einmal-camino-portugues-bitte
einmal-camino-portugues-bitte
vakantio.de/einmal-caminho-portugues-bitte

6.Tag: Von Caminha nach Valença

Veröffentlicht: 03.09.2020

Um 7 Uhr weckte mich ein Motorsensen ähnliches Geräusch, das von draußen kam. In Deutschland wäre man demjenigen wohl (zu Recht) an die Gurgel gegangen, aber hier schien das keinen zu stören. Außer mir. Ich hatte trotz Zuggeräuschen gut geschlafen und nun das...

Obwohl mir am Vorabend noch alles wehgetan hatte, ging es mir heute wieder gut.

Die Pferdesalbe und die Fusscreme hatten gewirkt.

Das Frühstück war auch in Ordnung und die Tochter des Hausverwalters nutzte meine Anwesenheit, um ihr Schulenglisch aufzubessern.

Heute sollten es laut Plan ca 30 km sein, aber mir war klar, dass das am Ende nicht alles sein würde. 

Es war noch wärmer als gestern und das Thermometer stieg auf teilweise 31 Grad. Ich wählte die Variante am Grenzfluss Rio Miñho entlang. Dort gab es zumindest öfter mal Schatten.

Ich hätte mir jedoch zwischendurch mal meinen Reiseplaner durchlesen sollen. Denn dann hätte ich gewusst, wann ich auf die andere (richtiger Jakobsweg an einer Schnellstraße) Route hätte wechseln müssen. So lief ich, bis plötzlich Bagger und Stoppschilder am Ende des Weges standen.

Da ich wusste, dass der nächste Ort nicht weit entfernt war, überlegte ich, mich durch das Gebüsch zu schlagen. Ich verwarf diesen Gedanken und lief wieder ca. einen Kilometer zurück. 

Doch ich merkte, dass ich noch weiter zurücklaufen musste, da ich dort auf die Schnellstraße kam(was letztlich richtig gewesen wäre, aber mir in dem Moment falsch vorkam, weil man in Deutschland ja auch nicht einfach auf einer Bundesstraße herumläuft).

Also doch Gebüsch. Aber erstmal entlang der Bahnschienen, was ja viel weniger gefährlich als die Schnellstraßenoption war.😆

Ich fand einen ausgetrockneten Graben und lief diesen entlang bis zum nächsten Dorf.

Wenn mich einer beobachtet hätte, dann hätte der mich wahrscheinlich für bescheuert gehalten. 

Im nächsten Ort lief ich dann zur Schnellstraße und dort bei 31 Grad mit vorbeizischenden Autos. 

Spätestens hier wäre bei einer Begleitperson Feierabend gewesen.

Deshalb ist es auch besser alleine zu laufen 😄

Ich hatte heute eher mentale als körperliche Probleme.

Die Hitze tat ihr Übriges. Immer wieder war mein Wasservorrat zu Ende und ich musste im nächsten Ort ein Geschäft finden, was nicht immer leicht war.

Als ich durch ein Waldstück kam, schallte plötzlich von rechts ein „Bom Caminho“ herüber. 

Als ich mit „Obrigado“ antwortete, wurde etwas auf Portugiesisch gerufen. Ich blieb stehen und fragte den Absender „que?“, obwohl ich es auf Portugiesisch erneut nicht verstanden hätte.

Aber der etwa 60 jährige Glatzkopf rief gleich auf deutsch:“hier gibts frisches Quellwasser“.

Ich erfrischte mich erstmal an der Quelle und kam mit dem komischen Kauz ins Gespräch. 

Er erzählte, dass er seit 27 Jahren pilgert und schon alle Pilgerstrecken durch habe. 

Mit Handwagen und Hund sei er immer unterwegs, habe ein Zelt dabei.

„Der wäre mit seinem Gerödel heute sicher nicht mit durchs Gebüsch und an den Gleisen entlang mitgekommen“ dachte ich bei mir.

Er erzählte, dass es unterschiedliche Energie an Wallfahrtsorten gebe und diese in Fatima schon stark sei, aber in Assisi habe förmlich alles vibriert vor Energie.

Ah ja...nun gut, dann will ich mir das in Fatima dann mal selbst anschauen.

Spanien hat sich für mich ja nun erledigt, da ich nicht in Quarantäne will. 

Santiago de Compostela werde ich dann auf der nächsten Tour sehen.

Ich kämpfte mich wieder einmal förmlich mit letzter Kraft ins Hotel (Valença do Minho, 45,- €/Nacht) und begab mich dort nach dem Einchecken erstmal mit einem Bier in den Pool.

Ich merkte, dass mein Körper langsam eine längere Pause braucht und entschließe mich, hier einen Zusatztag zu verbringen.

Der wird sich größtenteils am Pool abspielen😊😎

einmal-camino-portugues-bitteFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten