Mit dem heutigen Blogeintrag möchten wir euch gerne ein paar Geschichten rund um das Camperleben erzählen. Nach dem wir nun rund 3 Wochen mit dem Schlumpfmobil unterwegs sind, gibt es da einiges zu erzählen.

Zuerst zum oft schon zitierten Schlumpfmobil. Der umgebaute Toyota-Bus ist 5.4 Meter lang und 2.9 Meter hoch. Obwohl es doch ein bisschen grösser ist als ein Honda Jazz, fährt es sich doch sehr einfach.

Aber warum überhaupt ein Schlumpfmobil, wenn auch ein Auto und Motels/Hotels möglich gewesen wäre? Der Grund ist, dass wir die Flexibilität eines Campers von den letzten Reisen schätzen gelernt haben. Und da in Neuseeland nun Nebensaison ist, müssten wir bis auf eine Ausnahme noch nie einen Campingplatz reservieren. So können wir die Tagesetappen so nehmen, wir es gerade passt und nicht einem strikten Plan folgen.

Das Schlumpfmobil ist so konstruiert, dass es eigentlich von 4 Personen genutzt werden könnte. Es ist je nach Auslegeordnung fast eine 3-Zimmer-Wohnung. Eingangsbereich, Küche, Wohn-/Schlafzimmer. Also eigentlich alles, was man benötigt. Einzig ein WC ist nicht vorhanden. Da heisst es in der Nacht also entweder Blasentraining oder raus in die dunkle, kalte Nacht zu den Camping-WCs.

Ein weiterer Vorteil dieses 4-Personen-Campers ist, dass wir auch Bettwäsche für 4 Personen bekommen haben. D.h. in der Grundausstattung waren zwei kuschelige und warme Doppeldecken enthalten. Und da bei uns im Bett „Decken-Anarchie“ herrscht, war schnell klar, dass beide Doppeldecken in Betrieb genommen werden. Somit besteht unser Nachtlager mehrheitlich aus Decken, was aber in den kalten Nächten auch seinen Vorteil hatte. Vor allem auf der Südinsel hatten wir doch einige sehr kalte Nächte. Da waren wir über den kleinen Elektroofen doch sehr froh. Damit wärmten wir uns jeweils vor dem Aufstehen gerne noch unsere Kleider. Viele mögen uns deshalb als Warmduscher abstempeln. Dem stimmen wir mit Stolz zu 100% zu ;-).

Nun noch ein paar Worte zur Ausstattung des Schlumpfmobils. Wir verfügen über ein sehr gutes Autoradio. Könnten wir jedoch nicht das Smartphone anschliessen, so brächte uns diese Musikanalage aber nicht viel. Denn vor allem auf der dünn besiedelten Südinsel hatten wir eigentlich nahezu nie Radioempfang. Und falls wir einmal Empfang hatten, dann war das Radioprogramm ein Verschnitt von SRF2-Kulturdiskussionen, Hits aus der Radio-Sunshine-Jukebox und Werbeblöcke vom Radio Pilatus. Naja… So genossen wir halt entweder den Motoren-Reifen-Sound unseres Schlumpfmobils oder die Playlist vom Smartphone in der Dauerschlaufe. (Anmerkung der Redaktion: Die Billag-Gebühr sowie der Radiosender SRF3 werden nun wieder mehr geschätzt).

Neben dem Autoradio haben wir noch ein paar weitere praktische Inneneinrichtungen. So zum Beispiel ein grosser Kühlschrank, in dem alles Überlebenswichtige seinen Platz findet. Also konkret ein kaltes Bier, Weisswein, TimTams, Fleisch … und ja, natürlich auch noch ein bisschen Grünfutter ;-). Des Weiteren verfügen wir über eine Mikrowelle, welche aber mehrheitlich als Brotkörbchen dient. Zudem haben wir auch eine LED-Innenbeleuchtung. Diese erinnert aber aufgrund des grellen, weissen Lichtes eher an eine Zahnarztpraxis als eine gemütliche Stube.

In einem früheren Blog-Eintrag habe ich mich ja bereits über die fehlenden Misch-Wasserhähnen beschwert. Da wir Schweizer ja als Dauernörgler bekannt sind und wir uns hier in Neuseeland weder über das Wetter noch über die Natur beschweren können, möchte ich mich hiermit hochoffiziell über die sanitären Einrichtungen der neuseeländischen Campingplätze auslassen (mit einem leichten Unterton von Sarkasmus versteht sich). Wenn man nur die Höhe der Duschbrausen betrachten würde, so würde man meinen, hier in Neuseeland (auch bekannt als „Mittelerde“) leben nur Zwerge und Trolle. Die Duschen sind aber nicht das einzige Ärgernis. Auch die WCs bzw. das vorhandene WC-Papier entspricht nicht dem Schweizer Dreilagen-Standard. Das neuseeländische WC-Papier weist eine Dicke von einem gefühlten Mikrometer auf. D.h. man muss jeweils zuerst rund zwei Meter Papier abrollen, bevor man sich den ****** putzt, dass man nicht… Ihr wisst schon….

Ein weiteres, kleines Ärgernis hier in Neuseeland sind die Sandflys (lateinisch „Psychodomorpha“ oder auf Schweizerdeutsch einfach „verdammte kleine scheiss Viecher“). Diese kleinen, tagaktiven Mücken waren an der Westküste der Südinsel fast überall anzutreffen. Die Stiche fühlten sich wie Bremenstiche an, einfach dass sie ein bisschen länger juckten und noch über Tage hinweg rot waren. Wir als Optimisten buchen diese Stiche aber natürlich als Souvenirs ab.

In den nächsten paar Tagen folgt der nächste Blog-Eintrag. Damit werden wir euch vom Südteil der Nordinsel berichten. Auch hier haben wir bereits wieder diverse schöne Sachen erlebt, ihr könnt gespannt sein.

Kommentare

Judith
Ist ja ziemlich Luxus

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