1. Etappe von Bilbao bis Getxo auf dem Camino del Norte
Heute ging es endlich los. Es waren 19 Grad, also perfektes Wanderwetter. Zwischendurch hat es auch immer wieder genieselt. Ich bin von meinem Hotel in Bilbao gestartet und...

Veröffentlicht: 03.06.2025










































Gut gestärkt bin ich heute früh meine 2. Etappe gestartet. Als ich aus dem Hotel raus bin, hat es auch schon wieder angefangen zu nieseln. Erst hatte ich den Poncho ausgelassen, aber der Nieselregen sollte mich doch eine ganze Weile begleiten. Also, zog ich den Poncho an und setze mir den Regenhut auf. Ich sag mal so: Die ersten zwei Kilometer habe ich jeden Muskel in den Beinen gespürt. Puh, das hat echt wehgetan, aber der Schmerz verging recht schnell. Ich bin dann zügig zur Schwebefähre gelaufen, auf die hatte ich mich richtig gefreut. Eine Überfahrt kostet 55 Cent und dauert nicht länger als zwei Minuten. In Portugalete angekommen, hatte ich zwei Wanderwege zur Auswahl. Ich hab mich für den Weg durch Portugalete und durch die Berglandschaft entschieden und nicht den Weg am Fluss entlang.
Ich folgte dem gelben Pfeil Richtung Zentrum und was sehe ich da auf dem Boden. Freiluftlaufbänder, die die Leute nach oben befördern. Wie am Flughafen, immer in kleinen Stücken. Das kann man auf dem Foto gut erkennen. In einem Reiseführer hatte ich gelesen, dass der Autor nicht so begeistert davon war. Hmmmmm, lieber Autor lass mich kurz überlegen, ob ich die Bänder gut fand, ähm jaaaaaaaaa, ich fand die mega super. Gerade für ältere Menschen sind die Bänder eine super Erleichterung. Ich hab mich natürlich auch bis nach oben rollen lassen.
Hinter dem Zentrum ging es dann endlich weg von der Stadt Portugalete. Es war ziemlich wuselig im Zentrum, zumal es noch relativ früh war und die Geschäfte mit Waren beliefert wurden.
Ich war von der Ruhe total begeistert. Überall war es grün und vom Nieselregen nass. Lach. Zum Glück hat es nicht stark geregnet, sodass ich echt gut laufen konnte. In der Bergregion hingen richtig die dunklen Wolken fest, das sah echt unheimlich aus. An einigen Stellen roch es wie im Allgäu, nach frisch gedüngter und auch frisch gemähter Wiese. Ich fand das echt super. Hinter einer Kurve lagen zwei süße Ziegen auf dem Weg. Als sie mich entdeckt hatten, kamen sie auf mich zugelaufen. Ich glaube die fanden den weißen Poncho interessant. Nach ungefähr 13 Kilometern kam dann endlich auch mal ein Restaurante. Ich möchte kurz darauf hinweisen, dass die Infrastruktur entlang der Strecke wirklich schlecht ist.
In dem Restaurante waren dann tatsächlich auch andere Pilger. Ein Niederländer hatte sich zu mir gesetzt und wir haben uns nett unterhalten. Er hatte es gut, denn er musste nur noch einen Kilometer zu seiner Herberge laufen und ich hatte noch fast 15 Kilometer, die vor mir lagen. Wir sind zusammen aufgebrochen und sind seinen letzten Kilometer gemeinsam gelaufen.
Die nächsten zehn Kilometer waren echt traumhaft schön. Es folgte ein toller Weg an der Küste entlang. Die Steilküste sah super aus, das satte Grün und die gelben Blumen erinnerten mich an Cornwall. Ach ja und der Nieselregen ist ja auch so typisch britisch. Trotz des Nieselregens, der mich noch ein wenig begleitet hatte, hatte ich ein breites Grinsen im Gesicht. Ja, der Weg war echt schön. Dann ging es kurz weg von der Küste durch ein kleines süßes Dorf und hinter dem Dorf folgte eine Schnellstraße. Auf dieser ging der Camino tatsächlich weiter, das war in manchen Kurven echt gefährlich. Eine Niederländerin ist die letzten 7 km mit mir gelaufen und auch die war schockiert über diese Passage. Aber das Schlimmste kam erst noch: ein 10-prozentiger langer Anstieg auf dieser Schnellstraße. Das war echt fies. Ich war echt froh, dass wir keine Sonne hatten, sonst wäre mein Kopf geplatzt. Was schön war, war die Aussicht auf Castro Urdiales. Von der Schnellstraße aus hatte man einen tollen Blick runter auf den Küstenort.
Zum Glück kam dann irgendwann ein Bürgersteig, hier haben die Holländerin und ich nachgeschaut, wo und wie weit es noch zu unseren Hotels war. Sie hatte noch eine Stunde vor sich, ich hatte Glück, es waren nur noch 20 Minuten. Ich war so erleichtert, dass ich vor Freude fast ein Tänzchen hingelegt hätte. Ich habe mich dann von ihr verabschiedet und bin zu meinem Hotel gelaufen. Am Ende standen 27,7 Kilometer auf dem Display :-). Mir und meinen Füßen geht es super, jetzt mache ich erst Mal den Flipper in der Badewanne und lockere die Muskulatur 😁.
Liebe Grüße
Anke