Penang
Mit dem Zug angekommen, nahmen wir die Fähre und setzten rüber zur Insel zum Stadtteil George Town. Alles sehr unkompliziert und gut aufeinander abgestimmt. Nach den sehr...


Veröffentlicht: 03.03.2026





































Kuala Lumpur, eine Stadt, die selbst mit dem folgenden Werbeslogan versucht, Besucher anzuziehen: "Luxus in günstig". Grundsätzlich hatten wir zwar eine gute Zeit, aber die Stadt blieb hinter unseren Erwartungen zurück und hat dann im Gegensatz zu den anderen Destinationen des Landes enttäuscht. Ein großes Problem scheint zu schnelles Wachstum zu sein, ohne dass jegliche Energie in stadtplanerische Konzepte geflossen ist. Alles ist groß, zu groß, zu viele Hochhäuser, aber beim zweiten Blick oft mehr Schein als Sein. Die Stadtstruktur wirkt mancherorts wie auf dem Dorf, und die Verkehrslage ist (unnötig) katastrophal. Wenn wir öffentliche Verkehrmittel benutzen, musste man unfassbar komplizierte Wege in Kauf nehmen. Die einzelnen Linien scheinen komplett unabhängig voneinander gebaut worden zu sein. Mit dem Auto (Taxi) stand man in der Unendlichkeit gefangen gefühlt Stunden im Stau, egal zu welcher Tageszeit. So gingen wir oft zu Fuß, schade nur dass Bürgersteige oft im Nichts endeten und es so meistens ziemlich unentspannt war. Manchmal gab es Übergänge über die Straßen, aber die waren so komisch gebaut, dass wir es als Erfolg werteten, uns bei diesem Zickzack-Parcours nicht an Treppen mit unterschiedlich hohen Stufen die Füße gebrochen zu haben. Aber wir konnten mal mit der Monorail fahren, was in Melakka mit der stillgelegten Geisterbahn nicht möglich war. Eine ernüchternde Erfahrung, weil dieses Ding sich nur ungeschmeidig und ruckelig im Schneckentempo vorwärtsbewegte, wirklich rückschrittlich. Unsere Station, direkt gegenüber unserer Unterkunft, war so intelligent geplant, dass es keine Möglichkeit gab, auf die für uns richtige Straßenseite zu kommen (obwohl sich der Bahnhof oberhalb der mehrspurigen Straße befand). Wir mussten uns also über die Straße und deren Absperrungen durch den dichten Verkehr kämpfen, natürlich ohne Fußgängerüberweg (oder mit 500m Umweg). Wie kann so etwas passieren???
Interessant waren die Apartment Gebäude der Stadt, wir hatten bei unseren beiden Aufenthalten je ein kleines Apartment gemietet. Die Hochhäuser mit mehr als 30-50 Stockwerken waren im Low Budget-Modus zusammengenagelt worden, leider mit viel zu wenigen Aufzügen. So kam es zu Stoßzeiten zu sehr langen Wartezeiten, besonders wenn die Putztrupps einen Aufzug komplett für sich beanspruchten. Aber es gab schöne Pools auf dem Dach mit einem tollen Ausblick auf die Stadt. Desweiteren fiel auf, dass jedes Apartment seine eigene Warmwasserversorgung in Form von Durchlauferhitzern und seine eigene Kühlanlage(n) hatte, also ein möglicher Effizienzgewinn eines Hochhauses mit einer zentralen Versorgung überhaupt nicht genutzt wurde. In diesen Türmen mit mehreren hundert Parteien kühlt und heizt also faktisch jeder selbst. Ein ökologischer Ansatz sieht anders aus. Der Brandschutz war aber überraschend gut, es wird einfach so gebaut dass räumliche Trennung eine Brandausbreitung so gut wie sicher verhindert.
Die Museen wie die National Art Gallery hauten uns nicht so vom Hocker, aber es war interessant zu sehen, dass dies beliebte Orte für (erste?) Dates zu sein schienen. Jedenfalls konnten wir heimliche und zurückhaltendes Händchenhalten sowie flüchtige Umarmungen vor allem von Teenagern beobachten. Die Batuhöhlen etwas außerhalb der Stadt, der Sri Maha Mariamman Templeoder die Petronas Tower waren nett, aber mehr auch nicht.
Was uns allerdings sehr gefreut hat, war das Treffen mit Marikes ehemaligem Kollegen und Freund Lukas und dessen Familie, die gerade Urlaub in Malaysia machten. Ein wirklich schöner Abend in einer netten Rooftop-Bar mit schönen Geschichten und Erinnerungen.
Unsere wirklich schöne Zeit in Malaysia endete nun, und weiter ging es nach Indonesien. Ursprünglich wollten wir mit der Fähre nach Sumatra übersetzen, aber mittlerweile wurden so viele Fährverbindungen gestrichen, dass uns das ganze eine Spur zu kompliziert und unverhältnismäßig vorkam (auch wenn ein einstündiger Flug von KL nach Medan sich auch albern anfühlte, mit dem Boot und diversen Verkehrsmitteln hätte es aber mehrere Tage gedauert).
