franzi´s on tour
Island

"schaffa schaffa Häusle baue"


Während unsere erste Woche mit einer Schneeschuh Wanderung endete, begann die zweite Woche mit einem sauberen Muskelkater (die Workouts während der Quarantäne waren wohl doch nicht so intensiv wie wir dachten) und zeitgleich startete unsere erste Arbeitswoche an der UW - University of the Westfjords... Ja! Wir arbeiten hier auch was, wir sind ja nicht zum Spaß hier... ok, vielleicht doch, zumindest teilweise.


Zu unserer Arbeitsstelle:

Die Universität in den Westfjorden, ist definitiv nicht die klassische Universität wie es sich die meisten von euch vielleicht vorstellen, es handelt sich um eine kleine Institution, welche sich in den letzten Jahren immer weiter entwickelt hat. Es werden zwei Masterstudiengänge "Coastal and Marine Management" und "Coastal Communities and Regional Development" angeboten und einige einzelne Kurse und Austauschprogramme (falls jemand sich für einen Master in diesen Bereichen interessiert - bis April kann man sich bewerben). Es befinden sich hier im Durchschnitt  also +/- 40 Studenten.

An unserem ersten Tag an unserem neuen Arbeitsplatz wurden wir sehr herzlich empfangen, wir sind immer wieder überrascht darüber, wie freundlich und offen die Isländer sind und der Humor kommt hier definitiv auch nicht zu kurz...Nicht, dass wir Deutschen keinen Humor haben oder gar unfreundlich sind, aber unseren Erfahrungen nach braucht es oft einfach länger bis der ein oder andere Kollege auftaut ( wir würden uns z.B. als offene Menschen bezeichnen aber trotzdem sind wir anfangs zurückhaltend). Wir hätten es nicht für möglich gehalten so schnell in unsere "Wohlfühl"phase zu kommen. Das macht das Arbeitsklima super entspannt und nach unserem Empfinden auch effektiver. Nachdem uns eine Führung durch die Universität gegeben wurde (besonders der Satz "and the coffee is on the house" hat uns als schwäbische Beamtinnen sehr gefreut), durften wir uns auch schon an die ersten Aufgaben machen, mit wunderschöner Sicht auf die Berge.


Die Uni hat momentan acht Mitarbeiter, welche wir die nächsten 3 Monate in ganz unterschiedlichen Bereichen unterstützen dürfen - vor allem im Marketing und Personalbereich haben wir spannende und herausfordernde Projekte erhalten. Von den Mitarbeitern sind drei ursprünglich aus Deutschland, einige aus Island und eine aus Portugal - ziemlich international hier! An Besprechungen durften wir in unserer ersten Woche auch schon teilnehmen, diese sind größtenteils auf Englisch. Der Übergang in eine andere Sprache verläuft dabei fließend, man merkt es daran, dass man plötzlich kein Wort mehr versteht und dann nach ein bis zwei Sätzen wieder in die Konversation einsteigt. Ganz verrückt, wenn man jemand englisch reden hört, dann kurz isländisch und zum Schluss ein "Naja schau mer mal" kommt.

Was uns ebenfalls gefällt, ist die Tatsache, dass sich hier JEDER duzt. In Deutschland duzt man häufig nur einen Teil seiner Kollegen, während der andere gesiezt wird. Die, die man siezt werden aber wiederum von anderen geduzt und plötzlich duzt man den Herr Dr. Mustermann oder siezt die Kollegin, mit der man eigentlich mittlerweile ein freundschaftliches Verhältnis pflegt. Das grundlegende "duzen" taugt uns auf jeden Fall besser. Hoffen wir mal, wir gewöhnen uns das nicht zu sehr an und duzen versehentlich den Chef/Kollege unserer nächsten Arbeitsstelle in Deutschland... Ein Grund weshalb sich hier das duzen durchgesetzt haben könnte, könnte an der üblichen (und unserer Meinung nach ganz amüsanten) Namensgebung liegen. Auf Island wird der Nachname aus den Vornamen der Eltern gebildet. Er setzt sich also aus dem Vornamen des Vaters oder der Mutter mit der Endung "-son" für Söhne und "-dottir" für Töchter zusammen. Der Sohn von Joachim/Rainer heisst dann Joachimson/Rainerson, seine Tochter wird Joachimsdottir/Rainersdottir genannnt (hierbei handelt es sich selbstverständlich um fiktive Namen!). Der Vorname ist wie bei uns individuell.


Ihr denkt euer Dorf oder allgemein Deutschland ist ziemlich entspannt was die Kriminalität angeht und das Vertrauen ist eigentlich ziemlich groß?! Dann seid gespannt wie wir in unser Wochenende gestartet sind und was hier in Island "normal" ist....


Es grüßen
Franziska Rainersdottir und

Franziska Joachimsdottir(Ein Glück haben unsere Väter nicht den gleichen Vornamen)




#internship#work#iceland#german
Kommentare

H.
Hallo Ihr lieben, weiter so. Wir verfolgen euren Blog mit Begeisterung 😍

Dorothea
Echt spannend, weiter gutes Gelingen. Gibt es Fasching?

Franziska
Nicht wirklich ...wär zu schön :D

Lara
Klingt super spannend, toll geschrieben! Freue mich schon auf den nächsten Beitrag! Und vermisse euch 😩❤️

Günter
Hervorragende dokumentation, spannend zu lesen. weiter so, franzi