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Im Hamam

Veröffentlicht: 16.04.2025

Sehenswert
Istanbul
Istanbul, Turkey
Tour
Hamam-Besuch
Aktivität
Sehenswert
traditionelles Hamam
Istanbul, Turkey
Essen
Tee im Hamam
$ · Snack

Wenn man in der Türkei (wie wir in Istanbul) ist, möchte man auch ein traditionelles Hamam besuchen, sollte man zumindest meinen. Aber da Herr Ärmel irritierenderweise zu so etwas wenig Lust hat, recherchierte Frau Waas alleine, welche Bäder empfohlen werden. Es gibt jede Menge Hamams, die einem Hotel zugehörig sind. Diese sehen sehr schön aus, bieten Komfort und Luxus und werden hauptsächlich von Tourist:innen besucht. Dementsprechend ist dann auch der Preis. Das war nicht das, was Frau Waas sich vorgestellt hatte. Ihr schwebte ein kleines traditionelles Bad vor. Und dies fand sie auch. Es befand sich ganz in der Nähe ihrer Unterkunft und sollte nur einen Bruchteil von den touristischen Hamams kosten. An dem einzigen regnerischen Tag machte sie sich auf den Weg. Dort angekommen erlebte sie allerdings eine Enttäuschung. Am Tage sei dieses Bad nur den männlichen Gästen vorbehalten, Frauen hätten ab 22:00 Uhr Zugang. Das war Frau Waas nun wirklich zu spät. Aber da sie sich in Istanbul befand, müsste es doch eigentlich möglich sein, einfach weiter zu spazieren und dann über ein Hamam zu stolpern. Und so kam es: sie spazierte weiter, stolperte und stand vor einem traditionellem Hamam, das 1481 zu diesem Zwecke erbaut wurde. Der Preis war in Ordnung, teurer als das Bad, das sie sich eigentlich rausgesucht hatte, aber günstiger als die touristischen Hotelbäder. Außerdem war das Gebäude sehr schön mit einem Glaskuppeldach und Mosaiken an den Wänden. Frau Waas konnte nur eine reguläre Badezeremonie buchen, denn für eine zusätzliche Massage mit Öl hätte sie vorab reservieren müssen, dann nämlich wäre eine speziell ausgebildete Masseurin gekommen.

Eine Mitarbeiterin im Bademantel nahm sie in Empfang und begleitete sie in den zweiten Stock, wo sich die großzügig angelegten Einzelumkleiden (diese enthielten, eine Liege, Garderobenhaken, einen Safe, einen Spiegel, ein Regal und ein schönes Fenster) befanden. Die Kabinen für die Herren befinden sich im ersten Stock. Frau Waas wurden Badelatschen, ein Hamamtuch und ein Einmalhöschen (ähnlich den OP-Höschen, nur in schwarz) zur Verfügung gestellt. Sie bekam noch den Hinweis, dass sie sich bitte ins Tuch wickeln solle, bevor sie wieder nach unten ins Dampfbad ginge. Frau Waas, die etwas überrascht war, was man Lummerländerinnen so zutraut, nickte eifrig. Sie hatte ohnehin nicht vorgehabt, nur mit einem OP-Höschen bekleidet die Treppen herunter zu schreiten. Anständig unten angekommen, bekam sie etwas zu trinken und wurde ins Bad geführt, das nach Männern und Frauen getrennt war. Einige mögen dies als prüde empfinden, aber für Frau Waas war das genau richtig. Hier konnte sie als einziger Gast erst einmal relaxen. Nach gut 20 min kam die Mitarbeiterin und führte Frau Waas in den Waschraum, wo die rituelle Waschung begann. Zu Frau Waas großer Überraschung legte die besagte Mitarbeiterin hierzu ihren Bademantel ab, unter dem sie nichts weiter als das besagte OP-Höschen trug. Allerdings in rot, was ihr sehr gut stand. Frau Waas ist nicht Hamam-unerfahren, aber dass die Behandlung eine gleichberechtigte Quasi-Nacktheit erforderte, war ihr neu. Aber dies erklärte sich bald, denn die Mitarbeiterin war beim Wasser über den Kopf und über den restlichen Körper gießen so engagiert, dass anschließend beide klitschnass waren.  Dann wurde ein Waschlappen genommen und Frau Waas abgeschrubbt. Anschließend kam eine weitere Seite der Mitarbeiterin zum Vorschein: wenn Frau Waas eine Massage haben wolle, könne sie dies unter der Hand gegen Bakschisch machen (Augengezwinkere und - knick-knack, man wäre ja geschäftstüchtig). Frau Waas - nicht minder geschäftstüchtig - willigte ein. So ein gleiches Outfit verbindet einen eben... Die Massage an Rücken, Nacken, Beine und Füßen hatte den starken Druck, den Frau Waas so liebt. Anschließend kam die Schaumbehandlung an die Reihe. Dann wurden noch die Haare gewaschen inklusive Kopfmassage . Herrlich! Zum Schluss begoss die Mitarbeiterin Frau Waas und entschäumte sie gründlich. Nun wurde sie wie ein zufriedenes Baby in ein Handtuch gewickelt und in die Lobby geführt, wo ihr sofort Tee gereicht wurde. Völlig zufrieden, sauber und entspannt konnte Frau Waas diesen schönen Raum genießen. Wenn man sie nur nicht direkt gegenüber einer riesigen antiken Personenwaage mit Laufgewicht gesetzt hätte. So etwas drückt doch die Stimmung, erst recht, wenn man gefragt wird, ob man sich wiegen wolle. Manche Kundinnen würden bis zu 1kg durch die Behandlung verlieren. Nein, teschekür ederim, das wolle man nicht. Nachdem Frau Waas sich wieder umgezogen hatte, überlegte sie kurz, ob sie ih OP-Höschen als Andenken an das Hamam mitnehmen solle, entschied sich dann aber dagegen.

Bei der Verabschiedung drückte sie der besagten modebewussten vielseitigen Mitarbeiterin ihr Bakschisch in die Hand, woraufhin beide Seiten zufrieden - und die eine Seite auch äußerst entspannt- ihrer Wege gingen. 

Auf einen Blick

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EntspannendKulturell
  • traditionelles Hamam in Istanbul
  • Badezeremonie mit Massage und Schaumbehandlung
  • Tee nach dem Bad
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