätschernde Wasser und werde langsam heruntergelassen, bis ich wieder festen Boden unter den Füßen habe. Erst als ich mich unten von der Sicherung löse und ein paar Meter gehe, sehe ich den wunderschönen Wasserfall Cascada El Silencio, den ich gerade heruntergefallen bin, und bin etwas stolz. Auch das zieht sich durch den Tag.

Im Hotel angekommen tausche ich den Wasserfall durch eine warme Dusche und gehe zur Mittagspause mit Callie durch Baños auf der Suche nach Snacks für die morgige Busfahrt und Lunch im lokalen Markt. Dort finden wir einen super Deal: 6 Empanadas gefüllt mit Käse, Banane oder beidem für $1. Bei der Zubereitung kann ich mir auch was abschauen, um daheim vielleicht selbst mal welche zuzubereiten. Wir legen uns dann im Hotel in die Hängematten, essen unsere Empanadas und ziehen uns dann um - am Nachmittag geht es wieder hoch hinaus und tief hinab.

Ausgestattet mit Fleecepullover und Daunenjacke fahren wir zum zweiten Action-Stopp des Tages: Swing Jump! Als wir auf der Brücke ankommen, überdenke ich meine Buchung nochmal: Außer einer 50cm tiefen Metallplattform, die über die Brücke ragt, lässt sich nicht erahnen, was hier gleich passiert. Aber wann habe ich schon nochmal die Chance, im Regenwald von einer Brücke zu springen über einer 100m tiefen Schlucht und das für $20? Wieder bin ich die Erste, da es danach direkt weitergeht. Zweifelnd ziehe ich die Sicherungen und den Helm an und bekomme meine Anweisung für den Sprung: So springen, als würde ich im Schwimmbecken auf dem Startblock stehen - easy also. Der Adrenalinspiegel sieht aber ganz anders aus, als ich auf der besagten Metallplattform stehe und in die Schlucht hinabschaue. Was soll’s. Wieder 3, 2, 1 und los. Ich springe nach vorne in den Abgrund und werde dann vom Seil aufgefangen, an dem ich einige Male von links nach rechts schwinge, während ich realisiere, was da gerade passiert ist: Ich bin von einer Brücke gesprungen. Und das war definitiv das angsteinflößendste, was ich je gemacht habe.

Also 40min Pause im Bus auf 3.000m Höhe zur dritten Aktivität: Paragliding. Die Wetterkonditionen sind perfekt und wir können direkt starten. Für Emily und Callie ist es auch das erste Mal, also werde ich vorgeschickt - danke. Wieder Sicherungen und Helm anziehen und ich werde angeschnallt für den Tandemflug. Beim Öffnen des Schirms spüren wir einen heftigen Ruck nach hinten und der Wind macht den Start recht chaotisch. Aber einmal in der Luft spüre ich nur eins: Ruhe. Wir gleiten durch die Luft bis zu einer Höhe von 3.200m und ich bekomme einen tollen Überblick über die umliegenden Orte und das Gebiet, dass durch den Anbau von Kartoffeln, Tomaten, Mais und Erdbeeren geprägt ist. Eindrucksvoll ragt auch der c m hohe Vulkan Tungurahua hervor, der am Gipfel von Wolken umgeben ist. Normalerweise umgibt Schnee den Krater, aber aufgrund kürzlicher Aktivität des Vulkans (nichts passiert, keine Sorge!) ist das Eis und der Schnee geschmolzen. Gegen den Wind segeln wir mit etwa 40km/h, in Windrichtung sind es bis zu 60km/h. Natürlich darf auch hier etwas Action nicht fehlen, also machen wir einige schnelle Schrauben, was sich für mich anfühlt wie auf einer Achterbahn, aber auch hier mit Blick in den Abgrund. Am Ende des Manövers ist es wieder ruhig und ich darf ein paar weitere Minuten den Ausblick genießen, bevor wir landen.

Nachdem auch Callie und Emily es gewagt haben, machen wir uns wieder auf den Weg nach Baños. Auf dem Hinweg sah ich am Straßenrand schon einige Stände, die die lokalen Erdbeeren verkaufen, also bitten wir unsere Fahrerin bei einem der Stände anzuhalten. Da wir im Stau stehen, steigen wir aus dem Bus aus und laufen ein Stück. Statt einem Stand am Straßenrand finden wir uns auf dem lokalen Markt in Pelileo wieder, auf dem wir als einzige Touristen auffallen und das Geschehen beobachten, das sich um Obst, Gemüse und Empanadas dreht. Wir teilen uns zu dritt 2kg Erdbeeren, die kleinste Größe, die hier verkauft wird, was uns $2 kostet - noch zu verkraften.

In Baños erkenne ich dann einige Leute wieder, die ich in Quito im Hostel kennengelernt habe, andere wiederum kannten Emily oder Callie - so klein ist die Welt. Wir verabreden uns noch für den Abend und gehen dann zurück ins Hotel. Dort angekommen haben wir ein paar Minuten, um zu verarbeiten, was heute alles passiert ist und wie viel Adrenalin mein Körper heute ausgeschüttet haben muss. Wir machen uns fertig für den Abend und gehen in unserer Gruppe zum Restaurant, wo es für mich Nachos und Wraps gibt. Erste Happy Hour mitgenommen und dann gehen wir weiter in eine Bar, bevor wir zur Final Destination des Abends kommen. Die Guides der Agentur haben die Empfehlung bereits morgens beim Canyoning ausgesprochen, also finden wir uns gegen Mitternacht im Club wieder. Zuerst gehen wir in die „Salsoteka“, wo Alina uns ein paar Steps beibringt und wir mit einigen Locals tanzen. Später gehen wir rüber in den offenen Hof, in der Mitte eine Feuerstelle, am Rand der DJ und die Bars. Dort treffen wir auch die anderen wieder, die wir am Nachmittag in der Stadt im Park getroffen hatten. Der DJ spielt eine Mischung aus Reggaeton und klassischen Partysongs, die auch wir alle aus unseren Clubs daheim kennen. Gegen 3 Uhr machen wir uns auf den Heimweg und stellen den Wecker auf 6:30 Uhr. Zum Glück haben wir morgen eine achtstündige Busfahrt vor uns, auf der wir den Schlaf nachholen (und die Blogbeiträge schreiben) können. 

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