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‚Das Reisen führt uns zu uns zurück.‘

Donnerstag, 20.09.

5.30Uhr

Ich und Ines sitzen schon im Fernbus nach Arusha. Man kann das prinzipiell mit ‚Flixbus & Co‘ vergleichen, jedoch auf die afrikanischen Standards herunter reduziert.

Gurte? Gibt es nicht für jeden. Wir hatten allerdings Glück.

Klimaanlage? Fehlanzeige!

Pausen während einer 12- stündigen Busfahrt? Zweimal jeweils 3 Minuten Stop in der Wildnis, wo 50 Menschen sich zeitgleich hinter dem gleichen Busch erleichtern können. Hab ich mal drauf verzichtet und meine Blase trainiert 😅

Ankunft 17.30Uhr in Arusha. Ausgemacht war die Abholung am Busbahnhof vom Inhaber des Hostels. Klappte natürlich nicht. Also liefen wir die 3km zur angegebenen Adresse. Dort angekommen war nur leider kein Hostel. Wir fragten uns durch- niemand kannte die Unterkunft, die Gegend wirkte nicht wie die Friedlichste und es wurde langsam dunkel.

Ja zu jeder Reise gehören auch abenteuerliche Erlebnisse und Dinge die schief gehen. Nach 5 Anrufen erreichten wir endlich den Besitzer, er schickte uns jemanden an unseren Standpunkt zum Abholen. 30Minuten später wurden wir von einer Frau begleitet- sie sprach kein Wort Englisch. Es ging durch irgendwelche Gassen und Hinterhöfe, unsere Angst wurde nicht weniger. Bis sie uns an irgendeinem kleinen Haus hineinbat. Kein Schild über ein Hostel, nur eine Hintertür, alles sehr unheimlich. Als wir eintraten, wollten wir am liebsten direkt umdrehen. Ein offizielles Hostel war das nicht. Mehr eine Privatvermietung, auf geschätzt 60qm lebten 15 Tansanier und wir.. Es war schon dunkel und wir schlossen uns einfach in unser Zimmer ein, doch wir fühlten uns alles andere als wohl und wussten, hier müssen wir morgen früh dringend weg. Es war dreckig, laut und kein Tropfen Wasser gab es. Wir passten gegenseitig auf uns auf und brachten die Nacht irgendwie rum.

Krasse Erfahrung, brauche ich aber nicht direkt wieder. Eine Rechnung gab es auch nicht.

Also wer mal illegal untertauchen möchte, ich hab da eine gute Adresse..


Freitag, 21.09.2018

Doch getreu dem Motto ‚Kaffee am Morgen vertreibt Kummer & Sorgen‘ machten wir uns auf den Weg zu einer Kaffeeplantage in Arusha. Wir verbrachten den Tag in einem kleinen Dorf fernab des Trubels der deutlich größeren Stadt Arusha im Vergleich zu Iringa.

Alles war grün, zwei Guides, die dort leben zeigten uns das Dorf, die Menschen und alles rund um das Thema Kaffeeherstellung. Wir verstanden uns auf Anhieb.

Vom pflücken übers rösten, mahlen und kochen- alles durften wir selbst machen und wurden so liebevoll in dieser kleinen Gemeinschaft aufgenommen! Es war ein wundervoller Tag und es viel uns schwer diesen Ort zu verlassen.

Ich hatte bisher viele Tansanier erlebt, die zwar große Häuser und Grundstücke haben, diese jedoch nicht pflegen oder mit kreativen Ideen gestalten. Doch hier war es toll zu sehen, mit wie viel Liebe zum Detail die Menschen sich ihr Dorf verschönern! Das gab mir Hoffnung, dass es doch auch Menschen hier gibt, denen so etwas wichtig ist!

Es war nach meinen harten Diensten wie Balsam für meine Seele. Wir saßen in einer kleinen Holzhütte, ringsherum Bäume und Pflanzen, man hörte einen kleinen Fluss im Hintergrund, die Vögel laut zwitschern und tranken unseren eigenen Kaffee, der ein Genuss war! Das war ein gelungener Urlaubstag! 

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