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Botswana und Simbabwe

Veröffentlicht: 16.10.2017

Nachdem wir den Nationalpark verließen, ging es in Richtung Windhoek, Namibias Hauptstadt, und zum ersten Mal seitdem wir Südafrika verlassen haben, befanden wir uns wieder längere Zeit auf befestigter Straße. Wohingegen Südafrikas Straßennetz doch schon relativ gut ausgebaut und saniert ist, gleichen Namibias Straßen eher einer African Massage.

In Windhoek hatten wir dann eine wirklich gute Lodge mit luxioriösen Zelten, in denen sogar richtige Betten standen. Hieß zum ersten Mal seit längerem mussten wir nicht selber Zelte aufbauen.

Da die Verantwortlichen in der Lodge zu uns meinten, die Gegend sei nicht wirklich sicher, entschied ich mich, den Nachmittag am Pool zu verbringen. Abends gingen wir dann alle gemeinsam ins Joe´s Beerhouse zu Abend essen und danach etwas zu trinken. So wie es scheint, ist das der Hotspot für Touristen aller Welt, denn die Kombination aus Restaurant und Bar war brechend voll.


Tags darauf hieß es dann zum ersten Mal Abschied nehmen von glücklicherweise nur vier der Mitreisenden. Diese wurden dann durch drei neue ersetzt, was gleichbedeutend mit meinem Aufstieg ins Packing-Team sein sollte. Endlich auch ein richtiger Mann, dessen Aufgabe es war jeden Tag so richtig anzupacken. Das mit dem Essen machen und Geschirr putzen, sollte ich sowieso lieber anderen überlassen. Zwei Mädels und ein Junge kamen dann in unsere multikulturelle Reisegruppe dazu, natürlich alle deutscher Herkunft.


Weiter ging es dann über die Grenze nach Botswana, wo entgegen der Behauptungen des Auswärtigen Amts keine 30$ Tourismussteuern gezahlt werden müssen, bis zur Hauptstadt der Kalahari - Ghanzi.

Die Flagge Botswanas ist oben und unten jeweils hellblau und symbolisiert sowohl den Himmel als auch den Regen. Durchbrochen wird sie durch einen horizontal weißgerandeten, schwarzen Balken, der für die Harmonie zwischen schwarzen und weißen Menschen, sowie den Zebras, steht. Wer sich übrigens immer mal gefragt hat ob Zebras nun schwarz mit weißen Streifen oder weiß mit schwarzen Streifen sind,  dem sei gesagt, dass Zebras komplett schwarz auf die Welt kommen und sich erst mit der Zeit weiße Streifen bilden.

Da ich in Ghanzi wenig Lust verspürte 30$ in einen Buschwalk mit anschließender Tanzvorführung zu investieren, blieb ich mit einigen anderen beim Campingplatz und las ein wenig. Heute sollten wir zum ersten Mal richtig im Busch übernachten, was bei Einbruch der Dunkelheit zu spüren war. Auf einmal erwachte die gesamte Insektenwelt und es schwirrten pro Quadratmeter mehr Insekten herum, als in gefühlt ganz Hamburg. Außerdem konnte ich dort unfreiwillig eine der berühmten Kamelspinnen entdecken. Diese bis zu 10 cm große Mischung aus Skorpion und Spinne erlangte ihre Berühmtheit aus dem Irak-Krig 2003.

US-Amerikanische Soldaten stellten ein Foto einer offenbar gigantischen irakischen Spinne ins Internet und beschrieben ihre Erfahrungen mit den Tieren. So rennen die Spinnen mit einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern in der Stunde durch die Wüste und stoßen dabei Schreie aus. Zu ihrer Beute gehören Kamele, denen sie an den Bauch springen, um ihnen ein Betäubungsgift zu injizieren und sie dann anzufressen. Außerdem warnten sie im Web, die Spinnen würden in die Schlafsäcke kriechen, um das Gleiche mit den schlafenden Soldaten zu tun. Bezeichnet wurden die Tiere als Kamelspinnen.

Mag sein, dass in diesen Geschichten vielleicht etwas übertrieben wurde aber Lust noch mehr von denen zu sehen, hatte ich nicht.


Am nächsten Tag ging es nach Maun, wo da spannendste auch schon der übergroße Swimming-Pool war. Denn die wahre Attraktion Maun´s sollten wir am nächsten Tag zu Gesicht bekommen - das bis zu 16000 Quadratkilometer große Okawango-Delta. Früh am morgen ging es mit einem Safari Jeep bis ans Delta, wo wir von Einheimischen Pulas mit kanuartigen Mokoros anderhalb Stunden lang durch das Delta bis hin zu unserem bescheidenem Zeltplatz gefahren wurden. Die meiste Zeit ging es durch flaches, mit Pflanzen und Schilf überdecktes, Wasser aber einmal mussten wir durch etwas offenes Wasser, wo uns auch direkt eine Horde Nilpferde in Empfang nahm. Diese schienen nicht wirklich erfreut über unsere Anwesenheiten und wenn ein anderthalb Tonnen schweres Monstrum untertaucht und kurz vor dir mit weit aufgerissenem Maul auftaucht, darf man schonmal etwas nervös werden. Die Pulas regelten die Situation aber gekonnt, drehten um und wir suchten uns eine neue Route. Das nahm ich aufjedenfall an, denn unsere Führerin sprach kein Wort Englisch bis auf "I safe your life".


Später am Nachmittag, als die Sonne nicht mehr ganz so knallte, gingen wir dann mit einem der Einheimischen in kleinen Gruppen auf Tiersuche im begehbaren Delta. Wir stießen auf eine Kuhe, eine Horde Zebras, Warzenschweine, Elefanten, Antilopen und konnten einen wunderschönen Sonnenuntergang in der Natur genießen. Der Abend verlief kurz, wir kochten mit Flusswasser unser Abendessen und tranken etwas Bier mit den Pulas bevor diese dann anfingen zu tanzen. Da wir den ganzen Tag ohne fliesend Wasser und Strom auskommen mussten, war bei Dunkelheit nicht mehr viel zu machen außer am Lagerfeuer zu sitzen oder sich die Sterne anzugucken. Bei so klarem Himmel konnte ich sogar Mars, Saturn und die Milchtraße erkennen bevor es dann ins Bett ging.

 

Weiter sollte es dann in Richtung Gweta gehen, wo wir unter riesigen Affenbrotbäumen schliefen und einen Swimming-Pool olympischen Ausmaßen genießen konnten.


In Kasane übernachteten wir dann am Chobe-River und ich entschied mich an einer Boat-Cruise teilzunehmen. Mit unserem Bootsfahrer Justice aus Botswana ging es dann gute drei Stunden über den Chobe-River und wir konnten unzählige Krokodile, Nilpferde, Elefanten und Büffel aus nächster Nähe beobachten. Auserdem gab es mal wieder einen Sonnenuntergang, der alle vorherigen toppen sollte. Zurück am Campingplatz passierte das spannendste erst tief in der Nacht als ich schon schlief. So sollen nämlich Hyänen um unsere Zelte herumgeschlichen sein. Da ich eine meiner zwei-, dreistündigen Schlafphasen genoß, bekam ich davon leider nichts mit.


Nun hieß es auch Abschied von Botswana nehmen und der letzte Grenzübertritt in Afrika stand an. Mit ihm auch der anstregnenste denn es nahm über zwei Stunden in Anspruch um die Grenze nach SImbabwe zu überqueren. Das könnte zum einen mit der extrem langen Schlange zu tun haben oder aber mit der Tatsache, dass die Grenzbeamten so gut wie jedes Mädchen anflirten mussten. Nach Erhalt des simbabwischen Visa und den 30$ Visagebühren, hieß dann der nächste und letzte Stop Victoria Falls unweit der Grenze entfernt.


Wir hatten eine wunderschöne Lodge mit Infinity-Pool und nett eingerichteter Lounge sowie unzähligen Aktivitäten, die allerdings jegliches Budget sprengen würden. So würde man für den Besuch des berühmten Devil´s Pool am Rande der Victoria Fälle, mehr als 200$ zahlen.

Ich entschied mich mit fünf anderen aus unserer Gruppe das Wildwater Rafting im Sambesi mitzumachen. Auf der Tour sollten wir insgesamt 19 Rapids (=Stromschnellen) passieren und sechs davon mit der Stufe 5. Viele davon mit vielagenden Namen wie "Stairway to Heaven", "Devils Toilet Bowl" oder "The Terminator". Rapid 9, den "Commercial Suicide" mussten wir aber auslassen, da dieser ein Rapid der Stufe 6 ist und somit nicht befahren werden darf. Zum Ende der Tour stand dann noch der schwierige und anstrengende Aufstieg aus dem Canyon bevor aber oben angekommen standen schon kalte Erfrischungsgetränke sowie Mittagessen bereit.


Am letzten gemeinsamen Tag ging ich mir dann noch die berühmten Victoria Fälle angucken. Der erste Europäer, der die Fälle zu Gesicht bekommen sollte, war der schottische Missionar David Livingstone. Er nannte die Fälle das schönste, was er jemals zu Gesicht bekam und taufte sie zu Ehren der britischen Königin Victoria Falls.

Abends gingen wir dann ein letztes Mal gemeinsam Essen und anschließend, leider nur in kleiner Gruppe, in der Stadt feiern.


Samstag hieß es dann Abschied nehmen von den ganzen anderen mit denen ich inzwischen drei Wochen lang knapp 5400 km durh Afrika gereist bin. Gleichbedeutend war dies auch der Abschluss der "Flat tire and no aircon tour" durch Afrika. So ein Abschied ist finde ich immer schwer aber ich kann auf drei tolle Wochen zurückblicken und haben wunderbare Menschen kennen gelernt. Ein großes Dank geht auch an unsere beiden Tour Guides, Köch und Fahrer Auther und Wolfie/Anton, die uns während der drei Wochen begleitet haben.

Am Sonntag ging es für mich dann weiter nach Johannesburg, wo ich eine Nacht in der Nähe der Flughafen verbringe, bevor es dann nach Brasilien geht. Als mir dann gegen acht Uhr abends das Wifi abgeschaltet wurde, wurde mir die Einsamkeit nach drei Wochen Gruppenreise, wieder bewusst und dies sollte der bislang schwerste Abend meines bisherige Monats so weit weg von Zuhause sein.

Antworten (1)

Thomas
ich wiederhole mich gern, einfach sehr schön zu lesen und Deine Begabung besteht darin, das Du spannende Informationen teilst und das auf eine wunderbar emotionale Art. Ich kann fast sehen, wie Du Dich durch Afrika bewegst.

#botswana#okawango delta#simbabwe#victoria falls#maun#kasane#ghanzi#gweta