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6 Wochen kreuz und quer durch Italien

28.10.2020-Abruzzen im Herbst

28.10.2020

Liebe Freunde,

diese Gegend ist genauso schön wie Südtirol, nur anders.

Wieder einmal viel zu früh (ein blöder Hund hat zehn Minuten lang gebellt und ich konnte dadurch nicht wieder einschlafen) machten wir uns auf den Weg aus unserem Hochtal. Mit drei Grad Lufttemperatur auf unseren 1200Hm sind wir auch schon ordentlich durchgefroren, doch der Anblick der Berge entschädigt uns absolut. Im tiefsten Tal hängen Nebelschwaden wie Zuckerwatte und die herbstbunten Hänge werden sanft von der Morgensonne beschienen. In ruhigen Wellen schlängelt sich unsere Straße immer weiter nach unten bis auch wir vom Nebel verschluckt werden. Die Sichtweite hätte nicht einmal zugelassen, dass ich ein von mir geworfenes Blatt zu Boden fliegen sah und als die Straße dann auch noch bergab ging, waren wir vollkommen überrascht, wir hatten den niedrigsten Punkt noch nicht einmal erreicht.

In Stiffe angekommen, begann der Morgennebel sich langsam zu lichten und die Temperaturen stiegen durch die plötzliche Sonne sprunghaft an. Zu Fuß marschierten wir den Weg bis hinauf zum Eingang der Grotte, doch das war schwerer als gedacht, denn die Straße schien sich endlos weiter zu kurven, nur um an der nächsten Ecke wieder eine Schlängellinie zu machen und noch weiter hinauf zu gehen. Es war eine Tortour. Oben angekommen, stellte sich heraus das wir zu trotzdem zu zeitig da waren, weil die Grotte erst um zehn geöffnet wurde. Nach langem hin und her überlegen, weil das Drehkreuz keine Sperre drin hatte und wir einfach hinein laufen konnten, warteten wir doch bis zur Eröffnung. An einem sonnigen Plätzchen wurde sich deshalb gebräunt und entspannt, bis dann zwei Minuten vor um ein Auto vorfuhr. Ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet, doch so ging alles gut aus und wir wurden nicht verschüttet.

Bei unserer ganz persönlichen Tour der Batmangrotte haben wir nicht nur Fledermäuse sondern auch Stalagmiten und -titen gesehen, die sich in riesigen eingestürzten Höhlen gebildet hatten oder zwölf Meter hohe Wasserfälle und kristallklare Wasserbecken, die eine unglaubliche Farbenvielfalt erlangten, durch die unterschiedlichen Ablagerungen an den Seiten. Nach einer Stunde Höhle und begeistert sein von einem unterirdischen Fluss, der bis zum Ausgang kein einziges Mal das Sonnenlicht gesehen hat und bizarren Gesteinsformationen, machten wir uns wieder an den Abstieg. Runter zu war es nicht halb so anstrengend und wir konnten auch noch das winzige Dorf erkunden, welches noch einen Wasserfall für uns übrig hatte.

Nach einer kleinen Snackpause ging es dann für uns auf nach L`Aquila, einer Stadt, die auch schon mal bessere Zeiten erlebt hatte. Die Tatsache, dass es im Auto nun mollig warm und draußen trotz Sonne immer noch kalt war, machten mich schon ganz zu beginn nicht zu einem großen Fan der Stadt, doch nach kurzem Überlegen zogen wir dann doch los. Ein Castello mit süßem Park und auch die verschiedensten Springbrunnen hatte es zu bieten, sowie eine wunderschöne Kathedrale, die im Hochglanz erstrahlte im Gegensatz zu vielen anderen Gebäuden die von Stahlgerüsten gehalten werden mussten oder schon halb eingestürzt waren. Und ein Fußballstadion hatte sie, ich darf das wichtigste ja nicht vergessen.

Weiter ging es dann zu einem nicht allzu weit entfernten Hochsee, Lago di Campotosto. Die Straße führte uns wieder durch wunderschöne Täler und rostrote Wälder, vorbei an direkt neben der Straße weidenden Kühen, wobei zu sagen ist, dass zwischen Leitplanke und Abgrund ca. ein halber Meter platz war und natürlich atemberaubenden Aussichten. Der See an sich hatte keinen natürlichen Abfluss und lag einfach so auf 1350m Höhe, wirklich wunderschön. Die Umgebung mit kleinen Häusern oder ein paar größeren Städten hat es mir wirklich angetan und auch die Ursprünglichkeit mit der das Gebiet einen begrüßte, begeisterte mich schon im ersten Moment. Leider luden die Temperaturen nicht zu Freudensprüngen ein und deshalb machten wir uns wieder auf den Weg um aus dem Gebirge heraus zu kommen. Das Landschaftsbild war geprägt von Weideflächen und arbeitenden Hirten bis die Hänge wieder steiler wurden und wir in einer unglaublichen Geschwindigkeit Höhenmeter verloren. Jetzt sind wir bei 200üNN angekommen und den letzten Rest des Sonnenuntergangs den wir erleben durften war göttlich schön, genauso wie der bald volle Mond der sich immer wieder hinter den letzten Bergspitzen versteckt hat.

Bis bald und zum Glück ist es hier wieder wärmer.

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