Ein ganzes halbes Jahr Kanada

On the road to find out

Fünf Tage auf Island

I see you over there just clinging to the wall
Cause they told you like ivy, you were born to crawl
But you kept looking up, girl, and I know why
Cause you knew some day you were gonna touch the sky

Don't you know we're living in stolen moments
You steal enough it feels like we're stopping time
These days are gold we're living in stolen moments
Just grab a hold and feel your way

                                                                          John Hiatt


Fünf Tage auf Island sind bei Weitem nicht genug, um das ganze Land kennenzulernen (obwohl es ja nicht sehr groß ist), aber genug, um einen Eindruck davon zu bekommen, welche unglaublich schönen Landschaften es zu bieten hat. Und es ist auf jeden Fall genug Zeit, um dem Land komplett zu verfallen und zu wissen, dass man da auf jeden Fall nochmal hinreisen möchte. Für eine viele längere Zeit.

Wenn man genug Zeit zur Verfügung hat und sich an eine selbstorganisierte Rundreise wagen möchte, fährt man wohl normalerweise mit einem Mietauto die Ringstraße entlang, die einmal rund um Island herumführt. Dafür sollte man sich aber wirklich zwei Wochen Zeit nehmen. Da ich nur fünf Tage hatte, hatte ich mir deshalb nur einen kleinen Abschnitt der Ringstraße im Süden (von Reykjavik nach Höfn) vorgenommen und klapperte dort einige Sehenswürdigkeiten ab, wobei ich immer wieder an Orten vorbeikam, die nicht auf meiner Liste standen, aber auch unbedingt sehenswert waren, sodass ich abends immer erst kurz vor der Dämmerung in meinen gebuchten Unterkünften ankam.

In Island ist alles extrem teuer – die Unterkünfte, das Benzin, die Lebensmittel und wahrscheinlich auch alles andere, aber zum Shoppen war ich ja nicht da gewesen. Und es sind natürlich wahnsinnig viele Touristen unterwegs – auch noch Ende September, weshalb ich nicht wissen will, wie es dann im Sommer zugeht…

Vorher hatte ich noch überlegt, ob ich wohl mit einem Jetlag zu kämpfen haben würde, da ich ja doch von Kanada nach Island fünf Stunden Zeitverschiebung hatte. Allerdings flog ich dann die Nacht durch (21 Uhr Start in Toronto, 6 Uhr Landung auf Island, Keflavik) – und im Flugzeug konnte ich nicht schlafen – und wollte aber natürlich am nächsten Tag schon gleich Sightseeing machen. Also rettete ich mich mit viel Kaffee durch den Tag, ging früh ins Bett und danach war mein Körper dann wohl so durcheinander, dass er den Jetlag verpasste und ich keine Müdigkeitsprobleme mehr hatte ;-)

Am Flughafen Keflavik holte ich gleich nach der Landung mein Mietauto ab und fuhr mit Stopps im Þingvellir-Nationalpark, an ein paar Geysiren und am Gullfoss-Wasserfall nach Selfoss. Über den Strokkur-Geysir hatte ich vorher gelesen, dass er angeblich zuverlässig alle 10 min ausbricht… Er brach wirklich immer wieder zuverlässig aus, allerdings hielt er sich nicht ganz an die 10-min-Regel ;-) Und es stand dauernd eine große Schar Menschen mit gezückten Kameras rundherum, die aufgeregt statt wir-warten-aufs-Christkind wir-warten-auf-eine-Wasserfontäne spielten.

Am nächsten Tag ging es mit Stopps beim Kerið-Kratersee, den Wasserfällen Seljalandsfoss und Skógafoss weiter nach Vík í Mýrdal. Ich hatte unheimliches Glück mit dem Wetter, denn die Sonne kam extra raus, damit ich beim Wasserfall einen wunderschönen Regenbogen sehen konnte. Eigentlich hatte ich die ganzen fünf Tage viel Glück, denn es regnete nur einen Abend lang richtig und ansonsten hatte ich einen Wechsel aus Sonne und Wolken. Deshalb war es auch insgesamt nicht so kalt wie erwartet, auch wenn der Wind manchmal ganz schön heftig blies.

In Vík í Mýrdal bestaunte ich den Black Sand Beach und am nächsten Tag ging es weiter nach Höfn. Auf dem Weg dahin kam ich am Fjaðrárgljúfur-Canyon, den Fjallsárlón- und Jökulsárlón-Gletscherlagunen und dem Diamond Beach vorbei, der so heißt, weil da mal mehr mal weniger große und kleine aus dem Meer angespülte Eisbrocken herumliegen. Spätestens da kam ich mir vor, als wäre ich nicht mehr auf der Erde, sondern auf einem fremden Planeten.

In Höfn ging ich in dieser Nacht zum ersten Mal auf Nordlichterjagd, war aber erfolglos, weil es zu bewölkt war. In der nächsten Nacht, nachdem ich wieder nach Selfoss zurückgefahren war, hatte ich mehr Glück. Und obwohl die Aurora borealis da für mein bloßes Auge nur weiß erschien, war es doch ein unglaubliches Gefühl, die Lichter so hell und groß über den Himmel tanzen zu sehen und ich genoss dieses wunderschöne Spektakel ganz alleine an einer dunklen Straße fernab der Stadt.
Den letzten Tag verbrachte ich in Reykjavik, auch eine wirklich schöne Stadt, und dann ging es am 30.9. wirklich endgültig zurück nach Hause.

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