2. Etappe Camino del Norte - von Getxo nach Castro Urdiales
Gut gestärkt bin ich heute früh meine 2. Etappe gestartet. Als ich aus dem Hotel raus bin, hat es auch schon wieder angefangen zu nieseln. Erst hatte ich den Poncho ausgelassen,...

Veröffentlicht: 04.06.2025


































Heute war ich schon echt früh auf den Beinen. Nach einem kleinen Frühstück bin ich auch direkt gestartet. Heute brauchte man keinen Regenschutz. Es war zwar bewölkt, aber es war auch warm. Gegen Mittag riss es auch immer wieder auf.
Ich bin also erstmal Richtung Hafen und Altstadt von Castro Urdiales gelaufen. Schnell war ich dank einer ausgezeichneten Beschilderung auf dem Camino. Es waren auch schon einige Pilger unterwegs und man hat sich freundlich begrüßt. Vor dem Start meiner 3. Etappe, habe ich mir noch ausführlich den Hafen angesehen und war total überrascht wie klar das Wasser war. Langsam bin ich dann die Playa entlang geschlendert und habe nochmal Komoot gecheckt und gesehen, dass der Camino durch verschiedene Orte verlaufen sollte. Es gab aber auch einen direkten Weg an der Küste entlang. Hm, ich bin dann nicht dem Camino gefolgt, sondern den schmalen Weg an der Küste entlang gelaufen. Eine ältere Engländerin sprach mich an und sie meinte, das dies nicht der Camino sei. Wir müssen umdrehen. Ich habe ihr auf Komoot gezeigt, dass wir später auf den Camino treffen werden und das dieser Weg sicherlich der Schönere sei. Sie guckte mich an und meinte "Let´s walk"! Nach ca. 3 Minuten blieb sie stehen und schaute mich an und sagte; "Das sei so wunderschön und sie sei so froh, dass sie mir gefolgt sei". Sie bedankte sich bei mir und dann legte sie sich ins Gras und genoss die tolle Aussicht auf das Meer. Ich habe mich von ihr verabschiedet und ihr noch einen schönen Camino gewünscht.
Hm, ich habe nach kurzer Zeit auch darüber nachgedacht, mich einfach ins Gras zu legen. Ich weiß, wer jetzt ein breites Grinsen im Gesicht hat und denkt: „Doch nicht die Anke!” Ich musste an all die Krabbeltierchen denken und habe mich dann doch für einen großen Stein entschieden. Was ich besonders fand, war diesmal nicht nur der Geruch vom Meer, sondern es lag auch ein angenehmer blumiger Geruch in der Luft. Ganz ehrlich, das war ein sehr sehr schöner Moment zum Genießen.
Der Weg verlief noch eine ganze Weile an der Küste entlang und dann kam die Abzweigung auf eine Straße. Hier bin ich dann nach einiger Zeit auf den Camino gestoßen. Zwei Frauen hatten mich angesprochen und gefragt, wo ich denn gelaufen sei. Ich erzählte ihnen von dem Küstenweg und sie meinten, dass der Camino überhaupt nicht schön gewesen sei. Das tat mir leid, aber man weiß es ja auch leider nicht vorher. Auch ich hätte Pech haben können. Es stellte sich heraus, dass die beiden aus Frankreich kamen. Eine sprach perfektes Englisch, so dass wir uns gut unterhalten konnten. Wir sind ein Stückchen zusammen gegangen und haben uns dann noch einen schönen Weg gewünscht.
Es wurde dann auch etwas wärmer und ich hatte nichts mehr zu trinken. Das fand ich heute total seltsam. Gestern kam gefühlt alle 100 Meter ein Trinkbrunnen, heute jedoch keiner. Die beiden Französinnen hatten kurz gerastet und eine von ihnen hatte meine Trinkflasche mit ihrem Wasser aufgefüllt. Das fand ich mega lieb. Merci!
Nach ca. 12 km kam endlich eine Bar, die aber schlecht ausgeschildert war. Wen sehe ich dort sitzen? Die Holländerin von gestern. Wir haben dann gemeinsam gegessen und gequatscht. Sie meinte, sie müsse heute noch nach Santona. Was, ich war geschockt. Das sind doch über 36 Kilometer! Sie grinste und meinte, sie würde gleich ein Taxi nehmen. Ist doch okay, ist ja auch eine lange Strecke. Wir sind dann aber noch gemeinsam bis in den nächsten Ort gelaufen, wo sie sich ein Taxi bestellt hat.
Ich bin schön fleißig weitergelaufen und habe mich für die letzten Kilometer mit einem leckeren Eis belohnt. Es war noch ein sehr schöner Weg. Mal war die Berglandschaft total grün und mit Wald bestückt und dann einfach nur grau und nackt. Auf manchen Bergen standen braune Kühe mit Glocken. Ach ja, da kam sofort Allgäufeeling auf.
Nach 23,.. KM bin ich fix und foxy in meiner Unterkunft angekommen. Mal sehen, ob ich heute noch rausgehe, ich glaube es ja nicht. :-)
Liebe Grüße
Anke