Making new friends in Luang Prabang
Nach dem vollgepackten Mittwoch ging es am Donnerstag dann gleich am Morgen tierisch weiter. Die neue Reisegruppe bestand aus drei US-Amerikanern aus Arizona und 4 Franzosen,...


Veröffentlicht: 26.11.2024
Es ist Dienstagmorgen, ich liege auf der Couch, und fange den letzten Beitrag nochmal von vorne an. Ich befürchte, ich bin gestern über der Tastatur eingeschlafen, und natürlich hat der Browser den Entwurf ausnahmsweise mal nicht gespeichert. Ok, vielleicht dachte er, es ist besser so und ich sollte mit frischem Kopf heute nochmal anfangen. Der Tag gestern war ein Tag zwischen den Welten: noch nicht so richtig weg aus Laos, aber bei weitem auch nicht da in Stuttgart.
Es gibt ja 2 Arten von Rückreisen: die, auf direktem Weg - schnell, bequem, aber meist auch teuer. Und dann die mit 1 bis 2, bis 3 Zwischenstopss, die über mehrere Tage dauern, dafür aber auch recht "günstig" sind. Für letztere habe ich mich (natürlich) entschieden und habe dem Airline-Lotto die Auswahl überlassen, welche Städte ich bei den Zwischenstopps möglicherweise als Zugabe noch entdecken kann. Dass mich der erste Stopp nach Bangkok bringen wird, war mir mehr oder weniger klar. Habe dort einen Abend mit leckerem Pad Thai, Thai Massage (von der ich bis jetzt noch Muskelkater habe) und Bubble Tea verbracht. Nach einer sehr kurzen Nacht im Hostel ging's am frühen Morgen weiter zum nächsten Stopp.
Dieser zweite Stopp war Doha in Katar. Vor vielen Jahren war ich schon mal auf dem Flughafen, habe diesen seinerzeit aber nicht verlassen. Was ich diesmal, bei knapp über 14 Stunden Aufenthalt, nachgeholt habe. Die Immigration verlief reibungslos. Im Gegensastz zu Shanghai hatte ich hier das Gefühl, Willkommen zu sein, und nicht als der Eindringling gesehen zu werden, den es gilt, als Feind zu betrachten und möglichst schnell wieder loszuwerden. Mit der Metro war ich danna auch relativ schnell in nur 20 Minuten ("...sind sie in 20 Minuten!..." ;-)) in der City. Für den Metro-Tagespasse habe ich gerade einmal umgerechnet 1,50 € gezahlt und solch eine saubere und schicke Metro habe ich auch selten gesehen. Habe mir das National Museum und das Muesum für islamische Kunst von außen angesehen (tolle Architektur!) und bin dann mit der Metro weiter Richtung The Pearl gefahren, eine künstlich angelegte Insel vor der Küste Dohas. Die Wege und Entfernungen sind nicht zu unterschätzen, weswegen ich es zeitlich nicht bis auf die Insel selbst geschafft habe. Denn ich hatte mir für den späten Nachmittag eine Free Walking Tour über den Souq gebucht, weswegen ich wieder zurückgefahren bin.
Was sich allerdings voll und ganz gelohnt hat! Denn Angie aus Australien und ich hatten quasi eine Privatführung mit Hussain, einem Pakistani, der nun seit über 10 Jahren in Doha lebt. Er liebt seinen Job und die Stadt und hat uns den Souq Waqif, den weitläufigen Marktplatz in Doha, gezeigt, erklärt und uns an Ecken gebracht, bzw. in Gebäude, in die ich, trotz Entdeckerdrang, sicherlich nie reingegangen wäre. Und wir haben Menschen kennengelernt, die ich so nie getroffen oder mit ihnen geredet hätte. Z. B. saßen wir in 2 Majlis, was soviel heißt wie "Ort des Zusammensitzens" oder "Raum der Zusammenkunft". Traditionell Orte, an denen sich Männer und Frauen (!) treffen, Info und Geschichten austauschen, zusammen einen Kaffee trinken, Datteln und Gebäck essen. Social Media in früheren Zeiten quasi. Hier wird die arabische Gastfreundschaft gelebt. Es wird nicht gefragt, woher du kommst, was du macht, wer du bist, sondern du bekommst erst mal einen Kaffee. Wobei der Kaffee, der dort gereicht wird, mit unserem Kaffee nicht soo viel zu tun hat. Dieser nennt sich Gahwa und sieht eher aus wie ein Tee. Schmeckt auch nicht arg nach Kaffee, sondern nach allerlei orientalischen Gewürzen wie Safran, Muskat, Kardamom, Nelken und Rosenwasser.
Außerdem waren wir in einem Falken-Geschäft, in dem man Falken im Wert von Klein- und Luxuswagen kaufen kann. Die Tiere haben in der gesamten Golfregion eine große Bedeutung und stehen für die Verbindung von traditioneller Kultur und der heutigen Zeit. Schon kleine Kinder (Jungen) bekommen ihren "eigenen" Falken, der trainiert wird, ins Falken-Krankenhaus gebracht wird, um ihm eine verlorene Feder zu transplantieren und der dann entweder beim Falkenrennen Preise gewinnt, oder wahlweise bei der Jagd oder in Schönheitswettbewerben.
Wir waren ebenfalls auf dem Kleintiermarkt und haben uns die Dromedare auf dem Camel Pen angeschaut - einer Freiluftausstellungsfläche für die Wüstentiere. Sagen wir mal so: Doha mag sich die letzten Jahrzehnte sehr entwickelt haben. Jedoch in Sachen Tierhaltung gibt es aus unserer westlichen Sicht noch Einiges an Nachholbedarf.
Und dann haben wir noch einen Mann kennegelernt, der eine Berühmtheit in Doha ist und heute ein kleines Perlengeschäft hat: Saad Ismail Khalifa al-Jassim, der mit seinen 89 Jahren als ältester Perlentaucher Katar gilt. Denn mit dem Perlentauchen fing in Katar alles an, als die Öl-
und Gasvorkommen schlicht noch nicht entdeckt waren. David Beckham sei schon in seinem Laden gewesen, aber auch viele Politiker und Showgrößen.
Nach der Tour habe ich mit Angie noch einen Abstecher zum Hafen gemacht und das obligatorische Foto der Skyline geschossen, bevor ich mich, wieder einmal ziemlich platt von allen Eindrücken, auf den Rückweg zum Flughafen gemacht habe.
Nach Laos und Bangkok, war Doha ein Sprung in eine andere Welt. In eine traditionelle Welt der Thawb (langes Herrenüberkleid), Ghutra (Kopfbedeckung der Männer), der Abbajas (langes Frauenüberkleid), Hijabs (Gesichtsschleier der Frauen). Ich selbst war entspreched mit langer, luftiger Hose und T-Shirt bekleidet - für katarische Verhältnisse war es mit 29 Grad relativ frisch, weswegen man einige westlich gekleidete Einwohner auch in Jeans und Pulli gesehen hat. Auf meinem Weg durch die Stadt wurde ich mehrfach angesprochen, ob ich eine Stadtrundfahrt machen möchte, ob ich mit dem Taxi wohin fahren will. Ein "Nein, danke" meinerseits wurde nicht akzeptiert, entsprechend nachdrücklich wurde weitergefragt oder mich auch einige Schritte weiter begleitet. Ich will nicht sagen, dass ich mich unwohl gefühlt habe. Dennoch ist es für mich ein Land, eine Kultur, in die es mich in jüngster Zukunft nicht unbedingt ziehen wird, um diese zu entdecken.
Die restlichen verbleibenden Stunden bis zum Abflug habe ich am Flughafen verbracht, um dann nach weiteren ca. 6,5 Stunden Flug in Frankfurt zu landen. Seit Luang Prabang war ich auf dem Rückweg mit Tuktuk-Taxi, Flugzeug, öffentlichem Bus, Taxi, nochmal Flugzeug und Metro unterwegs. Es hat alles, wirklich alles, reibungslos geklapt. Bis ich in Frankfurt angekommen bin:
Ich will mich darüber nicht aufregen (habe ich auch nicht gemacht), denn ich bin dankbar für das alles, was wir hier sonst haben, wovon andere nur träumen können. Doch sollten wir so langsam von unserem hohen Ross herunterkommen und hochnäsig auf andere Länder schauen. Es gibt durchaus Dinge, die ein Entwicklungsland besser hinkriegt, als wir.
Gestern dann gleich Koffer ausgepackt und mich dann auf der Couch dem Jetlag hingegeben. Jetzt fange ich an, mich im Alltag wieder zurechtzufinden. Bis zu dem Tag, an dem ich meine nächste Reise starte. Wann, wohin und überhaupt? Who knows! Bis dahin haltet die Ohren steif, ihr Lieben!
PS: Wenn ich alle Fotos sortiert habe, lade ich in den vergangenen Beiträgen auch nochmal welche hoch. Sozusagen als Dokumentation. I'll let you know.
