Abindennorden
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Heute steht eine Etappe mit vielen Höhenmetern an und außerdem ist aufziehender Regen ab 11 Uhr angesagt. 

Dementsprechend früh stehe ich auf und sitze noch vor 7 Uhr auf dem Rad Richtung Osten. 

Meine Erwartungen an die Etappe sind gering. Der Routenplaner zeigt eine mehr oder weniger langweilige Strecke entlang der Bundesstraße 40. Das ist eine autobahnähnliche Schnellstraße von der Ostküste zur Westküste.

Umso überraschter bin ich, als einige Kilometer hinter Borås der Fahrradweg abzweigt auf eine alte Bahntrasse. 

Es ist die 45 km lange Bahnstrecke von Borås nach Ulrikehamn. Die Schweden haben die Strecke mit Ende des Bahnverkehrs 1988 komplett als Radweg ausgebaut. Der Weg fährt sich fantastisch. Es ist herrlich ruhig. Die Strecke geht durch Wald und vorbei an Seen. Über die ganzen 45 km treffe ich zwei Menschen, Rehe, und einige Greifvögel.

Zwischendurch sehe ich immer wieder die Trockensteinmauern.

Schließlich erreiche ich Ulrikehamn mit seinem schönen alten Bahnhofsgebäude.


So schön der Weg bis Ulrikehamn war, so schlecht wird er nun. Komoot hatte mir eine Strecke vorgeschlagen, die kurz hinter der Stadt auf die Schnellstraße führen sollte. 

Völlig undenkbar hier mit dem Rad zu fahren. Immerhin, es gibt eine Alternative. Zwar ein Umweg von einigen Kilometern, den nehme ich aber gerne auf mich. 

Dann komme ich wieder auf die Schnellstraße und diesmal gibt es keine Alternative. Ich umklammere meinen Lenker ganz fest und versuche die wenigen Zentimeter in der Spur zu bleiben, was gar nicht zu einfach ist, wenn LKW's überholen. Nach mehr als 4 km ist es dann geschafft und ich blicke noch mal auf die Straße zurück und bin froh, dass nichts passiert ist. 

Ab hier ist es dann nicht mehr so weit bis Jönköping. Ich fahre zwischendurch wieder auf einer alten Bahnstrecke und sehe links und rechts immer mal wieder "abgeerntete Wälder".

Gegen 14 Uhr erreiche ich schon - komplett ohne Regen - Jönköping.

Die Stadt liegt am Südzipfel des Vättern Sees und hat einiges zu bieten. Hierzu gehört auch das Streichholzmuseum. Bis in die 1940er Jahre war Jönköping weltweites Zentrum der Streichholz Produktion. Etwa 70 Prozent aller weltweiten Streichhölzer kamen von hier. 

Eine Kuriosität finde ich noch in der St. Sophienkirche. 

Schweden ist, was das Bezahlen angeht, komplett digital unterwegs. Sogar die Kollekte in der Messe erfolgt digital.


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