Ein Tag, der anders kam als geplant – und genau deshalb unvergesslich wurde. Statt idyllischer Wasserfälle erwarteten uns Sturmwarnungen, gesperrte Straßen und eine abenteuerliche Fahrt quer durch Islands raue Winterlandschaft. Doch genau diese Mischung aus Naturgewalt und kleinen Wohlfühlmomenten machte den Tag zu etwas ganz Besonderem.
## Tag 3: Reykjavík – Akureyri
Nach einer erholsamen Nacht und einem leckeren Frühstück – wenn auch in einem kalten Frühstücksraum – starteten wir pünktlich um 8 Uhr auf der Ringstraße Richtung Akureyri.
Kaum unterwegs, gab es direkt einen kleinen Sprachkurs von unserem Reiseleiter Ulrich: „Góðan dag“ für „Guten Tag“ und „Takk“ für „Danke“. Eine einfache, aber schöne Geste, die einem das Gefühl gibt, ein Stück mehr im Land anzukommen.
Doch schon früh war klar: Dieser Tag würde anders verlaufen als geplant. Eine Sturmwarnung machte uns einen Strich durch die Rechnung. Weder die beeindruckende Heißwasserquelle Deildartunguhver mit ihren 100 °C heißen Wassermassen noch die malerischen Lavawasserfälle Hraunfossar waren erreichbar. Sicherheit ging vor – und so wurde unsere Reise mehr und mehr zu einer Flucht vor dem Sturm und drohenden Straßensperrungen.
In Island fühlt sich eine Passhöhe von 500 Metern schnell an wie ein Alpenpass auf 1500 Metern – sowohl wettertechnisch als auch landschaftlich. Mit unserem Bus, ausgestattet mit Spikereifen, kämpften wir uns durch Schneeverwehungen und heftige Windböen. Das Fahrzeug schwankte spürbar, während draußen eine fast unwirkliche Winterlandschaft vorbeizog.
Ein kurzer Zwischenstopp in Akureyri brachte dann einen kleinen Kontrast: Souvenirshops, kratzige Wollpullover und ein wohlverdientes Bier während der Happy Hour.
Unser Hotel lag schließlich abgeschieden in ländlicher Umgebung – perfekte Bedingungen für Dunkelheit und damit vielleicht auch für Nordlichter. Die nahegelegene Passstraße war bereits gesperrt, doch zum Glück befand sich unsere Unterkunft direkt davor.
Das Highlight des Abends: der Hot Tub. Während der Körper im angenehm heißen Wasser entspannte, peitschte der Schneesturm um den Kopf – ein surrealer, aber absolut faszinierender Moment.
Gut, dass wir das Abendessen im Hotel vorgebucht hatten, denn weit und breit gab es keine Alternativen – und draußen tobte weiterhin das Unwetter.
Erschöpft, etwas durchgefroren und gleichzeitig voller Eindrücke fielen wir schließlich ins Bett – mit dem Gefühl, einen echten Island-Tag erlebt zu haben.