Ein ganzes halbes Jahr Kanada

On the road to find out

Meine treue Gefährtin

Shadows movin' without a sound
From the hold of the sleepless town
Evil seems to be everywhere
Heed the spirit that brought despair
Trouble's comin' without control
No one's stayin' that's got a hope
Hurricane at the very least
In the words of the gypsy queen

Sign of the gypsy queen
Pack your things and leave
Word of a woman who knows
Take all your gold and you go

                                          April Wine


Darf ich vorstellen - das ist Gypsy. Mein erstes eigenes Auto ;-) Wenn auch nur für vier Monate. Aber ich hoffe, dass sie mich in der Zeit problemlos überall hinbringt.

Sie ist Japanerin (Honda Odyssey), hat schon einige Jahre (Baujahr 2003) und Kilometer (236.000) auf dem Buckel und ein paar Kratzer, aber sie hat sich gut gehalten und fährt wie eine Eins ;-)

Die Suche nach dem richtigen Auto für meinen Roadtrip hat lange genug gedauert und mich einige Nerven gekostet. Insgesamt habe ich keine-Ahnung-wie-viele Stunden mit Internetrecherche und Verkäufer-Kontaktieren verbracht, fünf Autos angeschaut und probegefahren und drei zum Werkstattcheck gebracht. Gypsy habe ich schlussendlich mehr oder weniger spontan gekauft und erst hinterher in die Werkstatt gebracht. Ich hatte einfach beschlossen, dem Besitzer zu vertrauen und das Risiko einzugehen. Und es hat sich (bisher und hoffentlich auch insgesamt) gelohnt. Sie brauchte nur eine neue Batterie, einen Getriebe- und Motorölwechsel und die beiden Mechaniker, die sie unter die Lupe nahmen, bestätigten mir, dass sie „in a pretty good shape“ ist. Das genügte mir.

Falls euch interessiert, wie der Autokauf- und Versicherungskram in Kanada abläuft… Ist in jeder Provinz ein bisschen anders, also kann ich nur für British Columbia sprechen. Soweit das Auto in der Provinz, in der man es anmelden möchte, versichert ist, braucht man keine Inspektion oder so. Man muss im Prinzip nur eine Versicherung abschließen und in BC gibt es dafür auch nur eine einzige Versicherungsgesellschaft (ICBC). Ich machte mit dem Verkäufer also einen (eher unprofessionellen, aber das reicht) Kaufvertrag, wir fuhren zusammen zu einem Versicherungsbüro, machten dort den Besitzerwechsel, ich schloss eine Versicherung für vier Monate ab (leider relativ teuer), wir tauschten die Nummernschilder aus und das war’s. Wenn das Auto in einer anderen Provinz angemeldet war, muss man einen Out-of-Province-Check machen. Ist dann wohl so eine Art TÜV. Dabei wird meist irgendwas gefunden, was repariert werden muss, damit es zugelassen werden kann und wenn man Pech hat, fällt es ganz durch. Aber auch dieser Check ist von Provinz zu Provinz unterschiedlich streng. Ich hab schon herausgefunden, dass es für mich an der Ostküste dann wohl am einfachsten ist, das Auto in Quebec zu verkaufen. Aber bis dahin hab ich noch viel Zeit und eine lange Stecke zu fahren ;-)

Also, nachdem alle Reparaturen durchgeführt waren, begann ich mit der Umgestaltung zum Campervan. Da war ich noch bei dem Workaway-Aufenthalt auf der Hobbyfarm und hatte einen kurzen Weg nach Duncan, wo ich fast alle nötigen Sachen kaufen konnte. Ich muss zugeben, es war ein mühsamer und langer Weg, bis ich wusste, was ich alles brauchen würde, wo ich es finden könnte und in welcher Ausführung ich es kaufen sollte. Was ich Zeit in Baumärkten (Home Depot, Canadian Tire), Supermärkten (Walmart, Canadian Superstore) und IKEA-ähnlichen Möbelgeschäften (JYSK; der nächste IKEA wäre leider erst bei Vancouver gewesen) verbrachte! Anhand der Fotos seht ihr ein bisschen den „Ausbau“-Prozess und wie es jetzt fertig aussieht. War natürlich alles hochprofessionell, wie ich es machte ;-) Den Teppichboden schnitt ich mehr oder weniger nach Gefühl zu, den Vorhangstoff vermaß und schnitt ich auf einem Campingplatz-Tisch und nähte ihn nach und nach abends beim Campen, bevor es zu dunkel wurde. Ich legte eine 70 cm breite faltbare Matratze rein, die perfekt gerade so neben den Sitz passte. Ansonsten hab ich vier Aufbewahrungsboxen (für Badezimmerzeug, Geschirr, Lebensmittel, Technik/Sonstiges), zwei Wasserkanister (Trink- und Abspülwasser), eine Kühlbox, einen Campingtisch und –stuhl, einen kleinen Campingkocher und Töpfe, Schlafsack, Decken, ein Mückennetz, …


Im nächsten Eintrag erzähle ich euch endlich von den ersten Wochen meines Roadtrips. Aber dazu muss ich auch erst noch die Fotos sortieren. Wenn man dauernd unterwegs ist, so viel anschaut und dann abends noch normale Hausarbeiten (kochen, abspülen) erledigen muss, bleibt nicht viel Zeit für solche Dinge bzw. man ist dann einfach nur müde. Aber ich arbeite dran ;-)

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