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Tag 10 - Ho-Chi-Minh-City: Das Mekong-Delta und die Hoffnung auf den Glitzertraum

Veröffentlicht: 28.12.2024

Heute klingelte der Wecker gnadenlos früh um 7:00 Uhr, aber Ursula und ich sprangen förmlich aus den Federn. Schließlich wartete ein Abenteuer, das uns aus der hektischen Großstadt hinaus und mitten hinein ins Herz des Mekong-Deltas führen würde. Um 7:45 stand der Tourbus pünktlich vor dem Hotel, und nach zwei weiteren Zwischenstopps war unsere kleine Reisegruppe komplett. Ziel? Ein Tag voller Natur, Kultur und Wasser.

Nach etwa zwei Stunden Fahrt hielten wir am beeindruckenden Vĩnh-Tràng-Tempel, einer faszinierenden Mischung aus vietnamesischer, chinesischer und französischer Architektur. Die imposanten Buddha-Statuen, die kunstvollen Bonsai-Bäume und die friedliche Atmosphäre ließen selbst Ursula für einen Moment innehalten – ein wunderschöner Start in den Tag.

Nach weiteren zehn Minuten Busfahrt erreichten wir den Hafen und wechselten auf ein Boot. Es war ein erhebendes Gefühl, über den gewaltigen Mekong zu gleiten – diesen Fluss, der durch sechs Länder strömt, bevor er in Vietnam das Delta formt und ins Südchinesische Meer mündet. Ursula hüpfte vor Freude Saltos, als unsere Reiseleiterin die „Einhorn-Insel“ ankündigte. „Das ist mein Moment!“, rief sie euphorisch.

Auf der Einhorn-Insel angekommen, folgte jedoch Ernüchterung: Kein pinkfarbener Sand, keine glitzernden Regenbögen und vor allem keine freilaufenden Einhörner. Stattdessen landeten wir auf einer Honigbienenfarm, wo wir köstlichen Honigtee und Honigsnacks probierten. Ursula starrte beleidigt auf die Pythons, die ich mir neugierig um die Schultern legen ließ. Sie flüsterte entrüstet: „Das hier ist eher eine Schlangeninsel!“

Mit elektrischen Golfwagen ging es weiter zu einer Obstverkostung, begleitet von traditioneller vietnamesischer Musik. Frische Ananas, saftige Drachenfrucht und andere Köstlichkeiten taten ihr Übriges, um Ursula ein wenig zu besänftigen. Es folgte ein Abstecher zu einer Puffreis-Manufaktur, wo wir nicht nur zusahen, wie Reis gepufft wird, sondern auch jede Menge Snacks probieren konnten. Danach lockten in einer Kokosnuss-Candy-Manufaktur allerlei süße Leckereien – ein Paradies für Naschkatzen.

Eines der Highlights des Tages war die Fahrt mit einem schmalen Ruderboot durch die engen Kanäle des Mekong. Die friedliche Atmosphäre, umgeben von sattgrüner Vegetation, wirkte wie Balsam für die Seele. Ursula, die immer noch etwas enttäuscht war, ließ sich schließlich von der Schönheit der Natur mitreißen und begann vor Freude im Boot zu tanzen – so gut es der Platz erlaubte.

Zurück auf dem großen Boot ging es weiter zur Phönix-Insel, wo uns ein Festmahl erwartete: Elefantenohr-Fisch, knackige Frühlingsrollen, gebratener Reis und frisches Gemüse. Der Fisch wurde kunstvoll in Reispapier gewickelt und direkt am Tisch serviert – ein kulinarisches Erlebnis, das seinesgleichen sucht. Gut gestärkt erkundeten wir die Insel, bevor wir wieder aufs Boot stiegen und mit einer frischen Kokosnuss in der Hand den Tag auf dem Wasser ausklingen ließen.

Zurück im Hotel fielen Ursula und ich erschöpft, aber zufrieden ins Bett. Auch wenn die Einhorn-Insel nicht das Glitzer-Paradies war, von dem Ursula geträumt hatte, so war der Tag ein unvergessliches Abenteuer. „Vielleicht haben sich die Einhörner nur gut versteckt“, murmelte sie, bevor sie selig einschlief.

Morgen wartet ein neuer Tag, und wer weiß, ob wir vielleicht doch noch ein Einhorn finden werden. 

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