Hausboot 2.0 - Tag 9&10 - Pont-à-Bar & Ende
28.-29.09.2024 Sedan - Pont-à-Bar - Heimreise Morgens hatten wir zum Frühstück bestes Baguette und Croissants. Linda wollte eigentlich in der Stadt frühstücken, hatte aber...


Veröffentlicht: 21.04.2025





































































































































19.03.2025
Abends um 21.35 sollte unser Flieger von NRN Weeze aus nach Edinburgh gehen. Gestartet sind wir um 22.15 und waren demnach erst gegen 23.30 UK Zeit in EDI. Mit dem Airlink 100 sind wir dann zum Haymarket gefahren und haben im Leonardo Hotel geschlafen.
Laut Flughafen Waage hat Jan ca. 20kg auf dem Rücken und ich 18kg. Ganz schön happig. Aber irgendwie sind Zelt und Schlafsäcke doch schwerer als gedacht.
20.03.2025
Gemütlich ausgeschlafen und im Loudons Fountainbridge episch gefrühstückt. Wildpilze auf Brioche mit Spinat und pochiertem Ei? Ja bitte.
Wir sind super entspannt im Urlaub angekommen. Noch kurz Wasser gekauft und dann sind wir schon für 45 Pfund mit der Bahn über Anniesland Glasgow nach Milngavie (was man hier "Malgai" ausspricht) gereist.
Hier haben wir kurz unsere Sachen im Premier Inn abgelegt und sind wieder in die Stadt gelaufen um Camping Gas zu suchen - sonst wird das nix mit dem Essen unterwegs! Im Spar sind wir zum Glück fündig geworden, haben die letzte Flasche bekommen. Option B wäre laut Reddit der Zoo Laden Creature Comforts gewesen, da hing zumindest ein großes WHW Schild draußen.
Den Nachmittag haben wir in der Jaw Brew Brauerei in der Sonne verbracht und exzellentes Pale Ale geschlürft.
Gegessen haben wir im Pub neben unserem Hotel, dem Burnbrae. Generell nicht zu empfehlen. Dafür mit gemütlich einen im Tee schlafen gegangen. Morgen früh wird endlich gewandert, die erste Etappe auf dem West Highland Way steht an!
21.04.2025
Wir sind wunderschön mit Sonne am Himmel gestartet! Ich war so abgelenkt, dass ich doch glatt vergessen hab Komoot zum tracken zu aktivieren - es fehlen also 20m ;)
Der Weg sehr gut beschildert und unsere beiden Karten Bücher hatten wir auch dabei. Wäre nur nicht nötig gewesen, weil im Abstand von ungefähr 100 m stets mindestens ein WHW Wanderer unterwegs war. Zu erkennen an exzessiver Ausrüstung und einem motivierten Lächeln.
Kurz hinter Milngavie geht's dann auch schon los mit der Natur - knallgelbe Ginsterbüsche und saftig grüne Wiesen und Wälder.
Mein Kopf war dann auch irgendwann einfach still - endlich. Es roch und war auch einfach grün und ruhig, irgendwie Balsam für die Seele. So öko sich das anhört.
Dann ist es doch tatsächlich bei KM 7 von geplanten 18 heute passiert. Ich bin gestolpert und gestürzt. Erst dachte ich, ich hätte mich (sehr schmerzhaft aber gut) mit Händen und Knien abgefangen, nur ist 3 Millisekunden später natürlich das Gewicht des Rucksacks in meinem Nacken angekommen. Der hat meinen Kopf dann nochmal so nach vorne geschleudert, dass ich mit dem Kopf aufgeschlagen bin. Das erste war ich dachte war "nicht die Brille!!!". Das zweite dann "warte, ist das Blut?"
Ich hab mich recht schnell rumgerollt und Jan hat mir den Rucksack abgeschnallt. Der Arme stand gute zwei Meter weg und konnte nichts machen.
Naja, und dann saßen wir da am Wegesrand und das Blut tropfte mir übers Gesicht. Kopfwunden sind einfach scheiße.
Provisorisch mit Tempos das Blut gestillt, mit Octenisept desinfiziert und mit einem Pflaster abgeklebt saß ich dann da bis der erste Schock rum war. Adrenalin ist schon gut. Das down danach weniger. Als mir dann auf einmal schwarz vor Augen wurde hat mich Jan wieder hingesetzt und mit Müsli Riegeln gefüttert. Irgendwie ging's dann doch und wir sind langsam weiter zur Glengoyne Destille, direkt am Weg.
Und was ein Glück. Beim Blut von den Händen waschen haben wir eine Amerikanerin getroffen die direkt ihren Mann geholt hat. Er war vor seiner Rente Anästhesist. Mit Whisky aus dem Shop hat er mir die Wunde ausgewaschen und dann mit Duct Tape von seinen Wanderstöcken zusammen geklebt.
Ein Hoch auf Patterson!
Die Tour mussten wir leider abbrechen, weil mir ein zweites Mal schwarz vor Augen wurde. Wie er da auf dem Boden der Damentoilette so an mir rumgewerkelt hat tat schon heftig heftig weh. Schock 2.0 und so.
Wir sind dann durch den Regen langsam weiter bis zu Drymen Camping, unserem Stop für heute.
Der Herr an der Rezeption hatte doch tatsächlich Steri Stripes zum kleben. Nachdem mich Jan in unserem Green Pod hoch gepäppelt und aufgewärmt hatte und wir duschen waren, hat mein Mann dann also Arzt gespielt, das Panzertape entfernt, mit Alkoholtuch die Wunde gereinigt (tat mehr weh als der Sturz) und die Klebestreifen gesetzt. ..... Während mir ein drittes Mal schwarz vor Augen wurde. Jan hat das alles super gemacht, mir noch Abendessen gekocht und jetzt liegen wir in Schlafsäcken in einem kleinen Holzfass und hören dem Regen zu.
22.04.2025
Semi gut geschlafen in unserem unbeheizten Green Pod. Vom Unfall und Schock doch noch sehr kalt gewesen. Dafür sind wir morgens dann gut gestartet beim phänomenalem Wetter. Da wir die Zivilisation quasi verlassen wollten, haben wir dann doch den Umweg über das Drymen Medical Center genommen, damit sich ein echter Arzt mal meine Platzwunde anguckt.
Überraschung! Doktoren könnten das nicht, ich brauche eine "Nurse". Tja. Die nächste Einrichtung mit einer Injury Unit war in Alexandria im Krankenhaus. Und weil Gesundheit immer vorgeht sind wir tatsächlich mit dem Bus (klein, süß und rasend schnell) eine halbe Stunde in die nächste Stadt gefahren.
Für's nähen war ich (leider, oder zum Glück) zu spät. Die Wunde wurde nur gesäubert und geklebt, sie sah zum Glück super gut aus. Danke Patterson! Antibiotikum für den Notfall habe ich auch noch mitbekommen, also alles super.
Dann der nächste Glücksfall - ein Bus fuhr tatsächlich Richtung WHW zurück. Etwas weiter als wir eigentlich schon waren, aber so mussten wir nur die Route über Comic Hill überspringen. Was mit meinem dicken Knie nach dem Unfall eh schwer geworden wär. Also halb so wild.
An dieser Stelle möchte ich anmerken, Irn Bru schmeckt nach flüssigem extra süßen Kaugummi, haben wir getestet, muss nicht nochmal sein!
Trotz der Busfahrt hatten wir noch gute 15 km vor uns heute. Das Problem ist die Camping Management Zone, man braucht eine Permit um am Loch Lomond in bestimmten Arealen zelten zu dürfen. Die waren schneller ausverkauft als frische Semmel.
Am Ufer des Loch Lomond entlang ist es 90% wunderschön und 100% viel zu sehr auf und ab. Zumindest für mich, die heute nicht schwitzen durfte weil der Kleber 24h durchtrocknet. Also extra langsam unterwegs gewesen. Aber war OK, wir hatten nämlich übertrieben schöne Aussichten.
Letztendlich waren wir gegen 16 Uhr in Rowardennan und haben im Clansmen Pub Pause gemacht und zu Abend gegessen. Ca. 2 Meilen später war die CMZ vorbei und wir haben doch tatsächlich unseren eigenen Strand gefunden.
Jan ist doch echt noch im Loch Nacktbaden gewesen, war mir zu kalt. Dafür haben wir dann beide im kleinen Wasserfall 20 m neben dem Zelt "geduscht". War übrigens genauso kalt wie das Loch.
23.04.2025
Wir haben gut geschlafen an unserem Strand, bis auf den Moment um vier Uhr morgens wo Jan der Meinung war, dass Wasser wäre so gestiegen, dass das Zelt weg schwimmt. War nicht so.
Um sechs hat der Wecker geklingelt, um acht sind wir dann los (ganz schön viel zu tun morgens beim Campen!). Gerade die erste Hälfte (bis nach Inversnaid) der heutigen Etappe ging super schön durch Bärlauchfelder und verträumte Feenwäldchen, richtig richtig schön.
Nach unserem Mittagsstop im Inversnaid Hotel (die ersten 11 km waren doch top, werden die nächsten bestimmt auch! Ja, ne.) fiel die Motivation dann sehr schnell sehr stark. Aus dem süßen Waldpfad wurde ein Geröll Abenteuerweg. Für den schlimmsten Kilometer haben wir einfach zwei Stunden gebraucht. Heftige Steigungen und Stolperfallen en masse.
Wir haben uns gequält. Die Kilometer Zahl bei komoot wollte einfach nicht kleiner werden und die Schmerzen in Füßen und Oberschenkeln wurden immer doller. Mit Pausen haben wir uns versucht zu retten, aber irgendwann ist ja auch das Licht weg!
Nach einer gefühlten Ewigkeit durch die Geröllmassen und Wälder am Ufer stand uns "nur noch" der letzte Aufstieg für heute bevor. Der, in die Highlands.
Der Aufstieg hat uns fast umgebracht, ich schwöre :D auf einmal fing die Sonne an zu knallen (wir haben beide üblen Sonnenbrand im Gesicht), der Weg ging immer weiter und immer höher. Der Abstieg war nicht besser. Wir sind heilfroh, für heute das Drovers Inn gebucht zu haben. Wäsche waschen, duschen und warm und ordentlich essen.
Und tatsächlich haben wir ausgemistet. Die Wanderstöcke, jeder ein Oberteil, zwei paar Socken und eine Boxershorts. Sowieso alles zu eng oder schon sehr alt. Wir haben falsch gepackt und schreiben im Kopf schon die Liste für die nächste Reise.
24.04.2025
Wir sind heute morgen mit Feueralarm gestartet. Wer die nassen Socken direkt unterm Rauchmelder heiß föhnt (Jan) und dann noch 3 Sekunden bevor der Alarm losgeht sagt "ich glaube die Socken schmelzen, haha" (Jan) ist auch wahrscheinlich Schuld gewesen. Aber wer weiß. Zum Glück haben alle gleich doof aus ihren Zimmern geguckt und alles war schnell wieder aus. Im Drovers Inn soll es ja auch spuken, also vielleicht waren es die Geister.
Wir haben schon viel Voltaren gebraucht um heute in die Gänge zu kommen. Wie gestern, waren die ersten zwei Kilometer ungefähr super hart, aber irgendwann bekommt das laufen was meditatives. Man denkt halt nur noch an die schmerzenden Fußsohlen. Und daran wie gut die Luft hier riecht und wie heftig die Aussicht ist.
Alle naselang sind wir heute stehen geblieben um uns irgendwas anzuschauen. Im Pause machen waren wir gestern nicht so gut, das hat ab heute mindestens dieselbe Priorität wie das voran kommen.
Also wieder super viele schöne Wasserfälle gesehen, durch Recht seltene aber dafür saftig grüne Wälder gestiefelt und hauptsächlich, ENDLICH, durch die Highlands gelaufen.
Weit und breit ist nix, außer mal süße Schafe mit schwarzen Köpfen.
Es ist einfach heftig schön gewesen. Wir kamen dank ordentlicher Wege (nicht so wie gestern) super voran und waren tatsächlich um 15 Uhr, nach ziemlich genau 20 km Wanderung in Tyndrum.
Da gab's das beste Fish and Chips nördlich der Grenze (laut Auszeichnung) und ein warmes Hotelbett was wir noch spontan gebucht haben. Unsere Rücken und Füße sind über 30 und brauchen etwas Komfort.
25.04.2025
Heute früh (und eigentlich den ganzen Tag) ging es auf einer alten Militär Straße weiter. Wir hatten einen wunderbaren Ausblick den ganzen Tag.
Viel schneller als erwartet waren wir schon in Bridge of Orchy, 11 km rockt man richtig fix runter wenn das Gelände gängig ist. Wir haben noch ein richtiges Trauma von Tag 3, diese geröllige Scheiße da.
Danach ging es einmal steil bergauf zum Mam Carraigh, einem Aussichtspunkt auf ca. 360m. Unglaublich windig, aber wunderschön.
Und dann waren wir auch schon in Inveroran, obwohl es erst 13.30 war.
Irgendwie haben wir uns eingelaufen, obwohl die Fußsohlen schmerzen, meine Schulter zwackt und Jan's alter Bruch weh tut. Wir sind also weiter gelaufen, auf komoot war ein paar Kilometer weiter ein windgeschützter Wildcamping Platz eingezeichnet.
Ein bisschen beklommen fühlt man sich im Wald schon gegenüber dem schönen Uferplatz vor ein paar Tagen. Ich will nicht wissen wie viele Zecken wir uns holen.
Dafür ist der Weg morgen nach Kingshouse sehr kurz jetzt, wir freuen uns auf einen Restday im Hotel!
26.04.2025
Heute haben wir nicht viel vor. Nur knappe 12 km nach Kingshouse, wo wir quasi einen Pausentag einlegen wollen. Morgens beim Frühstück neben dem Zelt bestaunen wir noch die Ultramarathon Läufer, die schon gegen 7 ihre ersten 20 km voll haben. Sehr beeindruckend auf jeden Fall.
Wir reihen uns ein in die Läufergruppen, werden aber schnell von allen überholt weil wir ständig stehen bleiben. Das Panorama heute ist überragend.
Angeblich war Schottland ursprünglich von Riesen besiedelt. Riesen, die sich sehr, sehr große Schafe gehalten haben. Als die Menschen dann kamen, legten sich die Riesen in ihren Berggestalten schlafen. Den Menschen sagten sie, sie sollen ein Auge auf ihre Schafe haben. Weil die riesigen Schafe aber schnell verschwanden, kalkten die Schotten ihre Cottages weiß, damit wenn die Riesen doch mal blinzelten, überall ihre Schafe noch sehen konnten.
Trotz der schönen Aussicht zieht sich der verhältnismäßig kurze Weg. Es ist schwül und gleichzeitig kalt. Wir müssen uns mit Gedankenspielchen bei Laune halten, schmieden Essenspläne für Zuhause.
Irgendwann endlich, es fühlte sich nach einer Ewigkeit an, haben wir die 12 km Militärstraße hinter uns gelassen. Das King's House Hotel in Kingshouse isr wirklich sehr fancy.
Am Feuer mit diversen Pints warten wir auf unser Zimmer, abends gibt's Risotto während unsere frisch handgewaschene Wäsche über der Heizung trocknet. Aus dem Zimmerfenster beobachten wir wie sich alles immer weiter zuzieht und freuen uns, mal die Füße hochlegen zu können.
27.04.2025
Es regnet, und nicht zu wenig. Bei einem hervorragenden Frühstück (so gut, dass wir nochmal nur so ins King's House Hotel fahren würden) beobachten wir also die Regentropfen und überlegen was wir machen. Laut Regenradar soll es gegen 10 aufhören, also haben wir uns erstmal nochmal in die Horizontale begeben.
Es wurde nicht besser. Die Hoffnung starb zuletzt. Ich bin schonmal direkt in Gamaschen und Poncho raus, Jan war sich da noch zu fein.
Es hat ausnahmslos jede Sekunde mindestens getröpfelt. Zu 80% leider eher gepisst. Ich weiß nicht was schlimmer war, der dauerhafte Nieselregen, der jede Ritze gefunden hat, oder die Riesentropfen die vom Sturmwind auf uns runtergedonnert wurden.
Schön war, dass an jeder Bergwand super viel kleine Wasserfälle runterkamen. Die haben aber leider auch unsere Fußwege in kleine Flussläufe verwandelt.
Sehr gefreut habe ich mich, das wohl bekannteste kleine weiße Cottage Schottlands's zu sehen. Findet sich quasi auf jedem Highlands Kalender. Das Wetter war nicht ideal, hat aber trotzdem was mystisches, oder? Und den Jeep bekomme ich noch weg gephotoshopped Zuhause ;)
Und dann war Schluss mit lustig. Wobei durch den Regen heute nix lustig war. Bis auf den kurzen Karaoke Versuch, aber lassen wir das. Wir standen vor der Devils Staircase, ein 259 m hoher Anstieg auf verhältnismäßig wenige Streckenkilometer.
Gefürchtet von vielen WHW Wanderern, und wir finden - zu Recht. Gerade bei Regen und Sturm. Es geht auf unwegsamen Wegen sehr steil bergauf, weiter oben dann in Serpentinen. Man hat das Gefühl, nie oben anzukommen. Wenn wir zwischen Schauern und triefender Kapuzen doch mal einen Blick auf die Umwelt erhascht haben, wurden wir fast gebührend entlohnt. Ist schon ein heftiger Ausblick.
Endlich oben angekommen mussten wir erstmal kurz die Gemüter wieder einsammeln, Wind, Regen und schmerzende Körperteile ist nicht so eine geile Kombi. Schön Schoko-Proteinriegel zum aufmuntern.
Sobald man über die Kuppe ist und denkt "ich hab's geschafft", haut der WHW einem wieder nen Ast in die Speichen. Es geht Ewigkeiten geröllig bergab bis nach Kinlochleven. Und die Bergkuppe war auch leider nicht die Wettergrenze, wie erhofft.
Ich wiederhole mich, aber - es war SO nass. Letztendlich sind wir aber auch verwöhnt, wir hatten jetzt 6 Tage exzellentes Wetter zum Wandern. Eigentlich cool, Schottland nochmal von einer anderen Seite kennen zu lernen.
Das letzte Stück runter zum Dorf war fast genauso schmerzhaft wie hoch, zumindest für mich mit den kaputten Knien.
Recht spontan haben wir uns für heute noch einen Campingplatz beim Blackwater Hostel gebucht um wenigstens warm duschen zu können.
28.04.2025
Es hört nicht auf zu regnen. Eine ganz kurze Regenpause gab's in der wir uns schnell gewaschen haben. Die hat so 10 Minuten gedauert. Das Zelt haben wir im strömenden Regen abbauen müssen. Um uns den letzten Tag so leicht wie möglich zu machen, haben wir uns nach dem Frühstück von unserer treuen, viel zu großen Gasflasche verabschiedet und sie auf den offensichtlichen Gasflaschenfriedhof gestellt.
Der Anstieg aus Kinlochleven raus war die Hölle und verdient definitiv einen Platz in den Top-miestesten-Aufstiegen. Super steil, super nass und dabei schwül warm. Mit der ganzen Regenausrüstung war man bei der Steigung dann auch schnell nass an Stellen, die eigentlich trocken bleiben sollten.
Der Anstieg hat uns auf die altbekannte Old Military Road geführt. Erst richtig gefreut, dann gemerkt, dass die Straße ein Flussbett ist bei dem Regen, und dann nur noch geflucht. Der Weg zog sich durch ein Tal, ein riesiges, U-förmiges Tal. Und er zog sich so heftig, weil wir wegen des Regens so langsam voran kamen, dass wir doch echt hart gekämpft haben am letzten Tag. Warum machen wir das hier? Wann hört das endlich auf? Immer wenn wir uns eine Bergkuppe als Zwischenziel ausgesucht hatten, lag dahinter nochm mehr überfluteter Weg und noch mehr Tal.
Von der Landschaft haben wir wenig gesehen weil wir so sehr auf unsere Füße und den Wasserpegel achten mussten. Aber wenn wir dann stehen geblieben sind zum gucken, hat es sich gelohnt. Ein absolut mystisch, wunderschönes Landschaftsbild heute.
Irgendwann gegen Mittag ließ der Regen tatsächlich nach. Als ob die Highlands uns nicht mit schlechter Laune gehen lassen wollten. Wir genossen also ein letztes Mal die Luft, den Geruch und irgendwie auch die unendliche Weite der Berglandschaft. Danach wurde es nämlich wieder immer waldiger. Bis wir dann nur noch den großen Abstieg auf einer breiten Forststraße runter nach Fort William vor uns hatten.
Der letzte Tag gehört definitiv zu dem härtesten. Nicht nur wegen der langen Strecke, sondern auch wegen der heftigen Aufstiege und (so schön sie auch war) der Monotonie zwischendurch. Irgendwann ist es nur noch man selbst und der nächste Schritt auf den man bedacht ist.
Ganz unwirklich ist es, als wir auf einmal dann nicht mehr mitten durch die Natur laufen, sondern entlang von Straßen. Es wird trubelig und laut. Wir halten noch kurz bei Tesco, und schlendern dann sehr, sehr langsam (wegen doch ziemlich kaputter Beine) in Richtung Endbank. Auf der Bank sitzt die Statue eines müden Wanderers der sich die Füße reibt. So geht's uns auch. Wir sind richtig glücklich und stolz.
