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Kompetenzgerangel

Veröffentlicht: 31.01.2024

Kompetenzgerangel – sagt euch dieses Wort etwas? Spätestens seit heute ist es mir sehr geläufig. Das ist u n s e r Blog. Icke ist für die Fotos zuständig, ich für den Text. Ich rede ihr bei der Auswahl der Bilder nicht rein, sie lässt die Finger von meinen Geschreibsel. Alles gut so weit.

Da läuft uns heute diese Kuh über den Weg, die schwarze mit den bunten Streifen. Icke hat sie schon von weitem gesehen. Ich musste langsamer fahren, und um das Anhalten kam ich nur herum, weil hinter uns eine Schlange Lkws drängelte. Icke hat aus dem Seitenfenster geknipst. Ich habe mir noch nichts Schlimmes gedacht, aber als sie dann eine halbe Stunde wortlos in ihr Handy tippte, zog und schob, bimmelten ganz leise die Sirenen. Mein Gefühlt täuschte mich nicht. „Schau mal“, sagte Icke und hielt mir stolz ihr Handy vors Gesicht. „Das ist das Titelbild für unseren heutigen Blog.“ Eine Kuh mit einer Sprechblase, in der „Bonjour“ steht. Ich konnte im ersten Moment gar nichts sagen. „Ich finde das super“, sagte meine Fotografin. „Wir sind jetzt in Frankreich und werden begrüsst. Mir gefällt unser Titelbild.“ Punkt. Ende der Diskussion. Ich habe nicht mal versucht, ihr das auszureden …

Dafür war die Stimmung, in die uns diese Landschaft tauchte, einfach zu besonders. Wir schafften es kurz nach 9 Uhr auf die Straße und überquerten nach fünf Minuten die Grenze zu Frankreich. Bald breiteten sich links und rechts riesige Felder aus, gesäumt von dichten Wäldern. Die Sonne kämpfte sich mühevoll durch eine feine Decke aus Schäfchenwolken und tauchte mit ihren ersten Strahlen die Natur in ein feines warmes Licht.

Dazu passte die Route. Kilometerlange Landstraßen, die kleine, verträumte Orte wie mit Bindfäden gezogen verbanden. Wobei das Bild mit den Fäden nicht ganz passt, denn die Fahrbahn hob und senkte sich fast im Rhythmus. Ein Hügel reihte sich an den anderen. Wenn man bei der Fahrt die Augen schloss, kam es einem vor, als wäre man auf hoher See. Das ging stundenlang so. Irgendwann merkte ich, dass meiner Beifahrerin übel wurde. Sie wurde seekrank, und ich bot ihr sicherheitshalber einen Reisekaugummi an. Nein! War nur ein Scherz!

Icke durfte nicht schwächeln, denn sie hatte eine wichtige Aufgabe: Sie musste nach Blitzern Ausschau halten. Ich glaube, diese Teufelsgeräte wurden in Frankreich erfunden. Hier steht an jeder Ecke einer. Ich habe bei den 500 Kilometern, die wir heute zurück gelegt haben 16 Blitzer gezählt, und ich möchte nicht wissen, wie viele ich übersehen habe. Ich war noch nie auf französischen Straßen unterwegs, ohne nach der Heimkunft einen Strafzettel von unseren Nachbarn im Briefkasten zu finden. Ich fürchte, das wird diesmal nicht anders sein.

Der Verkehr, die Straßen und alles darum herum ist für mich sehr gewöhnungsbedürftig, um es vorsichtig zu formulieren. Unser Navi hat uns heute eine Umleitung angeboten, auf der wir 15 Minuten einsparen sollten. Ich habe es probiert. Unser neuer Weg führte uns über eine stillgelegte Trainingsstrecke für Rallyefahrer. Es kann nicht anders sein! Der Asphalt zerrissen, Schlaglöcher, in denen problemlos ein Bierkasten verschwunden wäre, abfallende Straßenkanten und die Fahrbahnen so eng, dass entgegenkommende Lkws mit den Seitenspiegeln abklatschen wie gute Freunde mit den Händen. Auf den letzten Kilometern hatten wir noch zwei Staus zu überstehen und eine Protestaktion der Bauern, die einen Berg Reifen verbrannten und damit wahrscheinlich die Umweltschützer auf die Barrikaden bringen. Aber da sind wir schon in Spanien. Morgen Abend, wenn alles klappt.

Antworten (2)

Irmi
Euch beiden wünschen wir weiterhin eine schöne Reise, wir sind jeden Tag gespannt auf den total unterhaltsamen Bericht. Auch wir stehen bereits in den Startlöchern.

Richard
Ich wünsche euch auch eine schöne aber auch abenteuerliche Reise, bis bald..

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