f r e e s o u l

--- Bohol Philippines ---

Bohol ist wohl die Insel, die mich bisher am meisten überrascht hat. Eigentlich hatte ich Bohol gar nicht in meinen Trip eingeplant und nach diesen 6 Tagen hier, ist Bohol, auf meiner Liste der schönsten Inseln auf den Philippinen, fast sogar nach ganz oben gerutscht. 

Wir sind von Siquijor mit der Nachtfähre, die 3 Mal die Woche fährt, nach Bohol gefahren und vom Hafen direkt zu unserem Hostel auf Panglao, eine Insel die durch eine Brücke mit Bohol verbunden ist. Während jeder andere auf der Fähre ein Bett hatte, haben wir armen Backpacker uns eine Bank mit zwei anderen geteilt. (Siehe Bilder) 

Wir haben uns dieses Mal für das Hostel „Alona Hammocks“ entschieden und sind dort auch während unseres ganzen Aufenthaltes in Bohol bzw. Panglao geblieben, weil wir so zufrieden waren. Es herrschte eine sehr familiäre Atmosphäre und jeden Abend gab es unglaublich leckeres, veganes Essen. 

Bohol ist vor allem bekannt für die „Chocolate Hills“, die wir dann auch gleich am ersten Tag besucht haben. Es war eine schöne Aussicht, wie man auf den Bildern sehen kann und die lange Rollerfahrt (ca. 2 Stunden von Panglao) hat sich auf jeden Fall gelohnt. Außerdem ließen wir uns es nicht nehmen, die Tarsians zu besichtigen, welches kleine Affen (oder was auch immer) sind, die nur auf Bohol anzutreffen sind. Auf dem Weg haben wir auch gleich noch (wie könnte es anders sein) einen Wasserfall besucht und obwohl es mein erster tropischer Wasserfall ohne himmelblaues Wasser war, war der Besuch am Wasserfall fast das Highlight des Tages. Allerdings nur fast das Highlight, da der erste Tag auf Bohol noch um einiges besser werden sollte, wie wir später erfuhren. 

Im Gegensatz zu Siquijor, wo wir leider fast keine Leute in unserem Alter kennengelernt haben, haben wir nämlich in Bohol gleich am Anfang Anschluss gefunden. Und nicht nur das: Wir haben uns auch am ersten Abend noch mit einer sehr guten Freundin, die wir in Moalboal kennengelernt haben, wieder getroffen und alle zusammen den Abend bei einem Dinner am Strand ausklingen lassen. Danach sind wir noch ganz entspannt zu einer Raggea Bar gegangen und dann hab ich mich doch tatsächlich spontan dazu entschieden, dass jetzt der perfekte Zeitpunkt für mein erstes Tattoo ist. Das Tattoo ist zwar ganz, ganz klein und kaum sichtbar, aber dennoch werde ich die Story hinter meinem ersten Tattoo nie vergessen und es wird mich immer an diesen wunderschönen Abend erinnern. Natürlich sind die Tattoo Studios auf den Philippinen nicht derart professionell, aber wir haben darauf geachtet, dass die Nadel frisch und sauber ist und dann sollte eigentlich nicht viel schiefgehen. Der Tattoowierer hat es auf traditionelle Art und Weise gestochen, bedeutet, nicht wie üblich mit einer Maschine, sondern mit einem Bambusstab. Ich bereue es kein Stück mir an diesem Abend mein erstes Tattoo stechen lassen zu haben und es ist eine sehr tolle Erinnerung an meine Reise. 

Am nächsten Tag waren wir an dem schönsten Strand, den ich je gesehen habe. Himmelblaues Wasser und strahlend weißer Sand so weit das Auge reicht. Wir haben es uns zwischen den Palmen gemütlich gemacht und haben den Tag total genossen. Allerdings läuft auf einer Reise natürlich nicht immer alles rund, es sind nur meistens die schönen Momente von denen man erzählt. Auf unserer Reise ist bisher schon so einiges schief gelaufen, aber am Ende des Tages zählt, dass man immer positiv bleibt und den Kopf nicht hängen lässt. Von Rollerfahren im strömenden Regen, hinzu den Tankdeckel nicht öffnen können und somit irgendwo im Nirgendwo mit fast keinem Sprit festzustecken, oder einem Rollerunfall weil eine Riesen Spinne in Scottis Gesicht geflogen ist, es war schon alles dabei. 

Ein weiteres Bohol-Highlight war definitiv der Sunsetspot. Wir fuhren mit dem Roller zu einem Klippenvorsprung, der auch unter DER Sunsetspot von Bohol bekannt ist und ließen den Abend mit einem kalten Bier ausklingen. Was gibt‘s Schöneres? Die restlichen Abende verliefen ähnlich: Den Sonnenuntergang anschauen, Gesellschaftsspiele spielen, bis zum Sonnenaufgang im Club tanzen und ein „Late-Night-Swim“ im Meer durfte natürlich auch nicht fehlen. 

Doch dann, inmitten der guten Stimmung, die schockierende Nachricht: Das Corona Virus Drama nimmt eine überraschende Wendung und selbst Menschen, die den Corona Virus zuvor vielleicht noch belächelt haben, fangen nun an sich Sorgen zu machen. Das Hostel informierte uns, dass wir von nun an 48 Stunden Zeit haben, die Insel zu verlassen, bevor der Lockdown durchgeführt wird. Bedeutet, es fahren weder Fähren noch Flugzeuge und man steckt quasi auf der Insel für ungewisse Zeit fest. In unserem Hostel ist sofort Panik ausgebrochen, alle haben angefangen zu telefonieren und viele haben einen Flug nach Hause gebucht. Da das für uns allerdings nicht in Frage kam, entschieden wir uns zusammen mit sechs weiteren Leuten, die wir dort kennengelernt haben, das ganze als Abenteuer zu sehen. Es kann schließlich nicht jeder von sich behaupten, dass man auf einer einsamen Insel feststeckte oder? Wir überlegten, welche Insel auf den Philippinen wohl die Schönste und gleichzeitig Sicherste ist, um dort festzustecken, und entschieden uns für Siargao. Die nächsten Blogposts werden also aus Quarantäne geschrieben, während wir unser „Überlebensabenteuer“ auf Siargao antreten ...


Hostel: Alona Hammocks 




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