26.10. Wir sind etwas „Lost in Translation“, gestrandet am Flughafen von Fort Lauderdale, denn wir müssen hier fast 12 Stunden Wartezeit totschlagen bevor unser Flieger nach Lima losgeht. Wir machen es uns am Gate so gemütlich wie möglich, mal auf den Sesselreihen, mal auf dem Teppichboden. Ich nutze die Zeit und telefoniere mit Familie und Freunden. Roman macht sich irgendwann auf nachzufragen, ob unser NAAT-Test Gültigkeit hat für die Einreise nach Peru. Rasch wird klar, dass wir nochmals einen Test machen müssen denn auf unserem Dokument steht eben Naat und nicht RT-PCR. Funfact: ein RT-PCR Test IST ein NAAT Test, nur wissen das die Wenigsten. (Wir mussten uns selbst erst einlesen…) Also geht es nochmals raus zum Testcenter in der Gepäckshalle, 320 Dollar später haben wir den Test im Sack und weitere 30 Minuten später das Resultat. Immerhin ist das Testen hier etwas günstiger – in Denver hätten wir am Flughafen 500 Dollar bezahlt…!!

Irgendwann ist es soweit und die Reise geht weiter. Nach 6 Stunden Flug kommen wir in Lima an. Passkontrolle und alles andere verläuft sehr flüssig. Bevor wir den Flughafen verlassen googeln wir noch schnell was denn so eine Taxifahrt in Peru kostet. Die Taxis haben nämlich keine Taxometer, das bedeutet der Preis muss im Voraus verhandelt werden. Und wir als Touri-Frischlinge sind natürlich ein „gefundenes Fressen“. Ein Taxifahrer der uns zum angegebenen Preis kutschieren will ist rasch gefunden. Im Taxi selbst kommen dann „plötzlich“ doch noch etwas mehr Soles obendrauf… aber naja, am Ende zahlen wir umgerechnet circa 17 Franken für 30 Minuten Fahrt.

Wir sind einfach glücklich und zufrieden nach dieser 1. Hälfte unserer Reise-Odyssee in einem warmen Bett zu liegen und wenigstens 6 Stunden Schlaf zu geniessen.

27.10. Nach einer guten aber doch eher kurzen Nacht im Hotel, frühstücken wir und nehmen uns danach ein Taxi zum Inka Market im Quartier Miraflores. Dies soll besonders schön sein in Lima. Wir spazieren durch den Markt und inspizieren schöne Ponchos und Decken aus Alpacawolle. Weiter durchqueren wir den Kennedy Park und gelangen so zur Largomar Mall, welche direkt auf den Klippen am Meer gebaut wurde. Hier gönnen wir uns unseren ersten Pisco Sour, den Nationaldrink Perus. Vor allem der Maracuja Sour hat es uns angetan, aber wir werden es wohl nicht zu oft trinken…zu viel Alkohol.

Durch den Amor Park geht es weiter Richtung Ausgrabungsstätte. Unterwegs genehmigen wir uns ein Lomo Saltado, ein weiteres Nationalgericht Perus. Bei der Ausgrabungsstätte angekommen, trauen wir unseren Augen kaum: der Tempel ist riesig und liegt mitten in der Stadt. Leider kommen wir 10 Minuten zu spät und können die Anlage nicht mehr besuchen. Dafür spazieren wir einmal rundherum und bestaunen das Werk von Aussen. In der Trattoria neben der Ruine löschen wir unseren Durst mit einer Chicha Morada, die alkoholfreie Nationallimonade. Oh und wie diese schmeckt! Purpurmais wird zusammen mit Früchten und Gewürzen gekocht und gezuckert. Einmal abgesiebt wird die Chicha kalt, mit in Limettensaft eingelegten Apfelstückchen serviert.

Wir nehmen uns wieder ein Taxi zurück zum Hotel und später am Abend gehen wir im Restaurant nebenan essen. Weitere peruanische Geschmacksreisen stehen uns bevor: Anticuchos und Causas de Limeña – wow, so vielseitig, bunt und unbeschreiblich lecker! Nach den Staaten fühlt es sich an, als würden unsere Geschmacksknospen aus einem Dornröschenschlaf geholt. ;)

Wir holen unser Gepäck und fahren zum Busbahnhof. Dort geht alles sehr schnell: Rucksäcke werden gewogen und aufgegeben und danach können wir den Bus besteigen. Hoppla, das ist eine andere Kategorie Bus: grosse verstellbare Ledersitze, Filme zur Unterhaltung. Trotzdem schlafen wir nicht sonderlich gut und dank der Lüftung ist es eher kalt. Aber irgendwie geht die 8h30 Fahrt auch vorüber.

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