Von Köln nach Lille
Von Köln ging es direkt weiter nach Aachen. Dort Begegnung mit der Service-Wüste: Mein Hinterrad braucht ein wenig Zuwendung, genauer gesagt: Die Speichen müssten nachgespannt...

Veröffentlicht: 21.09.2026
Muss man Arras gesehen haben? Jain!
Doch der Reihe nach.
Nach den Kilometern auf dem Rad ist der Weg nach Arras zunächst einmal erstaunlich unspektakulär: flach. Richtig flach. Die einzigen Erhebungen: Abraumhalden. Immer noch Sch’ti-Gebiet!
Und es gibt besondere Verkehsmaßnahmen: An einigen kritischen Zebrastreifen stehen lebensgroße Playmobil-Figuren, um auf querende Kinder hinzuweisen. Find ich super!
Arras hat eine wechselvolle Vergangenheit hinter sich. Mal gehörte die Gegend zu Flandern, mal zu den Niederlanden, und das sieht man der Stadt auch an: Die Architektur wirkt immer noch wie Tournai und Lille!
Dazu kommt das volle Mittelalterprogramm: Inquisition, Hexenverbrennungen und überhaupt all das, was man sich unter einer mittelalterlichen Stadtgeschichte so vorstellt.
Natürlich darf auch eine Zitadelle nicht fehlen. Schließlich musste damals praktisch jede halbwegs wichtige Stadt eine haben. Man konnte ja nie wissen.
Dann endlich die Innenstadt: der Belfried – und gleich dazu zwei riesige typisch flämische Plätze.
Das hat schon was.
Die Häuser rund um die Plätze sind prächtig und geben Arras ein ziemlich beeindruckendes Stadtbild. Allerdings kommt mit der schönen Kulisse auch ein ziemlich großer Wermutstropfen:
Im Ersten Weltkrieg wurde die Stadt praktisch vollständig zerstört. Und ja – die Deutschen waren es. Und auch die Soldatenfriedhöfe, die hier beginnen, sind unser Erbe!
Was heute so historisch aussieht, ist deshalb zum großen Teil gar nicht so alt, wie es wirkt. In den 1950er-Jahren wurde die Stadt nach den alten Vorbildern wieder aufgebaut.
Historisch also irgendwie – und gleichzeitig ziemlich neu. Gemütlich ja, echt: nein
Auch beim Thema Heiraten scheint man hier keine halben Sachen zu machen.
Die Stadt hat dafür offenbar sogar einen eigenen Parkplatz.
Und dann stolpere ich noch über die Frage, ob es eigentlich eine gute Idee ist, mit dem Gender-Pay-Gap Werbung zu machen.
Ich lasse die Frage einfach mal so stehen.
